Tipps zum richtigen Schutz

Infektionswelle im Südwesten: So gefährlich ist der Hanta-Virus

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Die Rötelmaus kann den Hanta-Virus übertragen.
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Bereits über 200 Menschen haben sich dieses Jahr in Baden-Württemberg mit dem Virus angesteckt. Auch der Stadt- und Landkreis Heilbronn vermeldet erste Fälle.

Kleiner als Hausmäuse, fuchsrotes Fell, ein grauer oder weißer Bauch und längere, schwarze Haare am Schwanz - das ist die Rötelmaus. Und der kleine Nager hat es in sich. Denn: Die Maus kann durch ihren Kot einen gefährlichen Virus übertragen, den Hanta-Virus. 

Bereits über 200 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Hanta-Virus angesteckt. Tendenz: Stark steigend. Für den Stadt- und Landkreis Heilbronn sind für das Jahr 2019 bereits vier Fälle auf der aktuellen Karte der Hanta-Vorhersage gemeldet (Stichtag 15. Mai): Die Fälle sind dem Landkreis zuzuordnen - in 2018 gab es dort dagegen nur einen einzigen Fall. 

Viel Futter für Nager: Deshalb steigt die Zahl der Hanta-Virus-Infektionen

Doch warum kommt es dieses Jahr zu einem starken Anstieg der Hanta-Virus-Infektionen? Die Rötelmaus lebt vor allem in Wäldern mit Buchen und Eichen. 2018 haben Buchen besonders viele Bucheckern getragen - die Nager hatten also viel Futter und konnten sich stark vermehren. "Die Anzahl der Infektionen schwankt immer nach Lage der Nahrung - das ist normal", erklärt Manfred Körner, Pressesprecher des Landratsamt Heilbronn. 

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn gab es bis zum Stichtag am 15. Mai bereits vier Fälle.

Das bedeutet: Nach einem starken Buchenjahr gibt es auch oft einen Anstieg der Hanta-Virus-Infektionen. Zusätzlich bieten die Wälder in Baden-Württemberg einen idealen Lebensraum für die Rötelmaus - und anscheinend tragen die Nager auch besonders häufig den Virus in sich. Hinzu kommt, dass verschiedene Nagetiere den Virus übertragen können - daneben auch Spitzmäuse, Maulwürfe und Fledermäuse.

Hanta-Virus: Wie wird er übertragen?

Übertragen wird der Hanta-Virus durch den Kot der Rötelmaus, auch Waldwühlmaus genannt. Im Laufe der Zeit zerfällt dieser Kot zu Staub - und schon schnellere Schritte bei einem Waldspaziergang genügen, um ihn aufzuwirbeln. Wird der Staub eingeatmet, können die Hanta-Viren über die Lunge ins Blut gelangen. 

Die Viren selbst können mehrere Wochen in der Umwelt überleben. Das bedeutet: Ein direkter Kontakt mit einem infizierten Nager ist nicht notwendig, um zu erkranken. Rund zwei Wochen nach der Infektion bricht die Krankheit dann aus, häufig beginnt sie mit Grippesymptomen und starken Kopfschmerzen.

Symptome des Hanta-Virus: So verläuft die Krankheit

Hat man sich mit dem Hanta-Virus infiziert, kann das schwere grippeähnliche Symptome hervorrufen wie beispielsweise hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (rki) kann es in einer darauffolgenden Krankheitsphase zu Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen kommen. 

Eine Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren (Puumalaviren). 

Besonders wichtig also: Bei Verdacht auf eine Infektion unbedingt an einen Arzt wenden! Normalerweise ist eine Infektion durch den Hanta-Virus jedoch gut behandelbar, indem die Symptome gelindert werden. Auch Spätfolgen treten in der Regel nicht auf. Trotzdem: Unbehandelt kann die Krankheit lebensgefährlich sein, wie der SWR berichtet.

Wie kann man sich vor einer Infektion mit dem Hanta-Virus schützen?

Umso wichtiger ist also der Schutz vor einer Infektion mit dem Hanta-Virus. Manfred Körner, Pressesprecher des Landratsamt Heilbronn, empfiehlt, sich an die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu halten. Das rki gibt unter anderem folgende Tipps:

● Lebensmittel und auch Abfall unzugänglich für Nager aufbewahren.
● Tierfutter und Wasser nicht über Nacht offen stehen lassen.
● Essensreste und tierische Abfälle nicht auf den Hauskompost geben.
● Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für Nager beseitigen - auch mögliche Zugänge zum Haus verschließen.
● Wenn beim Aufräumen in Garagen oder Schuppen Mausekot gefunden wird: Mundschutz und Handschuhe tragen und alle betroffenen Flächen gründlich und nass mit Haushaltsreiniger reinigen.

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