Invasion der Schädlinge erwartet

Wegen Borkenkäfer-Plage: Region Heilbronn droht großes Fichtensterben

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Borkenkäfer haben sich in der Region Heilbronn unglaublich vermehrt. Diese Plage wird vor allem die Fichte treffen. 

  • Dem Wald in der Region Heilbronn droht eine Borkenkäfer-Plage.
  • Kreisforstamtsleiter rechnet mit großen Schäden an Bäumen.
  • Die Fichte wird in und um Heilbronn keine Zukunftschance haben.

Er sieht aus wie eine braune Walze mit Haaren. Seine geringe Körpergröße von fünf Millimetern hält ihn allerdings nicht davon ab, einer der größten Forstschädlinge überhaupt zu sein. Unzählige Fichten in den Wäldern der Region Heilbronn werden ihm auch in dieser Saison wieder zum Opfer fallen. Vermutlich sogar mehr als je zuvor. Denn die Förster im Stadt- und Landkreis Heilbronn erwarten eine Borkenkäfer-Plage. Und zu dieser Art gehört der besonders gefräßige Buchdrucker.

Der Hauptgrund für die Borkenkäfer-Plage ist die Klimaerwärmung. Martin Rüter, Kreisforstamtsleiter Heilbronn, erklärt: "Seit 2018 hat sich die Population enorm aufgeschaukelt, weil die Mortalitätsrate aufgrund der milden Winter sehr niedrig ist." Was bedeutet das vor allem für die Fichte, die im Landkreis zehn bis 20 Prozent des Waldbestands ausmacht? "Sie wird langfristig in und um Heilbronn keine Zukunftschance mehr haben!"

Borkenkäfer-Plage: Forstamtsleiter rechnet mit großen Schäden in der Region Heilbronn

Seitdem es in der Region Heilbronn Temperaturen über 18 Grad hat, starten die Borkenkäfer wieder ihre gefräßigen Angriffe. Auch wenn die Bäume aufgrund besserer Wasserversorgung vorübergehend mehr Widerstand durch Harzbildung leisten können, rechnet Martin Rüter durch die riesige Population mit "großen Schäden".

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Die gestiegenen Temperaturen sorgen dafür, dass derzeit vielerorts die Borkenkäfer ausschwärmen. Sie sorgen für eine stille Katastrophe in den von Dürre, warmen Wintern und Stürmen geschwächten sächsischen Wäldern: Die Borkenkäfer suchen gezielt geeignete Bäume, um sich unter der Rinde zu vermehren. Bei starkem Befall sterben die Bäume ab. Dieses Szenario droht dem sächsischen Wald auch in diesem Jahr wieder auf großer Fläche. Sachsens Forstminister @wolframguenther hat sich heute im Forstrevier Grillenburg im Tharandter Wald gemeinsam mit Landesforstpräsident Utz Hempfling ein Bild von der Lage gemacht. Fazit: 1. Waldbesitzer können auf finanzielle und technische Hilfen zurückgreifen. 2. Der Waldumbau muss weiter vorangehen. Das Ziel sind klimastabile, naturnahe, arten- und strukturreiche sowie leistungsfähige Wälder. Sächsische Waldbesitzer finden umfangreiche Informationen unter www.sbs.sachsen.de/waldbesitzer-portal-8319.html. #Borkenkäfer #TharandterWald #Sachsen #Klimawandel #Sachsenforst #Waldumbau

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Ist ein Baum erstmal befallen, stirbt er Rüter zufolge nicht nur "nach etwa vier Wochen" ab, sondern dient gleichzeitig auch als Ausgangspunkt einer weiteren Massenvermehrung der Borkenkäfer. In günstigen Jahren wie 2018, 2019 und wohl auch 2020 kommt es zu einer Ausbildung von drei Generationen. Und die Population kann sich vertausendfachen.

Region Heilbronn: Kampf gegen die Borkenkäfer-Plage gleicht einem Rückzugsgefecht

Von Borkenkäfern wie dem Buchdrucker befallene Bäume müssen möglichst schnell ausgemacht, gefällt und aus dem Wald gebracht werden. In Sägewerken wird das befallene Holz dann zersägt. Das Problem dabei, wie Martin Rüter erklärt: "Die Sägewerke sind irgendwann überschwemmt mit Käferholz." Der Kampf gegen den Borkenkäfer ist deshalb für den Kreisforstamtsleiter keiner mit Siegchancen, sondern er ähnelt eher einem "Rückzugsgefecht".

Diese Fichten sind Borkenkäfern zum Opfer gefallen.

Borkenkäfer wie der Buchdrucker sind längst nicht die einzige Insekten-Plage, die der Region drohen. Ein Schädlingsbekämpfer rechnet in der Innenstadt von Heilbronn in diesem Sommer mit einem Kakerlaken-Chaos.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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