Flughafen Stuttgart mit deutlichen Rückschlägen

Nach Höhenflug der vergangen Jahre - droht Flughafen Stuttgart die Bruchlandung?

Flughafen Stuttgart: Die Flugbranche hat lange geboomt. Doch wegen der Coronakrise brechen die Passagierzahlen ein ... mit dramatischen Folgen.

  • Im Jahr 2019 brach der Flughafen Stuttgart einen Rekord.
  • Für 2020 wurden 12,3 Millionen Passagiere erwartet.
  • Doch wegen des Coronavirus müssen nun sogar Kredite her.

Flughafen Stuttgart: Nach Höhenflug - droht jetzt die Corona-Bruchlandung?

In den vergangenen Jahren hat die Luftfahrt in Deutschland einen nicht enden wollenden Boom erlebt. Nahezu jährlich stieg die Zahl der Reisenden an den deutschen Flughäfen an. Davon profitierte auch der Flughafen Stuttgart, der im vergangenen Jahr mit 50,2 Millionen Euro sein Rekordergebnis eingefahren hat. 

Fast 13 Millionen Passagiere nutzen den Flughafen der Landeshauptstadt, an dem die Stadt Stuttgart mit 35 Prozent beteiligt ist. Doch dann kam das Coronavirus und stürzte die Reisebranche und die gesamte Wirtschaft in Baden-Württemberg in eine tiefe Krise. Die Zahlen der Vergangenheit sind nun  ferner denn je.

Flughafen Stuttgart: Trotz Rekordjahr - Gespräche über Kredite laufen

Auch die Flughafengesellschaft (FSG) hat laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung mit den dramatische Folgen zu kämpfen. "Wir sind in einer absolut ernsten Situation“, erklärt die FSG-Geschäftsführerin Arina Freitag im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates. "Wir haben jetzt fünf Abflüge am Tag, das Jahresergebnis wird deutlichst negativ sein.“

Wegen des Coronavirus starten derzeit kaum Flüge vom Flughafen in Stuttgart.

Zwar verfügt der Flughafen Stuttgart aufgrund des guten Jahres 2019, noch über 90 Millionen Euro an finanziellen Mitteln, dennoch benötigt die FSG ab Herbst Kredite. Erste Gespräche mit Banken, denn das geplante Ziel von 12,3 Millionen Reisenden werde wegen des Coronavirus deutlich verfehlt. Aktuell geht man von grade einmal drei Millionen Passagieren aus.

Flughafen Stuttgart: Trotz fehlender Passagiere und Kredit - Investitionen nötig

Das Problem ist, trotz der ausbleibenden Passagiere, muss der Flughafen in Baden-Württemberg weiter investieren, um nach Corona wieder Konkurrenzfähig zu sein. Investitionen in Infrastrukturprojekte wie die Sanierung der Start- und Landebahn sind unumgänglich. 

Alleine für den Brandschutz, eine Gepäckanlage, sowie neue Lösch- und elektrische Vorfeldfahrzeuge habe die FSG 45 Millionen Euro eingeplant. Dennoch werden die Ausgaben so gut es geht gekürzt. Das Geld für die 1.800 Mitarbeiter die in Kurzarbeit sind wird allerdings bis Juniauf 90 Prozent aufgestockt. Auch wenn Freitag betont: "Das Nachfrageverhalten wird sich ändern, wir werdennicht in zwei oder drei Jahren wieder am Ausgangspunkt sein.“

Passagierrückgang: Linken fordern Abwicklung des Flughafen in Stuttgart

Eine Meinung die auch die Stuttgarter Stadträte teilen. "Das Arbeitsleben verändert sich, es gibt Videokonferenzen statt Meetings, das hat Langzeitfolgen“, erklärt FDP-Rat Eric Neumann. Für die Linken hingegen ist die Coronakrise eine Chance, wie Christoph Ozasek betont: "Die Flugindustrie ist nicht klimaneutral, je mehr der Airport investiert, desto höher der Klimaschaden."

Stattdessen fordern Ozasek und Hannes Rockenbauch (SÖS) die Gewinnen in Betriebe wie die SSB zu stecken. "Für uns als Fraktion gibt es diese Art der Fortbewegung in 15 Jahren nicht mehr“, erklärt der SÖS-Rat und schlägt vor, den Flughafen in Stuttgart - der in der Krise auf außergewöhnliche Erlebnisse setzt -  abzuwickeln. Doch wie die Stuttgarter Zeitung berichtet kommt diese Forderung nicht besonders gut im Rat an. Für den SPD_Chef Martin Körner ist dieser Antrag  aufgrund der Kurzarbeit der Mitarbeiter "an Zynismus nicht mehr zu überbieten". Der Antrag der Linken fiel bei der Abstimmung folglich durch.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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