Das gibt's doch gar nicht!

Unfassbar: Katzenbabys im Müllcontainer entsorgt

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Drei der vier Katzenbabys sind jetzt im Tierheim.
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Die elf Wochen alten Kätzchen wären wahrscheinlich qualvoll verendet.

Wie grausam kann man eigentlich sein? Nur der Aufmerksamkeit eines Passanten ist es zu verdanken, dass drei Katzenbabys dem sicheren Tod entronnen sind. Denn sie wurden von ihren Besitzern einfach im Müllcontainer entsorgt!

Bildergalerie der im Container entsorgten Katzenbabys

Für Silke Anders, Vorsitzende des Heilbronner Tierheims, sind es zurzeit kurze Nächte. Immer wieder läutet das Notfalltelefon. So auch heute Morgen gegen 9.15 Uhr. "Es wurde gemeldet, dass vier Katzenbabys in einem Müllcontainer auf dem Bauhof in Neuenstadt seien. Die Anrufer kletterten selbst in den Container und konnten drei der Kätzchen einfangen, die sie dann auch ins Tierheim brachten. Das vierte Kätzchen hatte sich aber unter dem Müll versteckt."

Die Tierrettung rückt aus

Anders verständigte die Tierrettung Odenwald-Hohenlohe, die dann sofort ausrückte. Bernhard Klier war beim Einsatz dabei: "Wir schaufelten den kompletten Container leer, haben die Katze aber nicht gefunden." Vermutlich, weil die Ersthelfer mittels Paletten eine Art Treppe gebaut hatten, damit sich die Katze wenigstens aus dem Container befreien könnte. Klier: "Wir suchten auch die komplette Umgebung nach ihr ab, sie blieb aber verschollen. Jetzt werden wir am Montag Lebendfallen aufstellen und hoffen, dass wir das letzte Baby auch noch einfangen."

Ob die Kätzchen selbst in den Container geklettert sein könnten? Das dementiert Klier heftig: "Keinesfalls! Meiner Meinung nach wurden sie hier einfach entsorgt. Auf alle Fälle haben wir den Vorfall zur Anzeige gebracht." Ohne Fressen, ohne Wasser! Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad wäre die Überlebenschance der kleinen Samtpfoten bei null gelegen. Noch schlimmer: Sie hätten bei der Containerleerung lebendig zerquetscht werden können!

Es gibt nur einen Ausweg

Für Anders gibt es nur eine Möglichkeit, die ungewollte Katzenvermehrung - und damit das Leid der Vierbeiner - zu lindern: die Kastrationspflicht freilaufender Katzen! Denn die drei Kätzchen, die sie und ihr Team jetzt liebevoll im Tierheim aufpäppeln, sind lediglich die Spitze des Eisbergs: "In den vergangenen zwei Wochen haben wir 50 neue Katzen eingefangen. Davon die Häfte Jungtiere."

Knapp 25 bei der Garten- und Kleintieranlage in Bad Friedrichshall-Hagenbach, weitere 20 in einer Scheune auf einem Bauernhof in Bad Rappenau-Babstadt. Anders: "Und das sind noch längst nicht alle. Wir sind immer noch vor Ort, um auch die letzten Katzen einzufangen." Eine Sisyphos-Arbeit. Denn in Wüstenrot ist bereits die nächste, unkontrollierte Katzenpopulation gemeldet worden.

Spendenaufruf und Pflegestellen gesucht

Der Platz im Tierheim ist so gut wie aufgebraucht. Auch die Pflegestellen ehrenamtlicher Helfer sind hoffnungslos überlastet. Dazu kommt ein finanzieller Mehraufwand, den das Tierheim alleine nicht stemmen kann. Anders hofft auf Hilfe aus der Bevölkerung: "Wir benötigen Spenden für die ärztliche Versorgung der Fundkatzen und sind auch über neue Pflegestellen dankbar."

Spenden gehen an:

Tierschutzverein Heilbronn u.U. e.V.

Verwendungszweck: Katzenbabys

KSK Heilbronn

IBAN: DE19620500000000028886

BIC: HEISDE66XXX

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