Die Sucht ist erst der Anfang

Experte erklärt: Dieses Verbrechen reißt die Region in den Abgrund

+
Drogendelikte häufen sich in der Region Heilbronn seid einigen Jahren.
  • schließen

Aus Kleinkriminalität gerät rasch eine ganze Lawine ins Rollen. Mit schlimmen Folgen.

Es beginnt alles ganz harmlos. Mit einem Zug am Joint. Oder einer Pille im Club. Und am Ende kann es Menschenleben vernichten – und zwar nicht nur das eigene.

Wer in eine Drogenabhängigkeit gerät, steht unter enormem Druck, sich ständig neuen Stoff beschaffen zu müssen. "Dieses Verlangen ist offenbar derart heftig, dass die Hemmungen komplett fallen", erklärt Günther Silcher, Strafverteidiger aus Flein und regelmäßig am Heilbronner Land- und Amtsgericht tätig.

Heilbronn: Drogen werden in der Region immer mehr zum Problem

Der Jurist: "Durch Drogen entsteht in der Region Heilbronn eine ganze Menge Leid. Süchtige ordnen alles ihrer Abhängigkeit unter. Zunächst leihen sie sich Geld in ihrem Umfeld. Bald können sie ihre Schulden nicht bezahlen und beklauen ihre Freunde und Verwandten." Dann geht es oft weiter mit Taschendiebstählen – und anschließend folgen als nächste Stufe die Raubüberfälle. Silcher: "Und manche schrecken irgendwann auch nicht mehr vor Mord zurück, um an Geld für ihren Stoff zu kommen."

Anwalt Günther Silcher wohnt in Flein und ist regelmäßig am Landgericht in Heilbronn tätig.

In den vergangenen Jahren hat Günther Silcher beobachtet, dass vor allem Drogendelikte in Heilbronn und der Region immer mehr zugenommen haben. Er erklärt: "Drogenhandel ist natürlich verboten. Das Schlimme ist aber vor allem der Rattenschwanz, der sich daran anschließt. Denn Drogen können eine ganze Kette an Straftaten auslösen, die dann unbeteiligte Dritte in den Abgrund stürzen." Und gerade das sei in den zurückliegenden Jahren in Heilbronn und der Region immer mehr zu beobachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare