27-Jähriger braucht Stammzellenspende

Schock-Diagnose Leukämie: Doch für Jerrid gibt es endlich Hoffnung

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Der an Leukämie erkrankte Jerrid aus Obersulm (Landkreis Heilbronn) findet einen Stammzellenspender. Jetzt äußert er sich auf Facebook dazu.

  • Der 27-jährige Jerrid aus Obersulm (Landkreis Heilbronn) ist an Leukämie erkrankt - nur eine Stammzellenspende kann helfen.
  • Seine Schwester - Sabrina Greinig - kämpft für das Leben ihres Bruders und startet mit der DKMS einen großen Hilfeaufruf.
  • Schon jetzt sind Sabrina Greinig, ihr Bruder Jerrid und die ganze Familie von der grenzenlosen Hilfe anderer Menschen, Vereine und Institutionen überwältigt. 

Obersulm/Heilbronn: Stammzellenspende für Jerrid - es geht bergauf!

Update vom 10. August: Der 27-jährige Jerrid Greinig aus Obersulm im Landkreis Heilbronn ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend eine Stammzellenspende, um weiterzuleben. echo24.de hatte unlängst mit Jerrids Schwester Sabrina Greinig über seinen Leidensweg und den der ganzen Familie gesprochen. Schon damals war Hilfsbereitschaft der Menschen enorm.

Sie selbst hatte zuvor schon ihren Mann wegen eines Hirntumors verloren. Für ihren Bruder startete sie umso engagierter zusammen mit ihren Töchtern und der DKMS eine Aktion. Das Ziel: Einen Stammzellenspender für Jerrid finden. Sie selbst kommt als Spenderin leider nicht infrage. Dafür aber jemand Anderes! Das berichtet Jerrid jetzt in einem Facebook-Video, die Freude und Hoffnung ist ihm deutlich anzusehen.

Heilbronn: Jerrid aus Obersulm findet Stammzellenspender

Jerrid: "Ja - ich habe einen Stammzellenspender gefunden." In Heidelberg hatte der 27-Jährige bereits einige Voruntersuchungen und bekommt nun endlich die Bestätigung: Der Stammzellenspender passt zu hundert Prozent. Was aber nicht heißt, dass jetzt alles überstanden ist. Im Gegenteil. "Jetzt geht die Therapie erst richtig los", sagt der Obersulmer auf Facebook.

Und zu Ende ist es sowieso nie. Jerrid: "Es gibt noch so viele andere Menschen, die einen Stammzellenspender suchen und auf eine Stammzellentransplantation warten." Daher ruft er seine Unterstützer auf, immer weiterzumachen. Jeder kann sich als Stammzellenspender bei der DKMS registrieren lassen und damit helfen, Leben zu retten!         

Heilbronn: Kampf gegen die Leukämie: Nur eine Stammzellenspende kann helfen

Ursprungsmeldung vom 4. Juni: Lieben, Leiden und trotzdem Weiterleben: Eine von vielen Erfahrungen die zeigt, wie viel Leid ein einzelner Mensch ertragen kann. Noch schlimmer wird es, wenn Menschen solche schrecklichen Schicksalsschläge innerhalb kürzester Zeit mehrmals erfahren müssen. Zu diesen Menschen gehört auch Sabrina Greinig aus Obersulm, die erst ihren Mann an einem Hirntumor verlor und jetzt mit ihrem 27-jährigen Bruder gegen den Blutkrebs und für eine Stammzellenspende kämpft - und Sie ist nicht allein.

Grund: Viele Menschen zeigen ihre Solidarität und unterstützen die Familie wo sie nur können. Greinig: "Das fängt bei einer Freundin von mir an, die für uns den Social-Media Auftritt managt und geht bis hin zu ehemaligen Kollegen und Freunden, die uns unterstützen, wo sie nur können." Die Solidarität von allen Seiten sei grenzenlos, erklärt Sie. Das gibt der ganzen Familie neue Kraft und hilft, die schwere Zeit durchzustehen. Greinig: "Wir haben das Gefühl, nicht allein zu sein."  

Heilbronn: Kampf gegen Krebs: Manchmal aussichtslos

Für sie und ihre beiden Töchter begann die schwere Zeit nach einem Kroatien-Urlaub. Greinig: "Doch schon längere Zeit vorher merkte ich, dass mit meinem Mann etwas nicht stimmt. Es waren anfangs vor allem Aggressionsprobleme und Wortfindungsstörungen die mich stutzig machten." Etwa vier Wochen nach dieser letzten, idyllischen Urlaubsreise dann die erschreckende Diagnose: Krebs - und zwar in einer Form, die nicht heilbar ist. Für die zweifache Mutter bricht die Welt zusammen. Für ihre Kinder aber blieb sie stark. "Die Familie war der Rettungsanker", erzählt Sie.

Lebensfroh und ein Kämpfer Natur: Das ist der 27-jährige Jerrid auch jetzt im Krankenhaus.

Ihre wichtigste Erfahrung aus der Zeit: Immer offen und ehrlich sein - auch Kindern gegenüber. Greinig: "Meine Kinder wussten, dass ihr Papa nicht wieder gesund wird. Und entgegen aller Erwartungen gingen meine Mädchen mit der Situation gut um." Sie tragen ihren Vater bis heute im Herzen - für sie ist er ein strahlender Stern am Nachthimmel, der die irdische Welt verlassen, aber nie den Weg aus ihren Herzen findet. Greinig: "Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe sehr viel von meinen Kindern gelernt."

Heilbronn: Bruder und Schwester kämpfen für Stammzellenspende

Und jetzt - nur wenige Monate später - die nächste Hiobsbotschaft. Greinigs 27-jähriger Bruder Jerrid erkrankt an Leukämie. Um sein Leben zu retten, braucht Jerrid auf eine Stammzellenspende. Dafür notwendig: Ein geeigneter Stammzellenspender. Greinig selbst kommt als Spenderin nicht infrage, kann aber auch nicht glauben, noch einen geliebten Menschen an den Krebs zu verlieren. Daher jetzt die Suche nach einem geeigneten Spender. Unterstützung bekommt die Familie von der DKMS.

Wer Stammzellen spenden darf und wer sich dafür überhaupt eignet, fasst ein separater echo24.de-Artikel über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zusammen. Zur Stammzellenspenden Registrierung kann sich jeder problemlos anmelden. 

Greinig: "Meinem Mann konnte ich seinerzeit nicht helfen. Für meinen Bruder kann ich jetzt aktiv etwas tun." Und Greinigs Einstellung ist von Erfolg gekrönt. Schon jetzt folgen über 1.000 Menschen ihrem Facebook-Auftritt "Mein Bruder will leben". Die Menschen melden sich, wollen helfen. "Das ist ein überwältigendes Gefühl", erklärt Sie im echo24.de-Gespräch. Schon jetzt haben potenzielle Spender knapp 500 Pakete angefordert, um ihre Spende einzuschicken - und das innerhalb von nur zwei Tagen!

Heilbronn: Hilfsbereitschaft für Jerrid ist enorm

Auch Jerrid, der von Natur aus ein Kämpfer ist, bekommt durch die enorme Hilfsbereitschaft neuen Lebensmut. Greinig: "Jeder der uns hilft, gibt Jerrid ein Fünkchen Hoffnung. Dafür bin ich unendlich dankbar." Neue Hoffnung: Das braucht Jerrid jetzt mehr denn je. Grund: Chemotherapien und starke Medikamente machen ihm sehr zu schaffen. Und ohne eine Stammzellenspende sieht es schlecht aus. Das gleiche Schicksal bedroht auch die an Leukämie erkrankten Haily (1), über die echo24.de ebenfalls berichtet.

Doch die Welle der Solidarität gibt auch Greinig und ihren beiden Töchtern Mara (8) und Feli (6) neue Hoffnung. "Unser Onkel darf nicht auch sterben", erzählen die Mädchen. Greinig ist stolz auf ihre Mädchen. "Es war die richtige Entscheidung, von Anfang an offen und ehrlich mit ihnen über diese Themen zu sprechen. Diesen Weg von Offenheit und Ehrlichkeit kann ich nur jedem ans Herz legen, der sich in einer ähnlichen Situation befindet", erklärt Greinig, die selbst vor allem eines ist: Eine unermüdliche Kämpferin.

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