Die Dürre ist eine große Gefahr

Jahrhundert-Hitze und Schädlinge: So schlecht steht es um unseren Wald

+
Um den Wald steht es schlecht. Die Dürre setzt den Bäumen auch in Heilbronn schwer zu. (Symbolbild)
  • schließen

Patient Wald: Auch im Heilbronner Landkreis kämpfen rund 200 Mitarbeiter gegen die Folgen der Dürre.

Der Wald ist in Gefahr! Davor wird seit vielen Jahren gewarnt. War es in den 1980er Jahren der saure Regen, Ende der 1990er der schwere Sturm Lothar, der in Baden-Württemberg den Förstern Sorgen bereitete, so ist es jetzt die Dürre.

"Die Bäume stehen unter einer enormen Stressbelastung", sagt der Forstamtsleiter des Landkreises Heilbronn, Christian Feldmann. Warum sind die Bäume so gestresst? Das hängt mit der extremen Dürre zusammen, die auch schon 2018 die Bäume sehr geschwächt hat. "Wenn die Bäume gestresst sind, sind sie auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge", sagt Feldmann.

Gerade in den tiefen Bodenschichten fehlt dem Wald das Wasser (rechtes Bild).

Heilbronner Wald: Die Bäume werden krank von der Dürre

Gerade der Borkenkäfer macht den Forstmitarbeitern sehr zu schaffen. "Wenn die Bäume befallen sind, müssen wir sie möglichst schnell aus dem Wald bringen, damit die nächste Käfergeneration nicht noch mehr Bäume befällt", erklärt Feldmann. 

An einem Beispiel wird deutlich, wie rasend schnell der Käfer einen ganzen Wald zerstören kann: Befällt die erste Generation von Borkenkäfern 20 Bäume, so sind in der zweiten Generation schon 400 Bäume von den Schädlingen befallen. 8.000 Bäume sind es dann schon in der Dritten! "Eigentlich könnten sich die Bäume selbst gegen den Borkenkäfer wehren, indem sie stark ausharzen, aber dazu fehlt ihnen jetzt das Wasser", sagt Feldmann.

Heilbronn: Die Dürre ist auch für Waldspaziergänger eine Gefahr 

Auch die Laubbäume hat es in diesem Jahr schwer getroffen. Vor allem die Buchen vertragen die Hitze gar nicht. Sie trocknen aus und sterben ab. Diese vertrockneten Bäume sind eine große Gefahr für Spaziergänger im Wald. "Es wird noch eine Weile dauern, bis wir die toten Buchen beseitigen können. Zurzeit werden die Bäume an Spielplätzen und Waldwegen entfernt. Wer im Wald unterwegs ist, muss sehr vorsichtig sein", rät Feldmann.

Wald in Heilbronn: Viele kranke Bäume mussten gefällt werden

Dieses Jahr mussten schon 50.000 Hektar Bäume aus dem Wald im Heilbronner Landkreis entfernt werden. "Pro Jahr entfernen wir 150.000 Hektar", erzählt Neumann. Da jetzt so viele Bäume aufgrund von Krankheiten gefällt werden müssen, fallen andere geplante Fällungen an gesunden Bäumen weg. Diese vielen Baumfällungen haben Konsequenzen für die Waldbesitzer, aber auch für die Kunden, die zu Hause mit Holz heizen. "Die Qualität des Holzes wird schlechter und die Waldbesitzer bekommen weniger Geld für ihr Holz, da allein in Europa 80 bis 100 Millionen Kubikmeter Holz von kaputten Bäumen geschlagen wird", weiß der Forstamtsleiter.

Mit 40 Prozent besitzen die Gemeinden in Baden-Württemberg den meisten Anteil an den Wäldern.

"Mindestens zehn Hektar Schadflächen gibt es in unserem Wald im Landkreis Heilbronn", sagt Feldmann. Die Waldbesitzer müssen mit 15.000 Euro Kosten pro Hektar rechnen, den sie wieder aufforsten. Das heißt 150.000 Euro müssen mindestens allein in den Wald im Heilbronner Landkreis investiert werden. Das müssen die Waldbesitzer machen. "Bis dieser Wald dann wieder genutzt werden kann vergehen 30 bis 40 Jahre", erklärt der Leiter des Forstamts.

Trotz Dürre: So kann der kranke Wald in Heilbronn gerettet werden

Und was kann den Wald im Landkreis Heilbronn jetzt noch retten? "Wir hoffen auf viel Regen, vor allem Landregen, damit das Wasser auch in den tieferen Bodenregionen ankommt", sagt Feldmann. Neue Bäume können erst im Herbst und im Frühjahr gepflanzt werden. "Das werden dann hauptsächlich Eichen sein, die kommen besser mit den Klimabedingungen zurecht", sagt Feldmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare