Sieben Stunden im Einsatz

Besitzer vermissen Katze seit vier Tagen - verzweifeltes Miauen löst dann riesige Rettungsaktion aus

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Die Tierrettung versucht, die Katze aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
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Die Tierrettung Odenwald wird zu einer Katze in Not gerufen. Dann beginnt eine aufwendige Rettung.

Ein Bagger, eine Kanalkamera, eine Flex, zwei Griffe in die Trickkiste, die Tierrettung Odenwald, die Feuerwehr, zwei Bauhofmitarbeiter, ein Bauunternehmer und die Besitzer. So viel ist laut Tierrettung nötig, um am Sonntag in Neuenstein eine Katze aus einer misslichen Lage zu befreien. Wie die aufwendige Rettungsaktion verlief:

Riesige Rettungsaktion von Katze: Tierrettung ruft Feuerwehr zur Hilfe

Ihre Herrchen hatten die Samtpfote offenbar bereits seit vier Tagen vermisst, als sie sie beim Spaziergang am Sonntagmorgen plötzlich miauen hören - aus der Kanalisation. Deshalb bitten die Besitzer die Tierrettung Odenwald um Hilfe. Doch auch die ist angesichts der Lage vor Ort bald mit ihrem Latein am Ende.

Denn: Ohne größere Hilfsmittel kann die vermisste Katze nicht aus dem weit verzweigten Kanalisationssystem gerettet werden. "Wir baten deshalb die Feuerwehr Neuenstein um Hilfe", sagt Bernhard Klier von der Tierrettung Odenwald e.V.. Auch die Feuerwehr kommt so ohne Weiteres allerdings nicht an den Vierbeiner heran.

Katze in Kanalisation gefangen: Rettungsteam stößt schnell auf weitere Probleme

Ein Bauhofmitarbeiter liefert Tierrettung und Feuerwehr daraufhin die Pläne über Rohre und Kanäle. Inzwischen ist das Miauen der Katze für alle aus einem Kanaldeckel zu hören. Doch die Rettungsaktion ist damit noch lange nicht vorbei.

Erneut stoßen die Helfer auf ein Problem. "Ausgerechnet dieses Rohr", in dem sich die Katze in ihrer verzweifelten Lage befindet, ist laut Tierrettung veraltet - und deshalb nicht mehr auf den Plänen eingezeichnet. Das Rettungsteam muss sich deshalb erneut vergrößern. Diesmal wird ein privater Bauunternehmer um Hilfe gebeten.

Katze seit vier Tagen vermisst: "Nach 16 Metern die Entdeckung"

Er rückt mit einer Kanalkamera an, die das Rohr auf 30 Meter absuchen könnte. Klier: "Nach 16 Metern schließlich die Entdeckung." Die vermisste Katze sitzt tatsächlich in der Kanalisation fest. Jetzt fährt das Rettungsteam größere Geschütze auf.

Mit einer Kanalkamera wird die Katze im Rohr entdeckt.

Mit einem Bagger wird das betroffene Rohr freigelegt, anschließend flexen die Helfer es auf. Doch wieder müssen sie anschließend sprichwörtlich in die Röhre gucken - denn die Katze flüchtete aus Angst ausgerechnet in die falsche Richtung.

Ein Bagger hebt eine Grube aus, um an das Rohr zu kommen.

Rettungsaktion von Katze: Tierrettung greift in Trickkiste - mit mäßigem Erfolg

Also beginnt das ganze Spiel von vorn. Suche mit der Kamera, Katze gefunden, Bagger macht seine Arbeit. Diesmal allerdings ohne Erfolg. Unter der zweiten Grube befindet sich zur Verblüffung aller kein Rohr. Ob es zerstört ist oder einfach einen anderen Verlauf als angenommen nimmt, weiß niemand.

Ein drittes Loch auszuheben, macht dann allerdings für alle Beteiligten Helfer keinen Sinn mehr. Dann gäbe es für die Katze in Not endgültig zu viele Fluchtmöglichkeiten. Deshalb greift das Rettungsteam in die Trickkiste, lässt Wasser in die zweite Grube laufen, um die wasserscheue Katze in die richtige Richtung zu drängen.

In diesem Rohr sitzt die Katze fest,

Klier: "Der Plan ging zumindest halb auf, das Wasser sickerte in das Rohr, die Katze kam jedoch nur ein kleines Stück nach vorne." Alles sieht danach eher schlecht für den Vierbeiner aus. Die Rettungsmöglichkeiten sind zu diesem Zeitpunkt ausgeschöpft.

Riesige Rettungsaktion hat doch noch Happy End: Vermisste Katze wieder zuhause

Eine Lebendfalle stellt die Tierrettung Odenwald nach siebenstündigem Einsatz an der Kanalisation dennoch natürlich auf und hofft, dass das Tier mit mehr Ruhe von alleine dort hinein tappt. Und die Helfer sollen Recht behalten!

Am Ende war die Katze dann wieder wohlbehalten zuhause.

Am Ende kommt die Katze rückwärts heraus - und ihre Besitzer nehmen sie wohlbehalten mit nach Hause. Dass der kleine Vierbeiner stundenlang eine aufwendige, ehrenamtliche und von allen Beteiligten freiwillig kostenlos durchgeführte Rettungsaktion ausgelöst hat, weiß die Katze selbst vielleicht nicht zu schätzen, ihre Herrchen dafür umso mehr.

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