Gefahr für Fische

Umweltsünde in Ilsfeld: Schozach schon wieder verunreinigt! Problem seit Jahren bekannt

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Die Schozach ist schon wieder verunreinigt: Styroporkügelchen schwimmen im Wasser.
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Das Wasser der Schozach ist schon wieder verunreinigt. Die Gemeinde Ilsfeld  leitet ein Verfahren ein und der BUND sieht eine Gefahr für kleine Fische.

+++ Update vom 15. Mai +++

Nach dem echo24.de-Bericht meldeten sich Leser, die erklärten, dass die Verschmutzung durch Styroporkügelchen nichts Neues sei. Schon seit mehreren Jahren treibe das Styropor immer wieder in der Schozach. "Die Verschmutzung taucht nicht oft auf, nur manchmal. Das hat mit stärkeren Regenfällen zu tun", erklärt Thomas Stutz, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, im Ilsfelder Rathaus. Die Gemeinde habe nicht erst jetzt von dem Problem erfahren und bereits in der Vergangenheit reagiert. Es sei ein Zuständigkeitsproblem, denn das Abwasserrohr sei Aufgabe der Gemeinde Ilsfeld, was aber aus dem Rohr in der Schozach landet, ist Aufgabe des Landkreises Heilbronn. "Den Kreis haben wir bereits früher informiert", sagt Stutz.

Das bestätigt auch Manfred Körner, Pressesprecher des Landkreises Heilbronn: "2014 wurde das Thema zum ersten Mal aktenkundig bei uns. Im Juli 2014 wurde die Firma aufgefordert, Sofortmaßnahmen zu ergreifen." Zudem erhielt der Landkreis den Hinweis, dass die Baurechtsbehörde Ilsfeld eine Erlaubnis für eine Abscheideanlage erteilt hat. Da 2017 keine weiteren Meldungen beim Landratsamt eingingen und 2018 bei Kontrollen keine neuen Kügelchen entdeckt wurden, ging das Landratsamt davon aus, dass das Problem behoben sei. 

Zwar gab es eine Genehmigung für eine Abscheideanlage, doch ob diese auch eingebaut wird, wurde nicht überprüft. Denn seit 2016 wäre das möglich gewesen. Bis die Abscheideanlage bei der Firma eingebaut ist, hat die Gemeinde jetzt verfügt, den Abwasserkanal zu schließen und das Wasser auf dem Gelände zu filtern. "Die Leute haben Recht, wenn sie sich beschweren", sagt Stutz. Die Belastung sei da, aber nur punktuell, wenn der Regen die Verschmutzung ungefiltert in die Schozach schwämmt. "Im nächsten Monat sollte die Abscheideanlage kommen", sagt Stutz.

In diesem Bereich floss Styropor in die Schozach.

+++ Update vom 10. Mai, 14.30 Uhr +++

Was für eine Auswirkung die Styroporkügelchen auf die Tierwelt in und an der Schozach haben, erklärt Gottfried May-Stürmer vom BUND Heilbronn-Franken: "Giftig ist Styropor nicht, aber wenn kleine Fische nur die Kügelchen essen, könnte es Probleme geben. Dann könnten sie verhungern." Der Magen sei dann gefüllt, aber da die Styroporkügelchen eben keine Nahrung seien, hätten die Tiere nichts im Magen und verhungerten. Nach dem der Fischbestand in der Schozach durch die erste Verunreinigung quasi nicht mehr vorhanden war, belastet nun die nächste Umweltsünde die Fische.

"Styropor gehört nicht ins Gewässer", sagt der Diplombiologe ganz klar. Er geht davon aus, dass die Enten nicht so schwer von den Styroporkügelchen gefährdet seien, wie kleine Fische. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Enten sich mit Styropor so voll fressen, dass sie verhungern", erklärt May-Stürmer.

+++ Update vom 10. Mai, 11.15 Uhr +++

Auch die Gemeinde Ilsfeld äußert sich zu den Verunreinigungen: "Bei der regelmäßigen Besichtigung des Bachlaufs der Schozach durch den Bauhof der Gemeinde Ilsfeld sind den Mitarbeitern seit letzter Woche in unregelmäßigen Abständen kleine Mengen an Styroporkügelchen aufgefallen", erklärt Miriam Kloiber, Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des Ilsfelder Rathauses. Auch bei der Gemeinde gingen Hinweise aus der Bevölkerung ein. "Dieses Styropor gelangte wohl ursächlich über den Regenwasserkanal eines seit mehreren Jahrzehnten in Ilsfeld-Auenstein ansässigen Unternehmens in den Regenwasserkanal", sagt Kloiber.

Die Gemeinde Ilsfeld informierte nach der Besichtigung das Landratsamt Heilbronn. Die Gemeinde Ilsfeld leitete ungehend ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen das Unternehmen ein.

+++ Ursprungsmeldung vom 9. Mai +++

Es ist erst einen Monat her, da gab es eine Umweltkatastrophe in der Schozach mit großem Fischsterben. Nun scheint das Gewässer wieder verunreinigt zu sein: Kleine Styroporkügelchen schwimmen im Wasser und scheinen aus dem Kanal einer Firma in Ilsfeld-Auenstein zu kommen. echo24.de erhielt einen Hinweis, dass die Verunreinigung besonders dramatisch sei. Daher hakte echo24.de beim Landratsamt Heilbronn nach.

Begehung vor Ort in Ilsfeld-Auenstein: Erneute Verunreinigung Schozach

Auch beim Landratsamt Heilbronn sind Hinweise aus der Bevölkerung zu einer Verunreinigung der Schozach eingegangen. "Mitarbeiter des Landratsamts haben sich vor Ort ein Bild gemacht und den Betrieb auf die Verunreinigung hingewiesen", erklärt Pressesprecher Manfred Körner. Mündlich forderten die Mitarbeiter des Landratsamts den Betrieb auf, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, damit "weitestgehend keine Kügelchen" mehr im Wasser landen. "Die schriftliche Aufforderung wird in den nächsten Tagen auch verschickt", sagt Körner.

Die kleinen Styroporkügelchen schwimmen überall in der Schozach.

Ilsfeld: Schozach-Verunreinigung mit Styropor mit Hilfe eines Geräts stoppen

Der Betrieb habe bereits eine Genehmigung für einen Styroporabscheider, doch bisher sei ein solches Gerät nicht in Betrieb. Damit könne man den Styropor aus dem Wasser herausfiltern. Das könnte wahrscheinlich helfen.

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