Corona-Krise: Insolvenz und Arbeitslosigkeit

Deutschland in der Arbeitslosigkeit: Experten erwarten noch mehr Anstieg

  • vonLisa Klein
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Die Zahl der Arbeitslosen durch die Corona-Krise ist im Januar gestiegen. Experten erwarten einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland im Verlauf des Jahres.

Bereits der erste Lockdown hat viele Unternehmen in die Insolvenz getrieben, zahlreiche Mitarbeiter wurden entlassen und mussten sich arbeitslos melden. Einige, die zuerst Glück hatten und den ersten Lockdown gerade so überstanden haben, überstehen den zweiten Lockdown nun nicht mehr. Bereits während des Teil-Lockdowns war vor allem der Aufschrei der Gastronomen besonders laut: „Ein weiterer Lockdown und das Ausbleiben des Weihnachtsgeschäfts wird uns in den Ruin treiben.“

Nach einem Rückgang in den vergangenen Monaten hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Januar wieder zugenommen. Die Arbeitslosigkeit ist laut Bundesagentur für Arbeit von Dezember auf Januar deutlich gestiegen. Mit 2.901.000 liegt die Zahl der Arbeitslosen um 193.000 höher als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg somit um 0,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2020 hat sich die Arbeitslosenzahl im Januar 2021 um 475.000, also fast eine halbe Million, erhöht.  Experten erwarten, dass sowohl die Zahl der Menschen ohne Job als auch die Arbeitslosenquote das ganze Jahr über weiter steigt.

Arbeitsmarkt im Januar 2021 laut Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosenzahl im Januar: Anstieg +193.000 auf 2.901.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: Anstieg +475.000

Arbeitslosenquote gegenüber Dezember: Anstieg +0,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Extremen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland durch die Corona-Pandemie

Im Dezember waren in Baden-Württemberg laut Deutscher Presseagentur genau 264.521 Menschen arbeitslos gemeldet, das ist etwas weniger als im November. Die Quote lag bei 4,2 Prozent. Die Zahlen waren allerdings zum Stichtag 10. Dezember erhoben worden. Das heißt, dass darin noch keine Folgen des vor Weihnachten verschärften Corona-Lockdowns berücksichtigt wurden. Dabei sind viele Unternehmen, Mitarbeiter und Selbstständige betroffen, für die der zweite Lockdown nicht mehr tragbar ist.

Bereits nach dem ersten Lockdown mussten große Unternehmen wie Galeria Karstadt Kaufhof aufgrund der Corona-Krise zahlreiche Filialen in Deutschland schließen. In ganz Deutschland sollen 62 von 172 Filialen geschlossen werden, darunter auch fünf Filialen in Baden-Württemberg. Auch der Mode-Riese Esprit kündigte letzten Sommer an, ebenfalls dutzende Filialen zu schließen und über 1100 Stellen zu streichen. In der Region hat das Heilbronner Traditionssporthaus Saemann die Corona-Krise nicht überstanden und musste bereits Mitte Dezember Insolvenz anmelden.

Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland: Nicht nur Gastronomen und Unternehmer trifft es hart

In den Medien schreiben vor allem die großen Unternehmen und Ketten Schlagzeilen. Dabei geht schnell unter, wie viele Kleinunternehmen und Selbstständige die Corona-Pandemie ebenfalls hart getroffen und in den Ruin getrieben hat. Einen großen Anstieg an Arbeitslosen wird es garantiert das gesamte Jahr 2021 geben. Die Nachwirkungen des zweiten Lockdowns sind in puncto Arbeitslosigkeit sicher erst Mitte bis Ende des Jahres zu spüren.

Zu den Unternehmen, Mitarbeitern und Selbstständigen, die um ihre Existenz bangen, kommen noch die zahlreichen Studenten und auch Auszubildenden, die derzeit ihren Abschluss machen und durch die Corona-Pandemie nur schwer an einen Job kommen. Viele Unternehmen haben aufgrund von Kurzarbeit Einstellungsstopps veranlasst, bieten keine Praktika mehr an oder übernehmen ihre Auszubildenden und studentischen Mitarbeiter nach deren Abschluss nicht.

Extremer Anstieg der Arbeitslosenquote auch in anderen Ländern: Neue Höchstwerte

Im Januar 2020 waren gut 220.500 Menschen in Deutschland arbeitslos. Das entsprach einer Quote von 3,5 Prozent. Infolge der Corona-Krise war die Zahl der Arbeitslosen dann ab März zunächst stetig gestiegen. Erst im September kam die Trendwende und die Zahlen sanken erstmals wieder. Nun wird erneut ein konstanter Anstieg erwartet.

Aber nicht nur in Deutschland, auch in Großbritannien steigt die Arbeitslosigkeit – und zwar auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Von August bis November nahm die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Das ist der fünfte Anstieg in Folge und die höchste Quote seit 2016.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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