Nach Corona-Infektionen in Schlachthöfen

Heilbronn: So sollen Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen der Region verhindert werden

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Nach dem Covid-19-Ausbruch bei Tönnies fordert eine Heilbronner Gewerkschaft bessere und stärkere Kontrollen in Schlachthöfen in der Region.

  • Nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies soll nun auch in Heilbronn verstärkt kontrolliert werden.
  • Sollte Ähnliches in der Region passieren, wäre auch hier die Konsequenz ein Lockdown.
  • Die Politik fordert ein Verbot für Werkverträge.

Covid-19-Ausbruch bei Tönnies: Bessere Schlachthof-Kontrollen in Heilbronn gefordert

Im größten Fleischbetrieb Deutschlands, Tönnies in Rheda-Wiesenbrück im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen, ist das Coronavirus ausgebrochen. Mehr als 1.500 Mitarbeiter wurden positiv auf Covid-19 getestet, insgesamt 7.000 müssen in Quarantäne. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Heilbronn fordert jetzt deshalb bessere Kontrollen in Schlachtbetrieben in der Region. Auch kleine Betriebe wie der Schlachthof Crailsheim sollen verstärkt kontrolliert werden. "Wir fordern, dass jetzt verstärkt präventive und viel stärkere Kontrollen auch hier in Baden-Württemberg durchgeführt werden, weil ich mir gar nicht vorstellen mag, was passieren würde, wenn dort so ein Ausbruch wie bei Tönnies wäre", erklärt Burkhard Siebert von der NGG Region Heilbronn gegenüber swr.de

Heilbronn: NGG für mehr Kontrollen in Schlachtbetrieben in der Region - Sind Werkverträge das Problem?

Der Kreis Gütersloh wurde wegen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies dicht gemacht. Sollte so etwas in einer Stadt wie Crailsheim oder Schwäbisch Hall passieren, droht auch hier ein Lockdown. Auf den Fleischskandal reagiert nun auch die Politik. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil möchte Werkverträge in der Fleischbranche gesetzlich verbieten. Lidl und Kaufland wollen diesem Gesetz nun zuvorkommen. Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe möchte auf Werkverträge in der Fleischbranche verzichten

Was hat es mit den Werkverträgen aber eigentlich auf sich? Mit einem Werkvertragsarbeiter sparen sich viele Firmen Personalkosten. Oft werden dabei osteuropäische Arbeitskräfte eingesetzt. Diese leben und arbeiten auf engsten Raum zusammen. Zu Zeiten von Corona ist das nicht gerade günstig. Denn: es kommt vermehrt zu Infektionsherden - der Fleischhersteller Tönnies ist nicht das einzige Beispiel, auch bei dem Putenschlachthof Firma Geestland, die zur Wiesenhof-Gruppe gehört, wurden Corona-Infektionen festgestellt. Mittlerweile haben große Lebensmittelhändler wie Rewe, Aldi und Lidl aus Neckarsulm Konsequenzen aus dem Tönnies-Fleischskandal angekündigt.

Für die Arbeit mit Lebensmitteln, vor allem Fleisch, herrschen strenge Hygienevorschriften. Doch manchmal stoßen Mitarbeiter des Gesundheitsamts auf Betriebe, in denen es alles andere als hygienisch abläuft. Wie zum Beispiel in einem Supermarkt in Heilbronn. Hier machten die Angestellten einen Ekel-Fund, der nichts für schwache Nerven ist

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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