Sonderprogramm könnte helfen

Gesundheitsrisiko im ÖPNV Heilbronn: Corona-Hotspot in Schulbussen und Bahnen?

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Die Schulbusse und Bahnen sind maßlos überfüllt, viele tragen keine Maske. Welche Auswirkungen hat das Ganze auf das Infektionsgeschehen des Coronavirus?

Die aktuelle Situation in Bus und Bahn sorgt auch in Heilbronn bei Pendlern und Eltern von betroffenen Schülern für Empörung: Vor allem Schüler quetschen sich zu den Stoßzeiten auf ihrem Schulweg zusammen auf engsten Raum. Teilweise bleiben sogar Leute an den Haltestellen zurück, da sonst die Türen der Busse und Bahnen in Heilbronn vor lauter Menschenmassen nicht mehr zugehen.  An das Einhalten des Mindestabstandes ist überhaupt nicht zu denken, noch dazu hält sich nicht jeder an die Coronavirus-bedingte Maskenpflicht im ÖPNV.

Menschenmassen im ÖPNV Heilbronn: Schafft Sonderprogramm Abhilfe?

Generell ist die Situation in Bus und Bahn keine Unbekannte. Überfüllte Verkehrsmittel im ÖPNV zu Schulbeginn und -ende gibt es schon seit Jahren. Nur die Probleme, welche die aktuellen Umstände durch die Coronavirus-Pandemie mit sich bringen, sind neue. Eigentlich hat sich der Landkreis Heilbronn bereits vor Schulbeginn auf den kommenden Ansturm vorbereitet.

In Hinsicht auf die Eindämmung des Coronavirus soll ein Sonderprogramm zur Förderung von zusätzlichen Schulbussen Abhilfe schaffen. Wie das Sonderprogramm vorsieht, verkehren in Heilbronn insgesamt 15 zusätzliche Busse auf sonst reguläre hundert Busse bis Ende des Jahres. Das berichtet HNV-Sprecher Thomas Tiselj im Gespräch mit echo24.de.

ÖPNV Heilbronn: Schüler und Pendler stehen wie „Sardinen“

Das scheint laut vielen Betroffenen allerdings nicht zu funktionieren. Der Ursprung des Problems ist vor allem dem Mangel an zusätzlichen Busfahrern in Heilbronn zuzuschreiben. Ein solcher Mangel ist bei der aktuellen Situation kaum verwunderlich, nicht umsonst sind bereits weitere Warnstreiks im ÖPNV Heilbronn angekündigt. Dazu kommt: Busse und Bahnen fallen aus, es wird auf manchen Strecken nur einer statt zwei Wagen geschickt und alle wollen zeitgleich los.

Die Konsequenz: Wie „Sardinen“ aneinandergereiht stehen die Schüler und Pendler zusammengepfercht in den Stadtbahnen. Förderlich ist das für den Infektionsschutz sicher nicht, zumal sich aktuell die zweite Welle des Coronavirus anbahnt.

Menschenmassen im ÖPNV Heilbronn: Das ist die Lösung

Einen Ansatz, welchen die Schulen zum Entzerren des hohen Personenaufkommens in Bussen und Bahnen verfolgen, ist ein flexibler Unterrichtsbeginn. Im Heilbronner Raum bieten bisher allerdings nur das Elly-Heuss-Knapp-Schulzentrum und die Heinrich-von-Kleist-Realschule einen solchen flexiblen Unterrichtsbeginn an. Weitere Maßnahmen vonseiten des HNV sind bisher noch nicht bekannt. Eine verstärkte Kontrolle der Maskenpflicht im ÖPNV wäre allerdings sicher von Vorteil.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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