Gefährlicher Eichenprozessionsspinner

Kleine Raupe, große Gesundheitsgefahr: Schule muss evakuiert werden

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Sieht harmlos aus, ist aber nicht zu unterschätzen: die Raupe des Eichenprozessionsspinners.
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Der Eichenprozessionsspinner ist nur eine kleine Raupe. Aber ihre feinen Härchen sind eine große Gefahr. Deshalb muss jetzt sogar ein ganzes Schulzentrum evakuiert werden.

Es ist nur eine kleine Raupe, aber wo sie auftaucht, herrscht Alarmstufe Rot: Der Eichenprozessionsspinner ist nicht zu unterschätzen. In Bretten im Landkreis Karlsruhe löste die Raupe an einem Schulzentrum sogar einen Großeinsatz aus. Es musste evakuiert werden! Auch im Stadt- und Landkreis Heilbronn sind die Menschen in Hab-Acht-Stellung, wenn es um den Eichenprozessionsspinner geht. 

Gefährliche Raupe: Schüler evakuiert

Anfang dieser Woche in Bretten: In der dortigen Schillerschule und der Max-Planck-Realschule zeigen rund 60 Schüler allergische Reaktionen. Schuld ist der Eichenprozessionsspinner. Die feinen Brennhaare dieser Larven des Schmetterlings aus der Familie der Zahnspinner sind sehr gefährlich, können Hautrötungen auslösen und zu Atemnot führen. In Bretten werden die Härchen wohl vom Wind in die Schule geweht. Die Schüler müssen vorsorglich von Ärzten betreut werden. Nach Angaben der Polizei hyperventilieren sie, einige werden für kurze Zeit sogar ohnmächtig. Das Schulgebäude muss schließlich professionell gereinigt werden.

Bedrohung durch Raupe: Gefahr wird sehr ernst genommen

Im Kreis Heilbronn wird die Bedrohung durch den Eichenprozessionsspinner sehr ernst genommen. In Bad Rappenau hat die Stadtverwaltung vor etwa vier Wochen 85 Eichen besprühen lassen: in Parks, besonders aber in der Nähe von Kindergärten, Schulen. Denn bei Kindern können die allergischen Reaktionen besonders heftig ausfallen und schlimme Folgen haben. Auch in Beilstein bereitet die Raupe dem Gemeinderat in diesem Frühjahr Kopfzerbrechen. Bei der Frage, wo ein neuer Waldkindergarten liegen könnte, muss auch bedacht werden, ob dort der Eichenprozessionsspinner zu befürchten ist.

Es gibt zum Glück auch harmlosere Raupen. So überzieht die Gespinstmotte mitunter ganze Sträucher und Bäume mit ihren geradezu gruseligen Netzen. Aber auch wenn die Raupen alles kahl fressen, erholen sich die Wirtspflanzen in der Regel schon nach wenigen Wochen.

Gesundheitsgefahr durch Raupe droht: Luftkurort reagiert

Im Hohenlohekreis ein ähnliches Bild: Vergangenen Sommer muss der Luftkurort Waldenburg dem Eichenprozessionsspinner zuleibe rücken. Im Stadtwald gibt es einen so starken Befall, dass von einer echten Bedrohung für die Bevölkerung ausgegangen werden muss. Von einer akuten Bedrohung im Landkreis Heilbronn weiß Manfred Körner, Pressesprecher im Landratsamt Heilbronn, nichts: „Das ist bei uns momentan kein großes Thema.“ Allerdings war das schon anders. Als im Landkreis gab es vor Jahren bereits Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner – dem teils mit thermischer Behandlung zuleibe gerückt wurde. 

Wie ist die Lage derzeit in Bretten? Der Raupen-Alarm hat ein Ende. Seit Mittwoch läuft am Schulzentrum wieder der normale Betrieb. Allerdings sind die Schüler angehalten, sich nicht im Freien aufzuhalten und die Fenster nur zu öffnen, wenn es unbedingt notwendig ist. Denn trotz der Reinigung der Schulgebäude kann nicht garantiert werden, dass die feinen Härchen der Raupen wirklich vollständig entfernt sind.

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