Prozess neu aufgerollt

Heilbronner Landgericht: Löwenstein-Mordprozess wird heute fortgesetzt 

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Violetta Sadri
    Violetta Sadri
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  • Jason Blaschke
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Ein Mann (59) soll seine Ehefrau in Löwenstein ermordet haben. Der BGH annullierte das Urteil. Das Landgericht Heilbronn muss deshalb nun neu verhandeln. 

  • Das Landgericht Heilbronn hatte den Ehemann der Getöteten zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil im Mordfall in Löwenstein gekippt.
  • Der Angeklagte hatte beim Prozess vor zwei Jahren seine Schuld bestritten.

Heilbronner Landgericht: Löwenstein-Mordprozess wird heute fortgesetzt 

Updaten vom 14. September: Am heutigen Montag wird der Löwenstein-Mordprozess fortgesetzt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen seine Frau mit neun Messerstichen tödlich verletzt zu haben. Die Tatwaffe wurde nie gefunden - es wird aber vermutet, dass es sich dabei um ein Messer handelt. 

Im ersten Prozess konnte die Schuldfähigkeit des Mannes nicht eindeutig geklärt werden, da er immer bestritten hatte, seine Frau umgebracht zu haben. 

Heilbronn: Landgericht rollt Löwenstein-Mord neu auf - Zeugen sagen aus

Update vom 14. August: Der Mordprozess von Löwenstein wurde am Donnerstag fortgesetzt. Sieben Zeugen waren dafür geladen. Es sollte der Tattag vor drei Jahren rekonstruiert werden. Der mittlerweile 66-jährige Angeklagte war damals als Küchenverkäufer tätig und machte Hausbesuche zum Vermessen der Küchen. 

Bei den Zeugenaussagen ging es darum, wie der Angeklagte am Tattag aufgetreten war. Es wurde berichtet, dass er einen nervösen Eindruck machte. Doch seit der Tat sind mehr als drei Jahre vergangen, viele erinnern sich nicht mehr richtig. Der psychiatrische Gutachter, sowie der Gerichtsmediziner sollen auch noch aussagen.

Heilbronn: Landgericht rollt Löwenstein-Mord neu auf - heute geht es weiter

Update vom 13. August, 9.30 Uhr: Heute wird der Mordprozess von Löwenstein fortgesetzt. Sieben Zeugen, sowie zwei Sachverständige sollen heute zu Wort kommen, dabei handelt es sich um den psychiatrischen Gutachter und den Gerichtsmediziner.

Die Frau wurde vor der evangelischen Tagesstätte in Löwenstein mit neun Stichen, wovon fünf tödlich waren, verletzt worden, berichtet swr.de. Das Tatwerkzeug, das auf ein Messer hindeutet, wurde nie gefunden. 

Des Weiteren konnte im ersten Prozess die Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht geklärt werden. Der Psychiater schloss eine krankhafte Störung damals aus. Die Tat hatte der Angeklagte immer wieder bestritten, zudem hat er immer geschwiegen - genauso wie im zweiten Verfahren, welches seit vergangener Woche läuft.

Nach Mord in Löwenstein: Heute startet die Neuverhandlung am Landgericht Heilbronn

Update vom 6. August: Am 29. März 2017 soll ein 59-jähriger Mann seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit neun Messerstichen grausam ermordet haben. Am 20. April 2018 wurde der mutmaßliche Täter deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch noch immer findet der Mord in Löwenstein im Kreis Heilbronn kein Ende. Der Grund: Die Verteidigung ging in Revision und der Bundesgerichtshof hob das Urteil wieder auf.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe begründete die Entscheidung damit, dass eine Gen-Mischspur nicht genau genug herausgearbeitet wurde. Jetzt müssen die Richter am Landgericht Heilbronn ein neues Urteil fällen. Sprich: Der Fall muss nochmal komplett neu aufgerollt werden. Auch die Kinder des Ehepaars aus Löwenstein müssen erneut vor Gericht aussagen.

Löwenstein-Mord wird neu verhandelt: So geht es am Landgericht Heilbronn weiter 

Für die Neuverhandlung am Landgericht Heilbronn sind 20 Verhandlungstage angesetzt. Die Kinder des Ehepaares treten neben ihrer Funktion als Zeugen zudem als Nebenkläger auf. Was für sie der neue Prozess nervlich bedeutet, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Zumal die Richter in der ersten Verhandlung am Landgericht Heilbronn keinen Zweifel an der Schuld des 59-jährigen Ehemanns hatten.

Zuvor berichtete der SWR über die Neuverhandlung im Löwenstein-Mord, der heute in Heilbronn startet.

Nach Mord in Löwenstein: Neuer Prozess vor Heilbronner Landgericht

Erstmeldung vom 16. Juli: Das Urteil war gesprochen, die Indizienlage schien zunächst nur einen Schluss zuzulassen: Für den Mord an einer 59-Jährigen auf dem Gelände der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein im Landkreis Heilbronn kommt offenbar nur der von der Frau zum damaligen Zeitpunkt getrennt lebende Ehemann infrage. 

Der Mord mit neun Messerstichen am 29. März 2017 hatte die ganze Region Heilbronn in Aufregung versetzt. Am 20. April 2018 wurde der Ehemann der Frau am Landgericht Heilbronn zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Motiv des Mannes sah das Gericht in der gescheiterten Beziehung und gekränktem Stolz.

Mord in Löwenstein: Darum wird am Heilbronner Landgericht neu verhandelt

Allerdings stützte sich das Urteil in dem Fall des Mordes in Löwenstein rein auf Indizien: Der angeklagte Ehemann hatte ein Tatmotiv und kein Alibi, es gab DNA-Spuren von ihm am Tatort und er ist strafrechtlich schon mehrfach aufgefallen. Den Mord an seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau bestritt er allerdings bis zuletzt. 

Direkte Zeugen des Mordes in Löwenstein gibt es nicht. Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth sagte während der Urteilsverkündung am Heilbronner Landgericht: "Wenn man alle Indizien zusammennimmt, gibt es überhaupt keine Zweifel, dass Sie der Täter sind."

Mord in Löwenstein landet erneut beim Heilbronner Landgericht

Doch nach dem Urteil ging die Verteidigung des angeklagten Ehemanns in Revision. Und nun steht fest: Der Mordfall in Löwenstein muss juristisch neu aufgerollt werden! Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe das Urteil des Landgerichts Heilbronn aufgehoben. 

Streitpunkt: Eine Gen-Mischspur des Angeklagten an einer Getränkedose am Tatort sei vom Gericht "nicht hinreichend genau herausgearbeitet" worden. Zudem ist die Tatwaffe bis heute unauffindbar. Nun muss das Landgericht Heilbronn alle Beweise neu erheben. Und alles geht wieder von vorne los!

Mord in Löwenstein: Urteil soll am 22. Oktober in Heilbronn fallen

Laut BGH war die Schuld des Angeklagten nicht ausreichend bewiesen.

Ab Donnerstag, 6. August, muss sich die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Heilbronn erneut mit dem Mordfall in Löwenstein beschäftigen. Nach insgesamt 20 Prozesstagen soll am 22. Oktober das Urteil fallen. In ihrem Plädoyer vor der Urteilsverkündung im April 2018 hatte die Verteidigung des angeklagten Ehemanns Freispruch für ihren Mandanten gefordert, da dessen Schuld an dem Mord in Löwenstein nicht erwiesen sei.

Was die neue juristische Prozedur rund um den Mordfall in Löwenstein für die beiden hinterbliebenen Kinder der Getöteten nervlich bedeutet, die beim bald startenden Prozess erneut als Nebenkläger auftreten, mag man sich gar nicht vorstellen.

Rubriklistenbild: © Mario Berger/Archiv

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