Akut gefährdet

Kaum noch Feldhamster in Heilbronn - die Entwicklung ist dramatisch

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Damit Feldhamster nicht ganz aus Baden-Württemberg verschwinden, werden sie nachgezüchtet und ausgewildert.
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Heilbronn war einst größtes Hamstergebiet - inzwischen gibt es aber nicht nur hier seit Jahren eine verheerende Entwicklung. 

Es gibt fast keine Feldhamster mehr - in Baden-Württemberg sind die wildlebenden kleinen Nager bis auf wenige Ausnahmen ausgestorben. Nur noch dank der Auswilderung nachgezüchteter Feldhamster gibt es überhaupt noch einige Exemplare des kleinen und durch seine Niedlichkeit so bekannten Tieres. Auf etwa 100 bis 120 Exemplare schätzt Biologe Ulrich Weinhold ihre Zahl insgesamt im Bundesland.

Bedrohter Feldhamster: In Heilbronn seit Jahren kein Nachwuchs mehr

Eine Hand voll wildlebender Tiere vermutet der Experte dabei im Main-Tauber-Kreis an der Grenze zum bayerischen Unterfranken. Weitere 60 bis 80 Hamster aus Nachzüchtungen leben demzufolge im Rhein-Neckar-Kreis. Dorthin werden am Heidelberger Zoo gezüchtete Tiere seit 2007 Jahr für Jahr ausgewildert. "Mit Mühe und Not halten wir dort die Population stabil", sagt Weinhold. Im Heilbronner Raum hingegen, einst größtes Hamstergebiet im Südwesten, gebe es seit vielen Jahren keine Nachweise mehr.

Im Mai ist es wieder soweit: Etwa 30 Landwirte haben den Hamsterschützern im Rhein-Neckar-Raum um die 100 Hektar Flächen zum Auswildern überlassen. Dafür werden bald Löcher gebohrt, darin die sogenannten Nistboxen eingegraben und dann 150 bis 170 ein Jahr alte Hamster hineingesetzt - in der Hoffnung auf viel und vor allem auch überlebenden Nachwuchs.

Ein Feldhamster krabbelt auf einer Ackerfläche im aus seinem Bau.

Feldhamster kämpft bundesweit ums Überleben

Der Feldhamster, einst weit verbreitet und seinerzeit als Ernteschädling verfolgt, kämpft auch bundesweit ums Überleben. Wie viele der putzigen Nager noch in ganz Deutschland vorkommen, sei schwer zu schätzen. Feldhamster produzieren demnach viele Nachkommen - haben aber auch wahnsinnig hohe Sterberaten. Das liege zum einen daran, dass sie bevorzugte Beute sind für Greifvögel, Füchse, Marder oder Wiesel. Vor allem aber die Landwirtschaft mit riesigen Kulturen ohne Blühwiesen, Hecken oder Feldrainen mache dem Hamster das Überleben schwer.

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