Auch der Reporter steht unter Hochspannung

"Schaurige Altweibernächte" in Tripsdrill: echo24.de-Reporter als Horror-Pfarrer unterwegs

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echo24.de-Reporter Daniel Hagmann verkleidet als Grusel-Pfarrer vor der Burg "Rauhe Klinge" im Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn.
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Wie ist es, einmal in die Rolle einer Grusel-Gestalt zu schlüpfen? Das wollte Horror-Fan Daniel vom echo24.de-Team herausfinden.

"Buh!" Jeder hat sich schon mal erschreckt. Ob ungewollt im Alltag, wenn der Kollege um die Ecke rennt und einem vor Schreck die Kaffee-Tasse aus der Hand fällt. Oder mit Absicht - im Kino, beim Lesen eines Stephen-King-Romans und mit guten Freunden am Lagerfeuer, mitten im Wald.

Jedes Jahr, Mitte Oktober, pilgern Tausende Grusel-Fans aus der Region zu den "Schaurigen Altweibernächten" im Freizeitpark Tripsdrill. An vier Abenden lehren dort rund 50 aufwendig geschminkte Darsteller im Freibereich und in mittlerweile vier Grusel-Labyrinthen allen mutigen Besuchern das Fürchten. Auch ich war die vergangenen Male schon als Besucher dabei, wenn die Nebel zwischen Mammut-Achterbahn und Waschzuber-Rafting aufziehen und die Schatten im Freizeitpark Tripsdrill immer länger werden. Und ich war beeindruckt, mit welcher Liebe zum Detail die Mitglieder des Vereins MaisMaze, die die Kostüme verantworten, und das Tripsdrill-Team die wohligen Schauer Wirklichkeit werden lassen. Für mich war klar: "Da will ich mitmachen - und auch mal in die Rolle einer Grusel-Gestalt schlüpfen."

"Schaurige Altweibernächte" in Tripsdrill: Reporter wird zum Horror-Pfarrer

Im Mai dieses Jahres habe ich erfolgreich am MaisMaze-Casting teilgenommen. Und im Sommer bekam ich dann meine Rolle: Ich werde in diesem Herbst bei den "Schaurigen Altweibernächten" im Erlebnispark Tripsdrill einen Grusel-Pfarrer im Schauer-Labyrinth "Trau dich" spielen. Die Story: Einer aus der Besucher-Gruppe wird zum Bräutigam bestimmt - und zusammen mit seinen Hochzeitsgästen auf die Suche nach seiner verfluchten Braut geschickt. Auf seiner Reise - vorbei an einigen Grusel-Geschöpfen, landet der Besucher bald auf dem Vorhof einer Kirche, wo ich als Pfarrer hinter einem Altar und neben einem gruseligen Grab schon darauf warte, die Hochzeitszeremonie abzuhalten. Doch das ist ja schwierig - ohne Braut.

Mein Kostüm ist rasch angelegt: Es besteht aus einer dunklen Kutte mit Kapuze, einem christlichen Kreuz, schwarzen Handschuhen, einem Seil um die Hüften und einer Maske mit furchteinflößenden Leuchtaugen. Als ich das Kostüm erstmals zu Hause bei spärlicher Beleuchtung anprobiere, überkommt mich ein wohliger Schauer: cool! Mit einfachen Mitteln wird hier ganz schön dichte Atmosphäre erzeugt. Ich würde mich vor mir selbst gruseln - auch wenn ich schon Hunderte Horror-Filme gesehen habe und die Mittel der Spannungserzeugung doch ganz gut kenne.

"Schaurige Altweibernächte": Verwandlung in Horror-Gestalt

Am Freitag ist es endlich soweit: Showtime im Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn zum ersten von insgesamt vier Grusel-Abenden. Das MaisMaze-Team empfängt mich als Neuling herzlich - und schon geht's in die Maske. Die Gesichtsverkleidung mit den Lichtern wird mit Panzertape auf meiner Haut befestigt. Dann heißt es: Luft anhalten. Mit Airbrush bekommt meine Haut den nötigen Düsteranstrich. Und schon ist die Verwandlung komplett.

Bilder: echo24.de-Reporter wird Horror-Pfarrer bei den "Schaurigen Altweibernächten" in Tripsdrill

Ehrlich gesagt, fühle ich mich in dem Kostüm wohler als gedacht: Die Kutte ist nicht so dick. Gut, bei den recht milden Temperaturen an diesem Wochenende. Und natürlich ist das Sichtfeld für mich als Brillenträger doppelt eingeschränkt: Das Nasenfahrrad muss runter, sonst kann ich die Maske nicht tragen. Und durch ein kleines Netz, bekomme ich von meiner Umgebung höchstens die Hälfte mit. "Wird schon", denk' ich mir - und ab geht's in das Grusel-Labyrinth "Trau dich". Im Freizeitpark Tripsdrill ist es nun kurz vor 18 Uhr. Nur noch wenige Minuten bis es heißt "Showtime".

"Schaurige Altweibernächte": Aufregung für Reporter in Tripsdrill

Ich nehme meinen Platz an dem düsteren Vorhof der Kirche ein. Da ruft ein Team-Mitglied: "Sie kommen". Los geht's! Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass ich kaum zu erkennen bin. Denn zum Start bin ich bestimmt mindestens so aufgeregt wie die Besucher der "Schaurigen Altweibernächte". Einen genauen Text habe ich mir nicht überlegt. Mein Kopf ist aber voller Ideen. Aber wie soll ich sprechen? Kreischen? Schreien? Mit tief verstellter Stimme? Mit ganz gewöhnlichem Klang? Noch bevor ich mich entschieden habe, erkenne ich durch mein Sichtnetz schon schemenhaft die ersten Besucher. Jetzt gibt's kein Zurück mehr!

Bildershow aus Tripsdrill: So lief das gruseligste Casting der Region

Ich gehe auf die gemischte Gruppe zu und frage mit tief verstellter Stimme lauthals nach der Braut. Mit Kunstkerzen in der Hand erkläre ich, dass die Ehe geradewegs ins Verderben und in den Untergang führt. Ein Verweis auf den nahe gelegenen Grabstein sorgt bei einem etwa 14-jährigen Mädchen für einen furchtsamen Blick. Laut rufend schicke ich die Gruppe nach einer halben Minute in Richtung der nächsten Station.

Die "Schaurigen Altweibernächte" finden an vier Abenden statt.

"Hat doch gut geklappt", denk' ich mir. Nur: Ob das meine Stimme die nächsten knapp vier Stunden durchhält? Und was tue ich dagegen, dass sich keine Monotonie einschleust und meine Rolle mir selbst langweilig wird? Ich nehme mir vor, jede Gruppe ein bisschen anderes anzugehen. Mal überlege ich mir Rätselfragen. Mal lache ich wie von Sinnen. Hin und wieder bleibe ich hinter meinem Altar stehen, ein anderes Mal gehe ich direkt auf die Besucher zu.

"Schaurige Altweibernächte" in Tripsdrill: Auflockerung dank "Star Wars"

Genauso wie jede Gruppe anders ist, unterscheidet sich auch mein Spiel. Bei vorlauten Jugendlichen werde ich schon mal etwas lauter. Wenn mich einer als Darth Vader bezeichnet, antworte ich mit "Star Wars"-Zitaten. Als dann einer der Besucher ruft "cooler Typ" freue ich mich, dass ich offenbar den richtigen Nerv getroffen habe.

Im Freizeitpark Tripsdrill ist alles liebevoll dekoriert.

Manchen gefällt es so gut, dass sie mit mir "High Five" machen wollen. Klar, warum nicht? Gegen Ende muss ich wirklich mit meiner Stimme kämpfen. Ich krächze mehr als dass ich schreie. Und plötzlich ist der Spuk vorbei. Die anderen Verkleideten aus dem "Trau dich"-Labyrinth im Freizeitpark Tripsdrill kommen zu mir und sagen, dass für heute Feierabend ist.

Tripsdrill: Nach dem Spuk ist vor dem Spuk

Im Umkleideraum merke ich erst, wie erschöpft ich bin. Klar: Man muss die ganze Zeit präsent sein, durchweg stehen und auf die Situation eingehen. Aber: Es hat noch mehr Spaß gemacht, als ich erwartet habe. Auch, weil mehrere Besucher mit mir als Figur interagieren und so jede Gruppe und jede Szene besonders ist. Etwas schade ist zwar, dass ich die Walking-Acts im Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn durch meine Rolle nicht so intensiv genießen kann, wie in den Vorjahren als Besucher. Aber dafür erlebe ich im Backstage-Bereich des MaisMaze-Teams wie aus freundlichen Leuten in kurzer Zeit - zumindest optisch - furchteinflößende Gestalten werden.

Bildershow: Schaurige Altweibernächte in Tripsdrill

Jetzt stehen erst einmal viele Liter Tee und kiloweise Bonbons auf meinem "Speiseplan". Denn am kommenden Wochenende geht es weiter mit den "Schaurigen Altweibernächten" im Freizeitpark Tripsdrill in Cleebronn. Und dann werde ich wieder an zwei Abenden allen, die sich Trauen das Fürchten lehren!

Information

Die "Schaurigen Altweibernächte" im Freizeitpark Tripsdrill finden am kommenden Freitag und Samstag, 18. und 19. Oktober, jeweils von 18 bis 21.30 Uhr statt. Mehr gibt's hier.

2020 eröffnet der Freizeitpark Tripsdrill zwei neue Achterbahnen, zu denen es mittlerweile sogar mehr Details gibt.

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