Alkoholvergiftungen im Hohenlohekreis

Hohenlohekreis: Komasaufen in Coronazeiten - AOK mit Hammer-Fazit

Zwar landen insgesamt weniger Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Bei den 10- bis 15-Jährigen ist die Zahl allerdings gestiegen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
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Die AOK-Krankenkasse Heilbronn-Franken hat untersucht, wie viel Alkohol während der Corona-Pandemie im Hohenlohekreis getrunken wurde. (Symbolbild)
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    VonChristina Rosenberger
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Alkoholkonsum während Corona - haben die Menschen im Hohenlohekreis sich letztes Jahr häufiger betrunken als vor der Pandemie? Die AOK liefert Zahlen:

Ein Weinchen zum Abendessen, ein Bier zum Grillen - viele Deutsche trinken gerne Alkohol - und das ist auch kein Problem, solange man es nicht übertreibt. Die AOK hat für den Hohenlohekreis jetzt ausgewertet, wie sich das Konsumverhalten während der Coronapandemie verändert hat.

Während man wegen der gelockerten Coronamaßnahmen mittlerweile wieder gemütlich im Café, Restaurant oder einer Bar sitzen und dort gemeinsam mit Freunden und Familie das Feierabendbier genießen kann, war das monatelang während des Lockdowns nicht möglich. Trotzdem haben die AOK-Versicherten im Hohenlohekreis in der Zeit deutlich mehr Alkohol konsumiert. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass 11,6 Prozent der Befragen im Landkreis mehr getrunken haben als noch vor der Pandemie - genauso sieht es für ganz Baden-Württemberg aus.

Komasaufen im Hohenlohekreis: Haben die Hohenloher während der Corona-Pandemie mehr getrunken?

10,8 Prozent der Menschen im Hohenlohekreis trinken laut Civey-Report sogar täglich Alkohol - dabei ist Wein wohl das Lieblingsgetränk der Hohenloher - 34,2 Prozent der Befragten gaben das an - gefolgt von Bier mit 29,4 Prozent. Und der Alkoholkonsum beginnt für manche schon sehr früh. 9,3 Prozent der Jugendlichen im Landkreis gaben an, im Alter von 12 bis 14 Jahren den ersten starken Rausch erlebt zu haben. Immerhin - das ist etwas weniger als im landesweiten Durchschnitt.

Was die AOK in ihrem Bericht als positiv hervorhebt, ist, dass die Zahl der Alkoholvergiftungen während der Pandemie deutlich abgenommen hat. „In Baden-Württemberg waren 2019 noch 11.214 AOK-Versicherte deswegen im Krankenhaus. Im ersten Corona-Jahr 2020 wurden 9.111 Fälle gezählt. Dies ist ein Rückgang um 20 Prozent. Im Hohenlohekreis sanken die Behandlungen von 101 (2019) auf 91 (2020), „heißt es in einer Mitteilung der Versicherungsgesellschaft.

Wieso gelten Umfragen der AOK als repräsentativ?

Die „Allgemeine Ortskrankenkasse“ AOK besteht in Deutschland aus elf rechtlich selbstständigen Krankenkassen. Ihr Gründer war Otto von Bismarck. Die AOK Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist dabei mit einem Marktanteil von derzeit 45 Prozent die größte Krankenkasse des Landes. Deshalb gelten die Zahlen der AOK als repräsentativ.

Dennoch ist es für viele Menschen in der Region normal, regelmäßig Alkohol zu trinken - obwohl schnell eine Grenze überschritten ist. Denn „Alkoholabhängigkeit ist das größte Suchtproblem in Deutschland und übermäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko für Krebs, neurologische Störungen, Krankheiten des Herz- Kreislaufsystems und vor allem Leberkrankheiten erhöhen“, erklärt die AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. So müsse trotz der positiven Entwicklung noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

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