In vielen Bereichen traurige Rekorde

Alarm! Region Heilbronn wird immer brutaler

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In zehn Jahren haben die Gewaltfälle in der Stadt Heilbronn um 61 Prozent zugenommen.
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Die Einbrüche in der Region gingen deutlich zurück. Aber es gibt auch dramatische Neuigkeiten...

Zuerst die guten Nachrichten: Es gibt weniger Fälle von Mord und Totschlag, Wohnungseinbrüche gehen zurück. Und auch im Kampf gegen litauische Autoschieber ist der Staatsanwaltschaft Heilbronn ein großer Coup gelungen. Betrachtet man aber die Zunahme von Gewalt und Körperverletzung in der Region Heilbronn, wird einem angst und bange.

Gestern stellte die Staatsanwaltschaft Heilbronn, die neben dem Stadt und Landkreis Heilbronn unter anderem auch für den Künzelsauer und Öhringer Raum zuständig ist, ihre Bilanz zum vergangenen Jahr vor. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft 57.398 Fälle zu bearbeiten. Ein neuer Höchststand!

Gewalt in Heilbronn nimmt um 61 Prozent zu

Gerade bei Gewaltdelikten sei die Entwicklung laut Frank Rebmann, Chef der Heilbronner Staatsanwaltschaft, "tragisch und dramatisch". Auch hier bedeuten die 1.294 Fälle einen neuen, traurigen Rekord. In den vergangenen zehn Jahren haben die Gewaltfälle im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Heilbronn zudem um 61 Prozent zugenommen!

Besonders schlimm sei diese Art von Verbrechen, weil die Opfer oft lange mit den physischen und psychischen Folgen der Gewalt zu kämpfen haben. Bemerkenswert: Bundesweit nimmt die Zahl der Gewaltdelikte ab. Warum es gerade im Heilbronner Raum immer schlimmer wird? Unklar!

Der Fall um die Künzelsauer Pflegeoma am Heilbronner Landgericht erregte große Aufmerksamkeit.

Heilbronn: Immer weniger Einbrüche

Zum Glück können sich die Menschen in der Region in den heimischen vier Wänden sicherer fühlen als in der Vergangenheit: Die Einbruchzahlen gingen im vergangenen Jahr von rund 1.000 auf 400 Fälle zurück. Hier haben offenbar die hohen Strafen für erwischte Langfinger potenzielle Täter abgeschreckt.

Obwohl es zum Glück mit 31 Fällen auch nur halb so viele Gewalttaten in den Bereichen Mord und Totschlag gab, so erreichten doch gerade Fälle wie der Prozess um die Künzelsauer Pflegeoma bundesweite Aufmerksamkeit. Und auch ein versuchtes Blutbad in der Heilbronner Innenstadt im Februar des vergangenen Jahres sorgte für Entsetzen.

Vor allem solche viel diskutierten Fälle und die objektive Zunahme von Gewalt verschlechtern das subjektive Sicherheitsgefühl. Gerade nachts gehen viele - wenn überhaupt - dann nur mit mulmigem Gefühl auf die Straße. Und auch wenn die Kriminalstatistik Heilbronn als den sichersten Stadtkreis in Baden-Württemberg ausweist: Wer tatsächlich Opfer einer schrecklichen Kriminaltat wurde, dessen Sicherheitsgefühl ist fortan garantiert ein anderes.

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