Songs von AC/DC bis ZZ Top in neuem Gewand

Not macht erfinderisch: So meistert Heilbronner Rockband die Corona-Krise

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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Das Coronavirus legte den Kulturbetrieb komplett lahm. Da mussten neue Ideen her. Das sehen auch die sieben Musiker von "Thirsty" aus dem Raum Heilbronn so - und haben reagiert.

  • Cover-Rockband Thirsty aus dem Raum Heilbronn reagiert mit Livestreams auf Coronavirus-Krise.
  • Zuschauer der Konzerte aus Mexiko und den USA.
  • Rock- und Metal-Evergreens dank wechselnder Besetzung in neuem Gewand.

Heilbronn: Rockband begeistert mit Livestreams in Coronavirus-Krise

Bum – von einem Tag auf den anderen ist alles anders: Konzerte können nicht mehr stattfinden, Tourneen fallen aus. Das Coronavirus hat im Frühjahr das Kulturleben nicht nur in Baden-Württemberg, sondern überall lahmgelegt. Wohl dem, der in so einer Krisensituation rasch reagiert. Die sieben Musiker der Cover-Rockband Thirsty aus dem Raum Heilbronn haben – dem Namen nach – nicht nur Lust auf leckere Getränke, sondern sind auch durstig nach neuen Ideen. "Auch uns hat das Coronavirus natürlich überrascht, aber wir wollten den Kopf nicht in den Sand stecken", sagt Sänger Sascha Körner.

Rasch haben sich die Musiker von Thirsty aus dem Raum Heilbronn dazu entschlossen, in coronareduzierter, wechselnder Besetzung auf Körners Terrasse in Neckarsulm-Dahenfeld Konzerte zu geben. Körner erinnert sich: "Wir haben beim ersten Mal eine halbe Stunde gespielt. Unter dem entsprechenden Sicherheitsabstand sind auch spontan Leute vorbeikommen und haben zugehört. Nach dem Gig war der Applaus aus allen Richtungen – auch aus der entfernten Nachbarschaft - zu hören."

Rockband aus Heilbronner Raum begeistert mit Livestream-Konzerten

Das erste Thirsty-Coronavirus-Konzert Mitte April war noch Face-to-Face, dann zog es die Musiker auch ins Digitale: Auf ihrer Facebook-Seite streamten sie fortan ihre Terrassenkonzerte. Und dabei gab’s Evergreens aus dem Rock und Metal – von AC/DC über Iron Maiden, Green Day und Queen bis hin zu ZZ Top in akustischem und – teilweise mit Klavierbegleitung – in neuem und überraschendem Klanggewand. Bei der neu gegründeten regionalen Streamingplattform Live-Show Factory aus dem Raum Heilbronn war die Truppe in reduzierter Besetzung unter dem Namen Thirsty Three als erste Band am Start.

Hatten bei ihren Corona-Streams auch Zuhörer aus Mexiko und den USA: Die Cover-Rockband Thirsty aus dem Heilbronner Raum mit Sänger Sascha Körner (Vierter von links) aus Neckarsulm-Dahenfeld und Keyboarder Roberto Ibsch (Fünfter von links) aus Untereisesheim.

Körner betont: "Klar: Ein echtes Konzert kann man mit Streaming nicht ersetzen. Aber wir haben uns schnell daran gewöhnt, ohne Live-Publikum zu spielen." Schließlich wussten die Musiker aus dem Raum Heilbronn: Die Zuhörer sitzen lauschend zu Hause. Teilweise mehr als 3.500 Menschen haben die Konzerte jeweils erreicht. "Dabei hatten wir auch Publikum aus Mexiko und den USA", berichtet Keyboarder Roberto Ibsch aus Untereisesheim im Landkreis Heilbronn. Besonders bemerkenswert: Einigen Fans haben die Konzerte so gut gefallen, dass sie den Musikern unbedingt etwas zurückgeben wollten. Körner: "Es gab allerlei Spenden, vornehmlich flüssiger Art." Ganz getreu dem Bandnamen.

Heilbronner Rockband Thirsty an diesem Samstag mit Facebook-Livestream-Konzert

Bevor der Konzertbetrieb hoffentlich bald wieder regulär ablaufen kann, haben Thirsty noch zwei Highlights auf dem Zettel: An diesem Samstag, 11. Juli, gibt’s ab 19.15 Uhr einen Live-Stream auf der Thirsty-Facebook-Seite vom "Wunschkonzert". Fans durften schreiben, welche Nummern sie im Unplugged-Gewand hören möchten. Körner: "Da stehen einige Überraschungen an. Auch Lieder, die wir noch nie im Programm hatten – etwa von Stone Sour." Und am Samstag, 25. Juli, steht in Neckarsulm-Dahenfeld im Landkreis Heilbronn auf dem Gelände des Motorrad-Klubs "Extraprall" das "Abschlusskonzert" auf dem Plan. Körner betont: "Das ist nur der Abschluss vor der Sommerpause, kein endgültiges Ende." Das Konzert findet im Privat-Rahmen statt. Zuhörer können aber im Stream dabei sein.

Und was wird bleiben, wenn der Coronavirus-Wahnsinn - dank sinkender Zahlen - hoffentlich bald vorbei ist? Körner - der auch bei der Band King Kongs Deoroller aktiv ist, vermutet: "Für ausverkaufte oder rein private Konzerte können Livestreams eine schöne Ergänzung sein. Und wir Musiker von Thirsty können uns vorstellen, in Zukunft auch in kleiner Besetzung Terrassen-Konzerte zu spielen.“ Durstig auf weitere Gigs sind die sieben vielseitigen Musiker aus dem Heilbronner Raum auf jeden Fall.

Rubriklistenbild: © privat

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