Vermisstes Kind im Freibad Bönnigheim

Kind vermisst? Mutter soll Durchsage im Freibad bezahlen

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Eine Mutter möchte ihr vermisstes Kind ausrufen lassen und muss das bezahlen. Die Folge: Eine (ungerechtfertigte?) Hetzjagd!

Die Facebook-User sind fassungslos: In der Gruppe "Du bist aus Heilbronn, wenn..." geht ein Post über ein siebenjähriges, vermisstes Kind im Bönnigheimer Freibad durch die Decke! Eine Mutter beklagt sich darin über die Zustände in dem Mineralfreibad, als sie ihren Sohn ausrufen lassen wollte. Denn: Sie musste für die Durchsage einen Euro bezahlen. Facebook wütet - doch so eindeutig ist die Sache nicht.

Laut des Facebook-Posts dauerte die gesamte Diskussion um das Bezahlen einige Minuten, in denen Schlimmeres hätte passieren können. Die Netzwerk-User starten einen regelrechten Shitstorm gegen das Freibad. "Um ein verloren gegangenes Kind auszurufen einen Euro zu nehmen, grenzt an unendliche Unverschämtheit. Unfassbare Servicewüste. Hilfeleistung Fehlanzeige. Daumen runter hierfür!", schreibt ein User.

Doch was ist dran an dem angeblichen Ein-Euro-Skandal? Fest steht: Diese Regelung gibt es nicht nur im Bönnigheimer Schwimmbad - und sie ist sinnvoll! Grund: eine ganz einfache Filter-Funktion. Kornelius Bamberger, Bürgermeister der Stadt Bönnigheim, erklärt: "Geld für Ausrufe zu verlangen, ist eine ganz alte Regelung, um den Missbrauch der etlichen Durchsagen am Tag zu verhindern. Für akute Notfälle haben wir noch nie Geld verlangt. Da wird natürlich unverzüglich gehandelt!"

Was meint ihr, sollen Ausrufe Geld kosten?

Das Freibadpersonal selbst möchte sich zu den Vorwürfen gegenüber echo24.de erst einmal nicht äußern. Dennoch besteht Klärungsbedarf. Bamberger: "Es war nicht sofort erkennbar, ob es sich um einen echten Notfall handelt". Um Personen vor größeren Gefahren zu schützen, sei der sofortige Anlauf zu einem Bademeister immer sinnvoller, denn die Becken seien nie unbeaufsichtigt, versichert Bamberger.

Der Bürgermeister möchte nun mit der Frau in Kontakt treten, um den Sachverhalt ausführlich zu klären. Ein wirklicher Notfall scheint zumindest fraglich zu sein. Der heißdiskutierte Facebook-Post jedenfalls ist mittlerweile gelöscht worden.

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