Corona-Alarm im Kindergarten

Wird die Kita dicht gemacht? So wird bei Corona-Verdacht in Heilbronn entschieden

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Wegen des Verdachts auf Coronavirus-Infektionen schließt auch in der Region Heilbronn vorübergehend eine Kita. Aber: Wer entscheidet, ob zugemacht wird?

  • Wegen einzelner Coronavirus-Infektionen müssen Kitas und Kindergärten teils wieder schließen.
  • Wer entscheidet, ob und wann eine Kita in Heilbronn wegen des Coronavirus schließt?
  • Das Heilbronner Gesundheitsamt steht auf echo24.de-Anfrage Rede und Antwort zum Kita-Problem.   

Corona-Verdacht in Kita: Heilbronner Gesundheitsamt mit klarer Vorgehensweise

Update vom 15. Juli: Gerade erst kehren Kitas und Kindergärten langsam zum Regelbetrieb zurück, schon müssen erste Einrichtungen wieder schließen. Der Grund: Einzelne Kinder kamen mit Erkältungssymptomen in die Einrichtung. Ist der Test auf das Coronavirus positiv, reagiert das Gesundheitsamt.

In diesem Fall werde ermittelt, in welcher Gruppe die infizierte Person ist und mit welchen Personen sie Kontakt hatte, erklärt Gesundheitsamtsleiter Peter Liebertzur Vorgehensweise. Eventuell reicht es auch, nur einzelne Gruppen in der Kita oder dem Kindergarten vorübergehend zu schließen.

War die infizierte Person mit allen in Kontakt, muss die Kita oder der Kindergarten unter Umständen komplett dicht gemacht werden. Das sei aber von Fall zu Fall unterschiedlich, sagt Liebert. Ziel ist es, möglichst schnell zu reagieren, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. 

In Bruchsal hat ein Schreiben an Eltern für Empörung gesorgt. Darin heißt es, Kinder mit Corona-Verdacht sollten isoliert werden

Heilbronn: Verdacht auf Coronavirus-Infektionen - erste Kita in Neckarsulm macht wieder dicht

Lange waren Schulen, Kitas und Kindergärten in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus geschlossen. Doch zum Glück vieler Eltern kehren die meisten Einrichtungen in Heilbronn und der Region langsam aber sicher wieder zum Regelbetrieb zurück. Allerdings mit Unsicherheit und vielen offenen Fragen. 

Der Hintergrund: Wegen Coronavirus-Verdachtsfällen in einer Neckarsulmer Kita mussten in der vergangenen Woche wieder alle Kinder Zuhause bleiben. Vorausgegangen waren Erkältungssymptome unter Kindern und Erzieherinnen, die womöglich auf eine Coronavirus-Infektion hindeuten könnten.

Kita wegen Coronavirus-Verdacht geschlossen - Wer entscheidet das? Stadt Heilbronn äußert sich

Jetzt gibt es endlich Gewissheit. Alle 21 Kinder und vier Erzieherinnen der Neckarsulmer Kita wurden negativ auf das Coronavirus getestet, die Kita darf seit Montag wieder öffnen. Trotzdem bleibt die Frage im Raum, wann eine solche Kita-Schließung Sinn ergibt und wer das eigentlich entscheidet?

Auf echo24.de-Nachfrage teilt die Stadt Heilbronn schriftlich mit, dass die Entscheidung vom städtischen Gesundheitsamt in Absprache mit dem Kindergartenträger getroffen wird. Ein bloßer Verdachtsfall reicht laut Gesundheitsamtsleiter Peter Liebert nicht aus, um eine Kita komplett dichtzumachen.

Liebert: "Im Verdachtsfall gilt ein Betreuungsverbot für das betroffene Kind." Zeitgleich werde ein Test auf das Coronavirus veranlasst. Fällt dieser Test negativ aus, passiert nichts. Erst wenn die betroffene Person nachweislich an Covid-19 erkrankt ist, werden schnell Maßnahmen ergriffen.

Coronavirus-Infektion in einer Kita: Das ist der Notfall-Fahrplan für Heilbronn  

Gut zu wissen: Bloße Corona-Verdachtsfälle reichen nicht aus, um eine Einrichtung komplett zu schließen. Voraussetzung ist ein oder mehrere positive Covid-19-Tests.

In der Mitteilung heißt es: Eine Kindergartengruppe, beziehungsweise eine komplette Kita, wird erst dann geschlossen, wenn ein bestätigter Covid-19-Fall auftritt und die betroffene Person im infektiösen Zeitraum einen engen Kontakt zu einer Kindergartengruppe bzw. zu Personen aus der gesamten Kita hatte.

Das heißt aber auch, dass bereits eine Covid-19-Infektion ausreicht, um eine Kita in Heilbronn komplett zu schließen. Gerade im Hinblick auf die andauernde Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg könnte das zum Problem werden. Auch, weil eine zweite Welle nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann.

Also keine besonders guten Nachrichten für Eltern, die ihre Kinder wochenlang in Eigenregie zu Hause betreuen mussten. Immerhin: Die Stadt Heilbronn erstattete für die Monate April und Mai die Kita-Gebühren wegen des Coronavirus und konnte den Eltern damit zumindest eine finanzielle Entlastung zukommen lassen.

Heilbronn: Erneute Kita-Schließungen wegen Coronavirus-Infektionen - ein Fazit

Die Kinderbetreuung in der Corona-Krise - sie bleibt eine Herausforderung. Sowohl für Eltern, als auch für Träger und die örtlichen Gesundheitsämter. Denn einerseits muss die Ausbreitung des Coronavirus verhindert und Erzieherinnen und Kinder geschützt werden. 

Andererseits stellen die plötzlichenKita- oder Kindergartenschließungen die betroffenen Eltern vor eine große Herausforderung. Und da die Coronavirus-Pandemie weiter andauert, sind Szenarien wie in Neckarsulm im Zukunft durchaus öfter möglich. Heißt: Die Kinderbetreuung bleibt ungewiss - wie so vieles in dieser Zeit. Ähnlich sieht es auch mit der Zukunft in den Schulen in Baden-Württemberg aus. Lehrer haben nun auf die dringendsten Probleme im Unterrichtsalltag während der Coronavirus-Zeit hingewiesen.

Seit der Wiedereröffnung von Kitas und Schulen herrscht viel Unsicherheit. Das Kultusministerium in Baden-Württemberg möchte eine Handlungsempfehlung aussprechen, wie man mit Erkältungssymptomen bei Kindern umgehen soll.

Rubriklistenbild: © Mascha Brichta/dpa

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