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Eppinger Hexenkessel-Fall: Rechtsstreit geht weiter - drei Verhandlungstage geplant

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Der Rechtsstreit im Eppinger Hexenkessel-Fall geht im Mai weiter.
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Im Hexenkessel-Fall vom Eppinger Nachtumzug ist kein Ende in Sicht. Der Täter wehrt sich gegen das Urteil. Für Mai sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

○ Eine 18-Jährige wird bei einem Nachtumzug in den "Hexenkessel" einer Faschingsgruppe gestellt.
○ Die junge Frau wird schwer verbrüht, weil sich heißes Wasser im Kessel befindet.
○ Vor Gericht lässt sich nicht eindeutig klären, wer die junge Frau hineingestellt hat. Doch die Kammer legte nun ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro fest.

Eppinger Hexenkessel-Fall: Rechtsstreit geht im Mai in nächste Runde

Update vom 29. Januar: Der Rechtsstreit im sogenannten Hexenkessel-Fall von Eppingen nimmt kein Ende. Erneut wird der Fall vor Gericht verhandelt. Drei Verhandlungstage sind angesetzt. Der erste ist am 5. Mai ab 9 Uhr vor dem Landgericht. Dies geht aus der heute veröffentlichten Prozessvorschau des Heilbronner Landgerichts hervor.

Hexenkessel-Fall Neuauflage: 33-Jähriger wehrt sich gegen Urteil

Trotz der Verkleidung wurde ein damals 33-Jähriger im Strafprozess eindeutig als Täter identifiziert. Ende 2018 wurde er deshalb wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 6.600 Euro verurteilt. Gegen dieses Urteil wehrt er sich nun vom 5. Mai an vor Gericht. Zu den Verhandlungstagen sind fast 40 Zeugen geladen.

Weiterer Hexenkessel-Fall wird erneut verhandelt

Auch in einem weiteren Hexenkessel-Verfahren wird wieder verhandelt. Die Zivilkammer des Landgerichts Heilbronn hatte der Frau 50.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Bezahlt werden muss diese Summe vom Verkehrsverein Eppingen und dem Fastnachter. Denn: Schon das Mitführen des Kessels sei eine klare Mittäterschaft. Im Gegensatz zum Verkehrsverein will der Mann das Urteil nicht akzeptieren.

Urteil im Hexenkessel-Fall: 50.000 Euro Schmerzensgeld für das Opfer

Update vom 9. Januar: Nach der Verhandlung zum Hexenkessel-Fall am Heilbronner Landgericht kam die Kammer nun zu einem Urteil. 50.000 Euro Schmerzensgeld müssen der Veranstalter des Eppinger Nachtumzugs und ein Mitglied der Hexengruppe "Bohbrigga Hexenbroda" an die junge Frau zahlen.

Lange wurde über die Identität der verkleideten Hexen gestritten, die die 18-Jährige in den Kessel stellten, doch das konnte während der Verhandlung nicht eindeutig geklärt werden. Allerdings betonte die Kammer, dass der Verkehrsverein für den Umzug seine Verkehrssicherungspflichten gleich mehrfach verletzt hat: Zum einen wurde kein Merkblatt mit einem Verbot für solche Wägen ausgegeben. Zum anderen gab es auch keine klare Überwachung und Kontrolle solcher Handwagen.

Hexenkessel-Fall in Eppingen: Kammer verurteilt Veranstalter und Hexengruppenmitglied

Die Kammer ließ ausdrücklich offen, ob das verurteilte Mitglied der Hexengruppe selbst an dem "Entführungsvorgang mit anschließendem Stellen in Kessel" beteiligt war. Doch schon alleine das Mitführen des Kessels sei ein "kausaler Tatbeitrag". Da nicht ersichtlich war, wie der aufsteigende Nebel/Rauch erzeugt wurde, hätte jedes Mitglied der Gruppe den Kessel gegen die Nutzung von Dritten sichern müssen.

Zwar konnte die Situation mit Alkohol und Kostümierung auf dem Umzug zu einer Risikofehleinschätzung führen, doch die Kammer widersprach der Aussage des Beklagten, dass die Situation ein "nicht mehr zurechenbarer Exzess" gewesen sei.

Hexenkessel-Fall auf dem Nachtumzug in Eppingen: Immer mehr Widersprüche vor Gericht

Erstmeldung 5.Dezember: Sitzt der Richtige auf der Anklagebank? Gehörte der Täter überhaupt der Faschingsgruppe Bohbrigga Hexenbroda an und haben die Ermittler möglicherweise die Falschen im Visier? Die genauen Ereignisse rund um den Hexenkessel-Vorfall auf dem Eppinger Nachtumzug am 3. Februar bleiben auch heute, am zweiten Prozesstag im Heilbronner Amtsgericht, genauso nebulös wie der Dampf, der aus dem Kessel stieg, in dem sich die 18-jährige Geschädigte ihre schlimmen Verletzungen zugezogen hat.

Hexenkessel-Fall auf Eppinger Nachtumzug: Kaum verlässliche Beobachtungen

Immer wieder schildern die Zeugen, die hauptsächlich dem Freundeskreis der Geschädigten angehören, wie zerfahren die Situation auf dem Nachtumzug war. Klar: Man trank, man feierte, niemand ahnte Böses. An verlässlichen Beobachtungen mangelt es. Die meisten haben den schrecklichen Vorfall erst bemerkt, als es schon zu spät war und die 18-Jährige schreiend auf dem Boden lag.

Dann jedoch will man rasch reagiert haben: Ein am Tatabend als Dinosaurier verkleideter Freund der Geschädigten aus Rheinstetten sei dann hinter der Hexengruppe mit dem Kessel hergerannt und habe verlangt, das diese stehenbleibe. "Das ist unterlassene Hilfeleistung", sagt er vor Gericht. Die Gruppe habe ihn ignoriert, sei einfach weitergelaufen, als er geschildert habe, was passiert war.

Hexenkessel-Fall auf Eppinger Nachtumzug: Gruppe streitet gleich alles ab 

Da sei er ausfällig geworden und habe die verkleideten Hexen übel beschimpft. Diese haben laut des jungen Mannes daraufhin gesagt: "Wenn du jetzt nicht gleich abhaust, kriegst du eine!" Er ist sich sicher: "Als ich mich hinstellte, hatte ich die ganze Gruppe vor mir. Einige mussten mich gehört haben." Herauszufinden, was passiert ist, habe aber niemand versucht. Stattdessen sollen einige Verkleidete gleich "das waren wir nicht" gesagt haben.

Die vernommenen Mitglieder der Bohbrigga Hexenbroda erklären jedoch vor Gericht, von dem Vorfall nichts mitbekommen zu haben. Offenbar eine Lüge? Erst in den Medien wollen sie erfahren haben, was passiert ist. Der Angeklagte streitet alles ab.

Hexenkessel-Fall: Zeugin schildert interessantes Detail

Seltsam sind auch die Beobachtungen, die eine Ersthelferin kurz nach der Tat am Eppinger Marktplatz gemacht haben will: "Immer wieder sagten die Freunde der Verletzten Dinge wie: 'Wir wussten nicht, dass es heiß ist. Wir dachten, das ist nur Nebel.'" Ihr erster Eindruck dabei: Jemand aus dem Freundeskreis hatte der 18-Jährigen die Verletzungen zugefügt und sie zu dem vermeintlich harmlosen Hexenkessel befördert.

Allerdings schilderte die Geschädigte, dass zwei als Hexen Verkleidete sie zum Kessel gebracht haben. Doch gehörten diese wirklich der verdächtigen Gruppe der Bohbrigga Hexenbroda an? Immerhin seien laut dem Veranstalter, der Eppinger Hexenzunft, rund die Hälfte aller 1.800 Teilnehmer auf dem Eppinger Nachtumzug als Hexen verkleidet.

Der Prozess geht am Freitag, 21. Dezember, am Heilbronner Amtsgericht weiter.

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