Phantom und Phänomen 

So geheimnisvoll ist Lidl-Eigentümer Dieter Schwarz

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Schon beim Namen Lidl fängt es an. Der entstand durch einen kuriosen Deal.
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Kein Firmenchef ist wohl so geheimnisvoll wie der gebürtige Heilbronner. Das ZDF zeigte in der "Lidl-Story" deshalb so manchen bislang unbekannten Fakt über Dieter Schwarz.

Weltweit mehr als 10.000 Lidl-Filialen,  gut 1.200 Kaufland-Märkte und rund 400.000 Menschen, die für das Unternehmen arbeiten - das ist die stolze Bilanz des Unternehmers Dieter Schwarz. Der gebürtige Heilbronner gilt als der reichste Deutsche. Und trotzdem ist kaum etwas über ihn bekannt: Er ist Phänomen und Phantom zugleich. 

Das wollen die beiden Filmemacher Annebeth Jacobsen und Frank Diederichs nicht hinnehmen - und bringen in ihrer ZDF-Doku "Die Lidl-Story" so manches gut gehütetes Geheimnis ans Licht. Im Gespräch mit Zeitzeugen, aber auch durch Einblicke in Dokumente und Chroniken entsteht ein spannendes Porträt über Dieter Schwarz.

Von Dieter Schwarz (gespielt von Dietrich Adam) existieren bis heute nur ganz wenige Bilder, Kontakt zur Presse lehnt er kategorisch ab. (Foto: ZDF/Schwarz Gruppe)

Dieter Schwarz: Einblicke in sein geheimes Privatleben

Von wegen einfache Verhältnisse. Dieter Schwarz' kaufmännische Talent kommt nicht von ungefähr: Bereits sein Urgroßvater August Schwarz war Kaufmann und betrieb ein kleines Kaufhaus - er galt zu seiner Zeit als einer der wohlhabendsten Bürger der Region. Die kaufmännische Tradition setzen sowohl der Großvater als auch der Vater von Dieter Schwarz fort.

► Seine Inspiration. Während seiner Schulzeit verbringt Dieter Schwarz ein Jahr in den USA. Dort lernt er ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennen. Im Gegensatz zum Deutschland der Nachkriegszeit herrscht in Amerika kein Mangel, sondern Konsum!

► Streit mit dem Vater. 1957 legt Schwarz sein Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium ab. Danach will er eigentlich studieren - doch sein Vater verbietet es! Schwarz muss im elterlichen Lebensmittelgeschäft arbeiten und eine Lehre absolvieren.

Die Anfänge waren nicht in Heilbronn. Nicht etwa in Heilbronn oder Neckarsulm, sondern in Backnang eröffnet Dieter Schwarz 1968 den ersten Verbrauchermarkt für das Unternehmen. 1973 folgt der erste Discountmarkt in Ludwigshafen.

Das Schaufenster der ersten Lidl-Filiale in Ludwigshafen-Mundenheim 1973. (Foto: ZDF/Schwarz Gruppe)

Der Deal mit dem Nachnamen. Zwar wurde bereits 1930 durch seinen Vater Josef Schwarz die "Lidl und Schwarz KG" gegründet, doch Dieter Schwarz will seinen Discounter einfach nur "Lidl" nennen. Das kann er aber nicht - denn er besitzt nicht die nötigen Namensrechte. Abhillfe findet Schwarz in Leingarten-Schluchtern: Dort lebt damals der pensionierte Lehrer und Kunstmaler Ludwig Lidl. Und ihm kauft Schwarz die Rechte am Namen Lidl ab - für angeblich 1.000 DM.

► Aus Angst vor Entführung? 1971 wird Aldi-Nord-Gründer Theo Albrecht entführt - danach soll es auch eine Entführungsdrohung gegen die beiden Töchter von Dieter Schwarz gegeben haben. Er zieht daraus anscheinend Konsequenzen: Die Privatperson Schwarz verschwindet aus der Öffentlichkeit, Bilder des Heilbronners sollen nicht mehr veröffentlicht oder im Fernsehen gezeigt werden.

Das letzte Wort. Dieter Schwarz zieht sich 1999 aus dem operativen Geschäft zurück - offiziell. Denn angeblich fällt bis heute keine wichtige strategische Entscheidung ohne seine Zustimmung.

Bescheidenheit statt Protz? Wie viel Geld Schwarz auf dem Konto hat? Darüber gibt es keine bestätigten Zahlen. Sein Gesamtvermögen wird jedoch auf bis zu 39 Milliarden Euro geschätzt! Privat mag er es aber angeblich eher bescheiden: An einem oberbayerischen See macht er in seinem für seine Verhältnisse kleinen Refugium gerne Urlaub. Die meiste Zeit verbringt er jedoch in seiner Heimatstadt Heilbronn.

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