Nachhaltiges Funkenspektakel

Hohenloher schont die Umwelt - wenn er seine Feuerwerke zündet

+
Michael Unger hält ein Stück Papier in den Funkenregen.
  • schließen

Der Niedernhaller Pyrotechniker Michael Unger setzt bei seinen Bühnen-Feuerwerken voll auf Nachhaltigkeit.

Die Halle in Künzelsau wirkt von außen unscheinbar - trotz ihrer Größe. Ihre Mauer sind etwas verwittert, der Zahn der Zeit hat auch an ihr genagt. Niemand würde ahnen, dass im Innern das Herzstück des staatlich geprüften Niedernhaller Pyrotechnikers Michael Unger sitzt. Der hochmoderne Showroom seiner Firma "Paint The Sky". Für etwas, das es in ganz Süddeutschland nicht gibt: "kaltes" Feuerwerk. Emissionsfrei, umweltfreundlich - und DAS Beste: "Es bedarf keiner Anmeldung beim Ordnungsamt, keines Brandschutzes und keines Sicherheitsabstandes."

Das Geheimnis sitzt in einem schwarzen Kasten und nennt sich Sparkular. In dessen Innern: ein Granulatgemisch, dass Michael Unger über ein Computer-Schaltpult "induktiv erhitzt" und dann mittels Düse freischaltet. Die Folge: Eine sechs Meter hohe Silber-Feuersäule schießt aus dem Sparkular. Und die kann wiederum mittels Computer gesteuert werden. Unger erklärt: "Maximal 20 Minuten Dauerfeuer sind möglich." 28 Stück dieser Sparkulars sind mittlerweile in Besitz des Niedernhallers, zwei weitere Zwölf-Meter-Fontänen bestellt. Unger: "Ich habe mein ganzes aus den Großfeuerwerken erwirtschaftetes Geld in die neue Technologie investiert."

Ob von oben oder von unten - die Sparkulars sind umweltschonend und ungefährlich.

 

Ungefährlich und umweltschonend: Das "kalte" Feuerwerk des Hohenlohers Michael Unger

Doch jetzt kommt's: Das Silberfeuer aus dem Sparkular ist völlig ungefährlich bei Kontakt. Zum Beweis hält Michael Unger zuerst ein Papiertaschentuch hinein, bevor er sich selbst in den Funkenregen begibt. Ein Lichter-Spektakel beginnt, denn die Funken hüpfen nach Berührung mit seinem Körper in eine andere Richtung. Und es sieht aus, als dusche Unger im Feuer. Einziger Rückstand nach Beendigung: klitzekleine Sandkörner, die ruckzuck im Staubsauger verschwinden.

In Heilbronn: Laut TÜV sind die Luft-Werte nicht anfechtbar

Michael Unger, der seit 13 Jahren Großfeuerwerke in der Region Heilbronn-Franken zündet und unter anderem Pyrotechnik für Stars wie Deep Purple, die Scorpions oder Bryan Adams gemacht hat, hat mit der Anschaffung der Sparkulars die Zeichen der Zeit sofort erkannt. Denn immer mehr Städte in Baden-Württemberg verbieten die Himmelsspektakel - aus Gründen der Luftreinhaltung. In Heilbronn bedeutete das das Aus des beliebten Pyro-Wettkampfs "Flammende Sterne" im Wertwiesenpark. Über seinen chinesischen Feuerwerkslieferanten ordert Unger die Sparkulars - und sichert sich für "Paint The Sky" Gebietsschutz. "Da ich die Sparkulars in meine Großfeuerwerke ebenfalls einbaue, trage ich auch dabei einen Teil zum Umweltschutz bei."

Michael Ungers Lasershow beim Sommernachtsfest in Schwäbisch Hall.

Bei Konzerten von Doro Pesch kam das "kalte" Feuerwerk Michael Ungers bereits zum Einsatz

Eine der ersten Künstlerinnen, die auf Michael Ungers Sparkulars setzt, ist Doro Pesch. Schon auf fünf Festivals mit der Hardrock-Sängerin kam das Equipment zum Einsatz - unter anderem beim Blacksheep-Festival in Bad Rappenau-Bonfeld. Und das umweltfreundlich-ungefährliche Indoor-Feuerwerk kommt immer mehr an. Wer sich selbst von den Sparkulars und der Lasershow ein Bild machen möchte, kann das bei "Happy Halloween" am 31. Oktober ab 21 Uhr in der Stadthalle Niedernhall tun.

Michael Unger lässt nachhaltige Feuerwerksträume wahr werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare