Badesee-Aus für Region Heilbronn?

Riesen-Besucher-Ansturm: Radikale Maßnahme an zwei Badeseen in der Region

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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  • Jason Blaschke
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Nachdem sich viele Badegäste an die Seen Ehmetsklinge und den Mühlbacher See im Landkreis Heilbronn aufgemacht haben, sind die Zufahrten vorübergehend gesperrt.

  • An Badeseen in der Region Heilbronn werden die Corona-Regeln nicht eingehalten.
  • Nach der Sperrung des Breitenauer Sees, könnten nun alle Badeseen in der Region geschlossen werden.
  • Wegen des großen Andrangs der Badegäste sind die Zufahrten zu Ehmetsklinge und zum Mühlbacher See an diesem Sonntag gesperrt.

Heilbronn: Zufahrten an die zwei Badeseen vorübergehend gesperrt

Update vom 16. August: Es ist soweit: Die Zufahrten zu den beiden Badeseen Ehmetsklinge in Zaberfeld und zum Mühlbacher See im Eppinger Stadtteil Mühlbach im Landkreis Heilbronn sind gesperrt. Auch an diesem Super-Sommer-Sonntag haben sich wieder viele Badegäste an die beiden beliebten Badeseen aufgemacht. Doch um die empfohlenen Mindestabstände zu wahren und damit der Ausbreitung des Coronavirus einen Riegel vorzuschieben, wurden die Zufahrten zu den Gewässern gegen Mittag dieses Sonntags dicht gemacht.

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, sei bereits um 12 Uhr der Andrang an der Ehmetsklinge in Zaberfeld seitens der Badegäste derart groß gewesen, dass der beliebte Badesee für zusätzliche Menschen gesperrt werden musste. Bereits anwesende Badegäste durften aber bleiben. Die Tatsache, dass der nahe gelegene Katzenbachsee in Pfaffenhofen wegen einer Suchaktion am Sonntagvormittag zeitweise gesperrt war, hatte für zusätzliche Badegäste an der Ehmetsklinge im Landkreis Heilbronn gesorgt. Sobald allerdings Menschen das Areal verlassen, dürfen neue Badegäste nachrücken.

Region Heilbronn: Badesee-Aus vom Tisch - Ehmetsklinge bleibt offen

Update vom 11. August: Der Breitenauer See im Kreis Heilbronn ist bereits komplett gesperrt. Und auch bei der Ehmetsklinge bei Zaberfeld dachte man über die Maßnahme einer längerfristigen Sperrung wegen des Coronavirus nach. Grund dafür sind auch an der Ehmetsklinge jene unvernünftigen Badegäste, die sich nicht an die geltenden Coronavirus-Regeln halten wollen.

Doch die Entscheidung, die Ehmetsklinge im Landkreis Heilbronn komplett abzuriegeln, "ist vorerst vom Tisch", erklärt eine Sprecherin der Gemeinde Zaberfeld auf echo24.de-Anfrage. Der Badesee bleibe offen, aber künftig werde mit mehr Personal und zusätzlich auch am Zugang zur Ehmetsklinge kontrolliert. Sind die Parkplätze voll, werde der Badesee abgesperrt. Auch für Besucher ohne PKW.

Region Heilbronn: Ehmetsklinge bleibt offen, andere Badeseen auch

Von der Gemeinde Zaberfeld heißt es "Auch die Zufahrten zu Wohngebieten im Bereich der Ehmetsklinge werden künftig kontrolliert." Dort hatten am Wochenende manche Badegäste geparkt, die am See keinen Parkplatz mehr bekommen haben. Unterstützt wird die Gemeinde Zaberfeld von externen Sicherheitsdiensten und der Polizei, die auch an kommenden Wochenenden an der Ehmetsklinge im Landkreis Heilbronn Präsenz zeigen möchte.

Mit der Entscheidung aus Zaberfeld ist auch Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke zufrieden. Der Grund: Auch die beiden Badeseen bei Eppingen, der Elsenzer See und der Mühlbacher See, können trotz Coronavirus offen bleiben. Groß war Anfangs die Sorge, dass die Eppinger Badeseen überrannt werden, sobald auch die Ehmetsklinge für Badegäste komplett geschlossen worden wäre.

Region Heilbronn: Badeseen bleiben offen - das müssen Badegäste aber beachten

Es kann aber passieren, dass in Eppingen die Zufahrten zu den Badeseen gesperrt werden, wenn die Parkplätze voll sind. "Das könnte vor allem am beliebten Mühlbacher See der Fall sein", heißt es auf echo24.de-Anfrage von der Stadt Eppingen. Zudem werde das Ordnungsamt die Coronavirus-bedingten Abstandsregeln kontrollieren. Auch in Eppingen werden die Ordnungshüter von einem externen Sicherheitsdienst unterstützt.

Sowohl die Gemeinde Zaberfeld, als auch die Stadt Eppingen halten sich die Option einer kompletten Badesee-Sperrung offen, sollte die Situation im Kreis Heilbronn weiter eskalieren. Im Interesse aller Badegäste sollten sich die Menschen im Raum Heilbronn deshalb an die wegen des Coronavirus eingeführten Abstands- und Hygieneregeln halten. Sonst könnte das Badesee-Aus für die Region Heilbronn doch noch kommen.        

Region Heilbronn: Badesee-Aus auch an der Ehmetsklinge möglich?

Erstmeldung vom 10. August: Für die Sperrung des Breitenauer Sees im Kreis Heilbronn hagelte es teils heftige Kritik. Doch vorerst wird es keine Lockerungen für Badegäste geben. Zu groß ist die Angst vor neuen Coronavirus-Hotspots und einer zweiten Infektionswelle in Baden-Württemberg. Ändern sich die allgemeinen Coronavirus-Regeln nicht, bleibt der Breitenauer See bis Ende Oktober gesperrt. Und andere Badeseen könnten folgen!

Der Hintergrund: Viele Badegäste weichen auf die anderen Badeseen im Kreis Heilbronn aus. Nicht verwunderlich also, dass Ehmetsklinge und Co. seither mit noch mehr Badegästen als sonst rechnen müssen. Das zeigt ein Bericht der Heilbronner Stimme zur Ehmetsklinge nur allzu deutlich. Nur soviel: Die 1.000 Parkplätze an der Ehmetsklinge reichten am Wochenende bei Weitem nicht aus.

Heilbronn: Kommt die Sperrung aller Badeseen in der Region?

Zaberfelds Bürgermeisterin Diana Kunz denkt deshalb über eine Sperrung der Ehmetsklinge über einen längeren Zeitraum nach. In der Heilbronner Stimme erklärt sie: "Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir sagen müssen, wir sperren." Bei ihrem Besuch am Samstag seien die Liegeweisen an der Ehmetsklinge wieder voll gewesen. Ähnlich wie am Breitenauer See wurden Wohngebiete als Parkplatz-Ersatz genutzt.

Und wieder wurden Mitarbeiter des Ordnungsamts und Sicherheitskräfte von anreisenden Badegästen beschimpft. Kunz: "Das kann ich meinen Leuten und dem Sicherheitsdienst nicht mehr zumuten." Heute möchte sich Kunz deswegen mit Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke und Pfaffenhofens Bürgermeister Dieter Böhringer über das Thema Badeseen in Zeiten des Coronavirus unterhalten.

Badesee-Aus für Heilbronn: Sperrung der Ehmetsklinge hätte Folgen 

Wenn die Ehmetsklinge für Badegäste gesperrt wird, müssten auch der Elsenzer See und der Mühlbacher See in den Eppinger Stadttteilen komplett dichtmachen, heißt es von OB Holaschke. Denn wenn auch noch die Ehmetsklinge geschlossen werde, könnte es die Badegäste nach Eppingen treiben. Dort sei die Lage zwar aktuell überschaubar, das könnte sich durch eine Sperrung aller anderen Badeseen schnell ändern.

Am Wochenende war es am Badesee Ehmetsklinge in Zaberfeld wieder überfüllt. Droht jetzt die langfristige Sperrung? Das hätte fatale Folgen!

Die Entscheidung zur Sperrung der Ehmetsklinge ist daher von großer Bedeutung. Denn macht der Badesee in Zaberfeld dicht, werden ausnahmslos alle Badeseen in der Region Heilbronn wegen des Coronavirus geschlossen. "Auch der Hirschfeldsee in Oedheim ist für Tagesgäste von außerhalb gesperrt", erklärt Isabel Kummer vom Betreiber Sperrfechter Freizeitpark auf echo24.de-Anfrage.

Bade-Aus für alle Badeseen in der Region Heilbronn? Alles hängt von einer Entscheidung ab

Sollte also die Ehmetsklinge dichtmachen, würde es das vorläufige Aus für alle Badeseen in der Region Heilbronn bedeuten. Die Badegäste könnten alternativ nur noch auf die Freibäder im Kreis Heilbronn ausweichen, die unter Corona-Auflagen geöffnet haben. Allerdings nur für eine begrenzte Anzahl an Badegästen und nur für bestimmte Zeitfenster. Manche Freibäder haben sogar überhaupt nicht offen.

Es ist ein Desaster. Einerseits macht das Coronavirus Urlaubsreisen schwierig, andererseits schließen in der Region Heilbronn womöglich die Badeseen und somit beliebte Ausflugsziele. Wohin sollen die Menschen bei hochsommerlichen Temperaturen in Baden-Württemberg noch gehen? Die Zahl der Möglichkeiten ist klein, der Wunsch nach Lockerungen in der Coronavirus-Verordnung umso größer.     

Rubriklistenbild: © Violetta Sadri

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