Online-Befragung 

Umfrage in Heilbronn: Arbeitsteilung in der Corona-Krise - so unterschiedlich gehen Mann und Frau damit um

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Das Heilbronner Institut für angewandte Marktforschung führte eine Umfrage, das "Heilbronn-Barometer", durch. Im Zuge der Umfrage wurde nach Arbeitsteilung in der Corona-Krise gefragt. 

  • Hochschule Heilbronn startet jährliche Umfrage zu aktuellen Themen.
  • Heilbronn-Barometer fragt die Bürger aus Heilbronn auch zur Corona-Krise.
  • Die Ergebnisse der Befragung überraschen.

Bürger-Umfrage in Heilbronn: Arbeitsteilung in der Corona-Krise - so unterschiedlich sehen's die Geschlechter!

Das Coronavirus hat den Alltag der Menschen in Heilbronn, wie auch in ganz Deutschland, grundlegend verändert. Um die Ausbreitung einzudämmen, wurden viele Einrichtungen geschlossen - darunter auch Schulen und Kitas. Aufgrund dessen waren die Eltern dazu gezwungen die Kinderbetreuung und den Mehraufwand im Haushalt selbst zu übernehmen und bestenfalls zu teilen. 

Nach etlichen Wochen schien sich die Lage etwas zu entspannen. Schulen und Kitas wurden teilweise wieder geöffnet und die Eltern konnten aufatmen. Nach dieser noch nie dagewesenen Erfahrung drängte sich eine Frage förmlich auf: Wer stemmte den Mehraufwand im Haushalt? Mit dieser Fragestellung hat sich das Heilbronner Institut für angewandte Marktforschung auseinandergesetzt und kam zu einem interessanten Ergebnis. 

Hochschule Heilbronn mit Umfrage: "Wie teilen Sie sich die Aufgaben mitten in der Corona-Krise?"

Das Heilbronner Institut für angewandte Marktforschung der Hochschule Heilbronn (H-InfaM) führt eine regelmäßig stattfindende, repräsentative Bürgerumfrage, das "Heilbronn-Barometer", durch, worüber echo24.de bereits berichtete. Im jährlichen Turnus können so Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern aus Heilbronn und Umgebung ermittelt werden. 

Im Zuge des "Heilbronn-Barometers" ging das Institut der Frage "Wie teilen Sie sich die Aufgaben mitten in der Corona-Krise?" nach.  Dadurch konnte ermittelt werden, ob die Hauptlast der Hausarbeit während der Corona-Krise eher bei Frauen oder Männern lag. Dazu wurde eine Online-Befragung der Bevölkerung in Heilbronn und Umgebung durchgeführt. 

Es wurden insgesamt 924 Menschen befragt - 484 davon aus dem Stadtkreis und 440 aus dem Landkreis Heilbronn. Das Ergebnis war mehr als überraschend. 

Heilbronn-Barometer: Hauptlast der Hausarbeit in der Corona-Krise

Während etwa 60 Prozent der Männer zustimmten, dass die Hausarbeiten wie Kochen und Waschen von ihrer Partnerin übernommen werden, gaben 75 Prozent der Frauen an, dass die Hausarbeit in der Corona-Krise gänzlich bei ihnen lag. 

Ähnliche Diskrepanzen finden sich beim Einkaufen für den täglichen Bedarf: Während etwa 65 Prozent der Männer angaben, dass Einkaufen während der Corona-Krise gleichmäßig aufgeteilt oder überwiegend von ihnen übernommen wurde, sagte etwa die Hälfte der Frauen, dass diese Aufgabe fast vollständig oder überwiegend in ihrer Verantwortung lag. 

Hochschule Heilbronn startet jährliche Umfrage zu aktuellen Themen.

Heilbronner Institut: Ergebnisse der Corona-Umfrage überraschen 

"Durch Corona hat sich der Aufwand für Hausarbeit und Kinderbetreuung erhöht. Unsere Zahlen für Heilbronn und Umgebung zeigen, dass Paare weit davon entfernt sind, Hausarbeit gleichmäßig zu teilen. Frauen tragen die Hauptlast, stärker noch als im Bundesdurchschnitt", erläutert Prof. Dr. Nicola Marsden, stellvertretende Direktorin des Heilbronner Instituts für angewandte Marktforschung. 

"Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen: Männer schätzen den eigenen Anteil an der Hausarbeit höher ein als Frauen den Anteil ihrer Partner wahrnehmen. Männer sehen also vermutlich auch weniger Handlungsbedarf", erklärte Marsden die Ergebnisse der Umfrage. Was genau bedeutet das für die Frauen? Zusammengefasst heißt es für die Frauen, dass die Hauptlast weiterhin auf ihren Schultern liegen wird - bis die Männer die eigene Wahrnehmung ändern.   

Rubriklistenbild: © Pixabay Symbolbild

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