Ein Kommentar zu 30 Jahre Internet

Ständig "on": Ein Leben mit dem World Wide Web

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30 Jahre Internet: Heute sind wir ständig online.
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Redakteurin Petra blickt auf 30 Jahre Internet in Deutschland und kommentiert den Umgang mit dem weltweiten Netz im Alltag.

Ein Leben ohne das Internet können sich viele heutzutage gar nicht mehr vorstellen – mal eben die neuesten Nachrichten auf dem Smartphone überfliegen, die Heizung über das Handy von der Arbeit ein- und ausschalten, das günstigste Urlaubsschnäppchen bequem von zu Hause aus buchen oder den Lebensmitteleinkauf online bestellen. All das ist heute so einfach und simpel wie nie und scheint unseren Alltag um so Vieles zu vereinfachen.

30 Jahre ist das Internet in Deutschland heute alt

Vor genau 30 Jahren hielt das noch junge Internet Einzug auch in Deutschland. Es begann mit einer einfachen E-Mail, die über amerikanische Server verschickt wurde. Die Älteren werden sich noch an die Zeiten erinnern, als seltsame Piepstöne das Einwählen des Modems in das World Wide Web ankündigten und damit die Telefonleitung belegt war. Und heute werden viele Smartphone-Nutzer wenn gleich über mehrere Tage das heißgeliebte mobile Netz ausfällt, wie erst kürzlich in der Region Heilbronn geschehen, nervös und unruhig und begeben sich auf die Suche nach dem nächsten freien W-Lan.

Ein Leben ohne Internet?

Sind wir denn mittlerweile so abhängig vom Internet oder könnten wir heute auch wieder ohne auskommen? Ich glaube, dass uns eine Art Internet-Diät manchmal auch ganz guttun könnte. Ist es denn wirklich so schlimm, wenn ich nach der Arbeit noch schnell einkaufen gehe und mir dabei genau die eine Banane aussuche, die besonders appetitlich aussieht und an der Wursttheke noch ein Schwätzchen mit der netten Fleischfachverkäuferin halte. Blickt man sich im Restaurant um, sieht man mittlerweile viele Tischpartner, die nur auf das Handy starren und nur halbherzig zuhören, was der Gegenüber gerade berichtet. Was denn da wohl so viel Wichtigeres auf dem Handydisplay erscheint? Ist das ständige „On-sein“ denn wirklich so erstrebenswert?

Käme ich auch ohne das Internet aus? In der Arbeit definitiv nicht. Privat? Wahrscheinlich auch nicht. Aber manchmal wünsche ich mir, dass das Internet und seine technischen Unmöglichkeiten mir nicht den Alltag komplett strukturieren. Dass ich mir jederzeit die neuesten Nachrichten auf meinem Handy ansehen kann, will ich nicht missen, hoffe andererseits aber auch dass es nicht zu einem Zwang wird. Die Kommunikation über diverse Nachrichtenanbieter könnte ich wahrscheinlich auch reduzieren. Manchmal vermisse ich das gute, alte Stunden lange Telefonat mit der besten Freundin. Heute wird mal eben eine kurze Sprachnachricht verschickt und dann wars das. Ausflüge, Urlaube und Kurztrips werden mittlerweile an der Dichte der Instagram- und Facebookposts gemessen. Nicht an den Erlebnissen, die man ohne das „Welt Weite Web“ genossen hat. Schade eigentlich… Wo bleibt da dann das Abenteuer?

Vielleicht sollten wir alle ab und zu das Smartphone beiseite legen und das HIER und JETZT ganz ungefiltert genießen. Natürlich nur bis zum nächsten echo24-Newsletter, denn dann wollen wir alle wieder gut informiert sein über die neuesten Geschichten aus Heilbronn und Umgebung.

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