Sportwissenschaftler macht den Test 

Mundschutz in Fitness-Studios: Aber welche Maske ist geeignet? Das sagt ein Experte

  • Julia Cuprakowa
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Die Fitness-Studios sind lange genug geschlossen, finden alle Trainierende. Ab Pfingsten sollen die Studios voraussichtlich wieder öffnen dürfen - aber unter Auflagen!

Baden-Württemberg: Fitness-Studios geschlossen - lange Pausen ungesund 

Seit mehreren Wochen haben die Fitness-Studios nun geschlossen. Und die Sport-begeisterte Menschen leiden nicht nur mental darunter - sondern auch körperlich. Denn bei langanhaltenden Fitnesspausen kennt der Körper keine Gnade. Eine Trainingspause von 14 Tagen ist für den Körper genauso schlimm wie eine Pause von einem halben Jahr - vorausgesetzt man hat den Körper regelmäßig belastet. 

"Der Körper verliert in einer Woche Nichtstun 38 Prozent Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit und 40 Prozent der maximalen Kraft", sagt Sportwissenschaftler Michael Despeghel, StN.de gegenüber. Der Sportwissenschaftler war von Anfang an gegen die Schließung von Fitness-Studios - denn die Menschen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland haben noch ganz andere Probleme als das Coronavirus. Die nächste Pandemie könnte der Typ-2-Diabetes oder auch Tumorerkrankungen sein. Und gerade gegen diese Krankheiten lässt sich mit Sport bestens vorbeugen. Aber wie könnte der Alltag in den Fitness-Studios nach der Wiedereröffnung aussehen?

Fitness-Studio Wiedereröffnung: Ohne Maske kein Training?

Ohne Mundschutz und Handschuhe wird es wohl nicht gehen."Die Maskenpflicht macht in Fitness-Studios am allermeisten Sinn", erklärt Despeghel. Aber welche Masken eignen sich für das Fitness-Studio? Wird eine selbstgemachte Baumwollmaske gehen oder braucht man eine spezielle? Michael Despeghel machte den Test und fand Folgendes heraus. 

Beim Ein- und Ausatmen werden die Zellen im menschlichen Körper mit Sauerstoff versorgt. Im Ruhezustand atmet der Mensch im Schnitt etwa acht bis zwölfmal pro Minute ein und aus und zieht pro Atemzug einen halben Liter Luft ein. Dabei sollte die Sauerstoffsättigung der Zellen bei 99 Prozent liegen. Wird der Körper belastet, wie zum Beispiel während eines Fitness-Trainings, steigt die Atemfrequenz schnell auf 50 bis 70 mal die Minute. Dabei sollte die Sauerstoffsättigung nicht merkbar fallen. 

Mit welcher Maske das Training im Fitnessstudio zumutbar ist, ist noch nicht klar. 

Laut Despeghel passiert aber genau das unter einer Atemschutzmaske aus Polyester, Baumwolle, Kunststoff oder auch Schaumstoff. "Wenn man sich mit Maske körperlich belastet, haben wir festgestellt, dass unter Baumwolle und Baumwoll-Polyester die Sauerstoffsättigung im Blut um zirka drei bis fünf Prozent abfällt", sagt der Sportwissenschaftler. Unter den Schaumstoffmasken sind es sogar über fünf Prozent. Eine Absenkung der Sauerstoffsättigung über fünf Prozent kann für Menschen sogar gefährlich werden.  

Fitness-Studio Wiedereröffnung: Maske, ja! Aber welche?

Beim Training wird der Sauerstoff in den Zellen dringend benötigt. Den Abfall der Sauerstoffsättigung unter den üblichen Masken kann man bei einem körperlichen Training niemanden zumuten, das funktioniert nicht. Das ist schädlich und zudem unkomfortabel, so Despeghel. Gibt es Alternativen? Die Antwort ist: JA! 

Beim Maskentest fand der Sportwissenschaftler heraus, dass der Stoff, aus dem zum Beispiel eine Badehose gemacht wird, eine höhere Luftdurchlässigkeit besitzt. Nun werden weitere Tests durchgeführt - um die Sauerstoffsättigung der Zellen unter dem Stoff zu ermitteln. Sollte die Sättigung besser sein, als unter anderen Masken, dann könnte man damit trainieren.

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