Kommentar zum Prozess am Heilbronner Amtsgericht

Hexenkessel-Fall: Das Schweigen ist eine Schande!

+
Wird die Tat auf dem Eppinger Nachtumzug am 3. Februar vielleicht nie aufgeklärt werden?
  • schließen

Es ist kaum zu glauben, dass die verdächtige Gruppe nicht weiß, wer der Täter ist.

Widerlich gerochen hat es aus dem Kessel der Bohbrigga Hexenbroda schon am Abend des Eppinger Nachtumzugs am 3. Februar. Schließlich hat die Gruppe aus Kraichtal-Bahnbrücken Schlachtabfälle in ihrer Vorrichtung erhitzt. Doch so richtig zum Himmel stinken erst die Vorfälle rund um die Verbrühungen der 18-Jährigen auf der Veranstaltung vor zehn Monaten.

Eppinger Hexenkessel-Fall: Angeklagter unschuldig?

Als Hexen Verkleidete haben die junge Frau über den Kessel mit kochendem Wasser gehalten, sie rutschte ab. Vor Gericht schildert sie unter Tränen, dass sie lebenslang an den Folgen dieses groben Spaßes zu leiden haben wird. Der Angeklagte? Streitet alles ab. Die Hexengruppe? Da will keiner was bemerkt haben. Und die Freunde? Haben nichts Sachdienliches beobachtet.

Falls der Angeklagte unschuldig ist, so befand sich der Täter doch zumindest mutmaßlich unter den Zeugen. Nach wie vor gelten die 19 auf dem Nachtumzug anwesenden Mitglieder der Bohbrigga Hexenbroda als verdächtig.

Hexenkessel-Fall auf dem Eppinger Nachtumzug: Wer ist die "böse Hexe"?

Es ist kaum zu glauben, dass nicht zumindest ein Teil der Gruppe weiß, welche nun die "böse Hexe" war. Spätestens vor Gericht wäre nun die Zeit, sich zur Schuld zu bekennen. Oder den Verantwortlichen zu verraten. Falls sich der Täter weiter hinter der Maske verbirgt, ist ihm zu wünschen, dass ihn seine Schuld nachts genauso siedend heiß aufwachen lässt wie es die Geschädigte erleiden musste. Das eigentliche Vergehen ist nicht der fahrlässige Blödsinn. Sondern das Schweigen danach.

Mehr zum Thema

Hexenkessel-Prozess: Schwere Vorwürfe gegen die Ermittler

Hexenkessel-Prozess: So geht es dem Opfer heute

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare