Daimler und Amazon

Nach Europa-Deal mit Amazon: Deshalb entging Daimler US-Großauftrag

Ein Mercedes Benz eSprinter mit Amazob-Prime-Beklebung.
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In Europa liefert Daimler 1.800 E-Lieferwagen an Amazon.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Erst kürzlich schloss Daimler einen Klima-Deal mit Amazon. Doch ein noch größerer Auftrag ging den Stuttgartern durch die Lappen.

In der Konzernzentrale von Daimler in Stuttgart hat man sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Im Sinne des Klimaschutzes will der Autohersteller bis 2039 klimaneutral sein. Bereits ab 2022 sollen alle Werke von Daimler C02-neutral arbeiten. Zudem setzt das Traditionsunternehmen künftig voll auf Elektromobilität.

Um das eigene Engagement für den Klimaschutz zu unterstreichen, ging der Stuttgarter Automobilkonzern Anfang September eine Partnerschaft mit dem US-Handelsgiganten Amazon ein. Der Onlinehändler bestellte 1.800 Elektrolieferwagen bei Daimler, dafür traten die Stuttgarter der Klimainitiative „The Climate Pledge“ bei.

Daimler: Amazon wollte eSprinter auch für die USA

Denn auch Amazon möchte bis 2040 C02-neutral sein und somit die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zehn Jahre früher erreichen. Die bei Daimler für Europa bestellten Elektro-Lieferwagen sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, entsprechend plant der Amazon-Gründer Jeff Bezos auf dem Heimatmarkt in den USA in anderen Dimensionen.

Dort sollen bis 2030 bereits 100.000 E-Fahrzeuge für den Versandhändler Pakete ausgeliefert werden. Dieses Mal darf sich Daimler jedoch nicht über den Auftrag freuen, wie Business Insider berichtet. Und das, obwohl der eSprinter mit seinen 160 Kilometern Reichweite als eines der besten Elektro-Lieferfahrzeuge der Welt gilt.

Daimler: eSprinter nicht auf US-Markt - Amazon lässt sich Lieferwagen maßschneider

Deswegen waren die Stuttgarter auch bei Amazon lange ein heißer Kandidat für den Großauftrag in den USA. Allerdings gab es da ein entscheidendes Problem: Der eSprinter ist in den Vereinigten Staaten nach wie vor nicht auf dem Markt, und die Verbrenner-Version ist für die ambitionierten Ziele des Onlinehändlers schlicht nicht geeignet.

Statt an Daimler vergab Bezos den Auftrag an den Tesla-Konkurrenten Rivian, bei dem sich der Amazon-Gründer laut Business Insider gleich auch mit 700 Millionen US-Dollar einkaufte. Das US-Start-up entwickelte einen für die Bedürfnisse von Amazon angepassten Lieferwagen und erhielt den Auftrag. Daimler hingegen ging ein Großauftrag im Wert von 4 Milliarden US-Dollar durch die Lappen

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