Kreuze am Wegesrand

Geheimnisvolle grüne Kreuze in der Region: Was dahinter steckt, überrascht!

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Grüne Kreuze wie dieses sind auf vielen Äckern zu sehen.
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Entgegen der Vermutung haben die Symbole nichts mit schlimmen Unfällen zu tun.

Vermutlich habt ihr sie auch schon gesehen: Grüne Kreuze auf Feldern am Wegesrand in der Region um Heilbronn. Diese stehen nicht etwa für einen tödlichen Unfall, sondern sind Teil einer bundesweiten Protestaktion der Landwirte. Doch wogegen protestieren die Bauern?

Grüne Kreuze in der Region Heilbronn: Bauern-Protest gegen Agrarpaket 

Ihren Ursprung hat die Aktion in Rommerskirchen im Rheinland. Dr. Willi Kremer-Schillings, der sich selbst nur "Bauer Willi" nennt, hat dort aus Protest gegen das Agrarpaket der Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt ein grünes Kreuz auf seinem Feld aufgestellt.

 "Die Maßnahmen greifen massiv in die Eigentumswerte von uns Landwirten ein. Einzelne Flächen werden wertlos und können nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden", schreibt Bauer Willi. "Die Folge: Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt wurden. Das kann nicht im Sinne des Verbrauchers sein."

Neben Maßnahmen zur Minderung des Einsatzes von Glyphosat und weiteren Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln enthält das Paket auch eine Umschichtung der finanziellen Mittel für die Bauern. So werden die Direktzahlungen an die Bauern zurückgefahren, dafür wird der Topf mit den Bonuszahlungen für Umwelt- und Tierschutzanstrengungen erhöht.

Grüne Kreuze in der Region Heilbronn: Auch als Protest gegen Volksbegehren "Rettet die Bienen"

In Heilbronn und dem Hohenlohekreis werden die grünen Kreuze laut dem SWR zudem als Protest gegen das am Dienstag gestartete Volksbegehren "Rettet die Bienen" aufgestellt. "Das mit 'Rettet die Bienen' betrifft eigentlich nur uns in Baden-Württemberg", sagt der Landwirt Michael Kreß aus Hardthausen-Gochsen. "Die Kreuze beziehen sich aber eher auf das Agrarpaket. Es ist aber auch eine gute Symbolik für 'Rettet die Bienen'."

Die Aktion "Rettet die Bienen" hat schon viele auf die Straße gebracht.

Kreß, der Landwirtschaft studiert hat, hat selbst vier solcher grünen Kreuze an verschiedenen Orten aufgestellt. In der Heilbronner Region schätzt Kreß die Anzahl der grünen Kreuze "auf einige 100, wenn nicht 1.000".

Agrarreform bedroht nicht nur in der Region Heilbronn die Existenz der Bauern

Kreß beteiligt sich an dem Protest, da er fürchtet, dass die Einschnitte durch den Agrarpakt existenzbedrohend sein könnten. Insbesondere für kleinere Betriebe, die nicht über einen ausreichenden finanziellen Puffer verfügen. Ähnliches gilt auch für das Volksbegehren "Rettet die Bienen", das den Landwirten zu eng gefasst ist. Gegenüber dem SWRbezeichnete der Obstbauer Berd Böhringer, das Volksbegehren als "vollkommene Existenzbedrohung".

Mit ihren Protesten reihen sich die Landwirte in eine Reihe von Umweltschutz-Demonstrationen wie Fridays for Future ein. Denn: Dass die Landwirte zwar gegen das Volksbegehren sind, jedoch nicht gegen eine Artenvielfalt, betont der Vorsitzende der Kreislandjugend Benjamin Zinn auf Anfrage des SWR: "Wir stehen für Artenvielfalt aber zu einem 'Nein' zum Volksbegehren."

Forderungen stellen die Landwirte jedoch nicht, wie aus einer Pressenotiz zu den grünen Kreuzen hervorgeht. Die grünen Kreuze sollen lediglich "als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden, sich dem Wert der heimischen Landwirtschaft bewusst zu werden".

Landwirtschaftliche Verbände stellen eigene Lösung vor

Die Verbände der Landwirte und der Wein- und Obstbauern in Baden-Württemberg haben indes in Weinsberg im Kreis Heilbronn ihren eigenen Volksantrag vorgestellt. Laut dem SWR stehen hier die Themen Forschung und Selbstverpflichtung für mehr Artenschutz im Zentrum. Die Verbände möchten statt eines Verbotes von Pestiziden, wie es das Volksbegehren "Rettet die Bienen" fordert, durch gezielte Forschung dafür sorgen, dass diese weniger eingesetzt werden müssen.

Beim Kernpunkt des Antrags, dem Artenschutz, sollen die Landwirte durch Anreize zu mehr Artenschutz bewegt werden. Zudem sollen der Artenschwund und Gegenmaßnahmen untersucht werden. Bei dem Antrag handelt es sich um einen Gesetzesentwurf, der dem Landtag zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Das Ziel der Verbände sind 40.000 Unterschriften.

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