Trockenheit stellt großes Problem dar

Keine Nahrung! Igel brauchen jetzt besonders viel Hilfe

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Besonders Igelbabys haben es schwer dieses Jahr genug Futter und ausreichend Wasser zu finden.
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Die kleinen Igel sind dieses Jahr in besonders großer Gefahr. Nahrungsknappheit und Wassermangel führen zu Untergewicht und damit zu lebensbedrohlichen Umständen für die Tiere.

Der warme und trockene November macht leider vielen kleinen Tierchen zu schaffen. Vor allem für Igel und Vögel sind Nahrungsquellen dadurch ausgeschöpft. Das Ergebnis: Sie finden nichts mehr zu fressen! Zum Glück gibt es aber Tierliebhaber, die sich für Wildtiere einsetzen und sie bei sich aufnehmen, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.

So wie Jutta Seidel aus einer Gemeinde im südlichen Heilbronner Landkreis. Sie ist stark bemüht, diesen kleinen Lebewesen so gut wie möglich zu helfen. Bei sich zu Hause nimmt sie verletzte, schwache und abgemagerte Igel auf und versorgt sie, bis sie die Kleinen wieder gesund und munter sind. In diesem Herbst versorgte die 58-Jährige bereits 35 Igel. 

Igelnot-Netzwerk hilft schwachen Tieren

Igel frisst zur Stärkung Rührei.

Das Ganze ist aber nicht so einfach, denn Futter, Pflegeprodukte und Tierarztkosten muss Seidel selbst tragen: "Es kommen zu wenig Spenden rein. Aber die wenigen, die ich bekomme, sind sehr nützlich. Zuletzt bekam ich Spritzen, Infusionen und Futter vom Tierarzt gespendet. Das hilft mir natürlich sehr! Denn so schlimm wie dieses Jahr - das habe ich noch nie erlebt." 

So bekam die gelernte Tierarzthelferin diese Woche einen ausgewachsenen Igel. Er war schwach und durstig mit gerade mal 220 Gramm Körpergewicht und außerdem noch von Zecken befallen. Aber eigentlich sollten die kleinen stacheligen Tierchen im November mindestens 700 Gramm wiegen, damit Sie den Winter überleben können. 

Richtige Hilfe für Igel in Not

Mit der richtigen Pflege werden die Igel fit für den Winter.

Doch woran erkennt man überhaupt, dass mit einem Igel etwas nicht stimmt. Und vor allem: Wie kann man dem Tier helfen? Seidel: "Igel sind nachtaktive Tiere. Trifft man sie also tagsüber, sind sie aufgewacht, um nach Nahrung zu suchen. Da sollte man schon skeptisch werden und nachschauen.  An einem sogenannten 'Hungerknick', der beim Igel zwischen dem Kopf und seiner Stachelpracht in Form einer Delle zu sehen ist, erkennt man, dass er dehydriert und ausgehungert ist. Findet man dann einen, der zu wenig wiegt oder verletzt ist, kann man beim kostenlosen Igelnot-Netzwerk melden." 

Die Mitarbeiter dort helfen gerne weiter und geben nützliche Tipps rund um die Versorgung der stacheligen Tierchen und empfehlen private Pflegeplätze in der Nähe. So ist dafür gesorgt, dass die Igel in  professionelle Hände kommen.

Vorsicht! Keine Futter-Präparate aus dem Handel kaufen

Seidel bittet, keine fertigen Igelfutter-Präparate aus dem Handel zu kaufen, da diese auf die Igel extrem negative Auswirkungen haben:  Durchfall und Magenbeschwerden sind keine Seltenheit. Sie vertragen auch keine Äpfel, Nüsse und Getreide, wie von vielen angenommen. Stattdessen sollte man lieber Katzenfutter ohne Gelee, Soße oder Aspik bereitstellen. Rührei oder gekochtes Hähnchen ohne Gewürze mögen die Tierchen auch.

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