Vom 6. bis 22. April

Stimmung wie im Gruselfilm: Flughafen Stuttgart steht komplett still

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Der Flughafen Stuttgart ist vom Coronavirus hart getroffen. Der Flugbetrieb ist nun eingestellt, es starten und landen keine Flugzeuge mehr. Die Bauarbeiten an der Start- und Landebahn beginnen daher vorzeitig.

  • Wegen des Coronavirus starten und landen in den vergangenen Wochen am Flughafen Stuttgart täglich nur zehn Flugzeuge statt 300 wie in der Hochsaison.
  • Kein Flugbetrieb bis 22. April.
  • Bauarbeiten zur Sanierung der Start- und Landebahn beginnen vorzeitig - und sorgen für gruselige Leere.

Update 7. April: Kein Lärm, keinerlei Gewusel, kein Umarmen von Rückkehrern und Daheimgebliebenen, kein freudiges Aufbrechen der Passagiere in den Urlaub. Seit dem gestrigen Montag ist es soweit: Der Flughafen in Stuttgart steht still - es findet kein Flugverkehr mehr statt! Wegen des Coronavirus sank der Flugverkehr am Stuttgarter Flughafen in den vergangenen Wochen auf weniger als zehn Prozent. Daher hat sich die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) entschlossen, die Sanierung der Start- und Landebahn vorzuziehen. Die Folge: Dort wo sich nun, zur Ferienzeit, normalerweise die Fluggäste tummeln würden, herrscht derzeit tote Hose. Es ist gespenstisch leer.

Auf dem Flughafen Stuttgart stehen wegen der Corona-Krise zahlreiche Flugzeuge am Boden.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, regiert in diesen Tagen eine gruselige Atmosphäre am stillgelegten Stuttgarter Flughafen. Anstelle von Getümmel seien nur vereinzelt Beschäftigte zu sehen, die einsam und langsam in den großen leeren Hallen ihren Arbeiten nachgehen. Von Passagieren ist nichts zu sehen. Wie die ganze Situation rund um das Coronavirus Sars-CoV-2 wirkt auch diese Szenerie wie aus einem Science-Fiction-Film - oder aus einem Horror-Roman von Stephen King. Skurril: Immer noch tönen Ansagen aus den Lautsprechern, dass die Passagiere unbedingt auf ihr Gepäck achten sollen.

Flughafen Stuttgart: Auch in Zeiten des Coronavirus sind Lebensmittelgeschäfte geöffnet

Zumindest, was die Lebensmittelgeschäfte angeht, herrscht am Flughafen in Stuttgart auch zu Zeiten von Covid-19 noch ein Hauch von Normalität: Auf den unteren Ebenen haben der Edeka-Markt sowie eine Bäckerei geöffnet. Und das soll auch während der Sanierung der Start- und Landebahn weiterhin so bleiben.

Voraussichtlich bis zum 22. April soll es am Stuttgarter Flughafen keinen Flugbetrieb geben. Frachtflüge, etwa mit medizinischen Gütern, oder Rettungsflüge werden bis zum Mittwoch, 22. April, umgeleitet. Vom 23. April an soll der Flugbetrieb dann vorläufig parallel zu den Bauarbeiten laufen. Die Flugzeuge müssen sich dann mit einer verkürzten Start- und Landebahn begnügen. Vom 18. Juni an soll die Start- und Landebahn am Flughafen in Stuttgart wieder ihre ursprüngliche Länge von 3.345 Metern haben.

Update 2. April, 17.10 Uhr: Nur noch zehn statt 300 Flugzeuge wie in der Hochsaison - der Flughafen in Stuttgart befindet sich ohne Zweifel in der Corona-Krise! Und genau die Zeit des Sars-CoV-2-Virus nutzt der Stuttgarter Flughafen nun, um die Bauarbeiten an der Start- und Landebahn vorzeitig zu beginnen. Die Folge: Der Stuttgarter Flughafen stellt seinen Flugbetrieb vom 6. bis zum 22. April komplett ein. Das Verkehrsministerium hat damit einen Bescheid des Stuttgarter Flughafens vom heutigen Donnerstag genehmigt, den Flugbetrieb einstellen zu dürfen.

Flughafen Stuttgart stellt wegen Coronavirus-Krise Flugbetrieb ein

Eigentlich sollten die Bauarbeiten am Stuttgarter Flughafen erst am 23. April beginnen. Die wegen der Corona-Pandemie nun erfolgte Schließung des Stuttgarter Flughafens und das Vorziehen der Bauarbeiten sollen nun gewährleisten, dass der Flugbetrieb ab dem 18. Juni wieder in vollem Umfang und ohne Einschränkung möglich ist.

Ausgenommen von der kompletten Schließung des Flughafens in Stuttgart sind Hubschrauber, für die es am Flughafen eigene Start- und Landestellen gibt. Deshalb sind etwa Flüge der Polizeihubschrauber weiterhin auch in der Corona-Zeit möglich. Dringende Flüge können während der Schließung über benachbarte Flughäfen, etwa den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, abgewickelt werden. Über diesen Flughafen ist auch die Versorgung der Bevölkerung mit eiliger Luftfracht, zum Beispiel für medizinische Produkte gewährleistet. Das berichtet das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Flughafen Stuttgart: Erst Rekordgewinn, jetzt Coronavirus-Krise

Erstmeldung 2. April, 14 Uhr: Es sind zwei völlig verschiedene Welten: Noch vor Kurzem herrschte auf dem Flughafen in Stuttgart das pralle Leben. Tausende Passagiere drängen sich an den Terminals, wollen verreisen. Und heute? Aufgrund des Coronavirus ist die Reiselust der Passagiere eingebrochen, Länder machen ihre Grenzen dicht, Flüge fallen reihenweise aus. Doch angesichts der Corona-Krise rund um Sars-CoV-2 geht es dem Stuttgarter Flughafen aktuell trotzdem besser als vielen anderen Betrieben in Stuttgart und der Region, die um ihre Existenz bangen müssen. Denn: Durch den Erfolg im vergangenen Jahr hat sich der Flughafen in Stuttgart ein ordentliches Finanzpolster zugelegt.

2019, als das Coronavirus noch kein Thema war, hat der Flughafen in Stuttgart Rekorde erzielt. 12,7 Millionen Passagiere wurden am Stuttgarter Flughafen abgefertigt - ein Zuwachs von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Stuttgarter Nachrichten mitteilen. Doch dieses Ergebnis lässt sich wegen des stark eingeschränkten Flugverkehrs in Baden-Württemberg in Zeiten des Coronavirus kaum halten. Denn: Während der Flughafen in Stuttgart in der Hochsaison 300 Starts und Landungen am Tag verzeichnet, sind es derzeit gerade mal jeweils zehn Flugzeuge und damit auch viel weniger Passagiere, die den Flughafen in Stuttgart ansteuern - oder ihn verlassen.

Flughafen Stuttgart: Erst Passagier-Rekord, jetzt Corona-Krise

Durch den Rekord an Passagieren hat der Flughafen in Stuttgart 2019 einen Umsatz von 300 Millionen Euro - und einen Gewinn von 50 Millionen Euro erzielt. Und das ist in der Zeit der Corona-Krise von großer Bedeutung. Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) erklärt: "Dass wir 2019 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt haben, wird uns 2020 dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie verursachten massiven Verkehrseinbrüche und Ertragsverluste zu überstehen." Daher wird der Flughafen in Stuttgart auch daran festhalten, Großprojekt wie die Teilerneuerung der Start- und Landebahn weiter voranzutreiben.

Kurzarbeit am Flughafen in Stuttgart wegen Coronavirus

Doch obwohl sich der Flughafen in Stuttgart gegenüber der Corona-Pandemie gewappnet sieht, bleibt die zunehmende Ausbreitung von Covid-19 in Baden-Württemberg, wo es mittlerweile rund 15.000 bestätigte Coronavirus-Fälle gibt, nicht ohne negative Folgen für das Flughafen-Personal: Seit dem 1. April und voraussichtlich bis Ende Juni befinden sich vor allem Mitarbeiter, die am Flughafen Stuttgart für Passagiere und Gepäck zuständig sind, wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit. Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) , erklärt: "Als guter und verlässlicher Arbeitgeber wollen wir die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sichern und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Mit dem Antrag auf Kurzarbeit reagieren wir auf den Corona-Schock und stellen uns auf eine länger anhaltende Krise ein."

Geschäftsführerin Dr. Freitag betont: "Unsere Partner können sich auf uns verlassen. Die Liquidität ist gesichert. Wir sind stark aufgestellt und müssen auch jetzt in der Krise zusammenstehen. Deutschlandweit zeigt sich, dass der Luftverkehr gerade in solchen Krisen enorm wichtig ist, für die Versorgung der Menschen und für die Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Verbindungen." Das Gute jedoch: Sobald die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eingedämmt und Reisen wieder vermehrt möglich sein werden, ist der Stuttgarter Flughafen, der zum Jahresbeginn noch mit einer einmaligen Klimaschutz-Aktion für Schlagzeilen gesorgt hat, bereit. Dann könne die FSG laut Stuttgarter Nachrichten sofort wieder volle Leistung für die Passagiere bringen.

Rubriklistenbild: © Foto: Marijan Murat/dpa

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