2.000 Jobs betroffen!

Droht weiterer Stellenabbau bei Daimler? Betriebsrat schlägt Alarm!

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Die Corona-Krise hat die ohnehin gebeutelte Auto-Branche hart getroffen. Droht bei Daimler nun ein weiterer Stellenabbau?

  • Bei Daimler in Stuttgart droht ein weiterer Stellenabbau.
  • Laut dem Betriebsrat könnten 2.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.
  • Droht ein weiterer Umbau des Konzerns?

Daimler: Weiterer Stellenabbau wegen Corona-Krise? Betriebsrat schlägt Alarm!

Die Corona-Krise hat Daimler, wie zahlreiche andere Unternehmen in ganz Baden-Württemberg, schwer getroffen. Wochenlang standen die Bänder in den Werken des Automobilkonzerns aus Stuttgart still, denn die Nachfrage nach den Autos mit dem Stern sank - und das mitten in einer für die Automobilbranche ohnehin schon schwierigen Zeit.

Wie bei Audi in Neckarsulm, musste auch Daimler seine Mitarbeiter wegen der anhaltenden Corona-Krise in Kurzarbeit schicken, aber inzwischen befindet sich auch der Automobilkonzern aus Stuttgart auf demWeg in Richtung Normalität. Allerdings mussten bereits harte Sparmaßnahmen beschlossen werden, die auch einen Stellenabbau beinhalten. 

Daimler: Betriebsrat warnt vor Folgen für Mitarbeiter

Doch dabei bleibt es nicht. Das Manager Magazin berichtet unter Berufung auf einen Brief des Betriebsrats, dass Daimler weitere 2.000 Jobs in der IT abbauen möchte, davon rund 900 in Deutschland. Insgesamt könnte so nach Einschätzung von AutomotivIT durch die schlechte wirtschaftliche Lage und das Coronavirus 15.000 der 300.000 Stellen bei Daimler wegfallen.  Die Automobilwoche berichtet unter Berufung auf Unternehmensquellen sogar von weiteren 10.000 Stellen, die bis Mitte des Jahrzehnts zusätzlich, zu den bereits beschlossen 10.000 abzubauenden Arbeitsplätzen, wegfallen sollen.

Müssen weitere Mitarbeiter von Daimler um ihre Jobs bangen?

Auch der Daimler Betriebsrat warnt in dem Brief vor "Folgen für die Belegschaft." Denn die 2.000 Jobs, die bis Mitte 2021 wegfallen, sollen an Fremdfirmen übergeben werden. Die Unternehmensführung plant laut des Briefs des Betriebsrates "wesentliche Servicefunktionen auszugliedern". Für den Betriebsrat ist diese Maßnahme "fragwürdig". Ebenfalls aktiv wird der Betriebsrat in der Daimler AG.

Grund: Auch hier brechen die Umsätze aufgrund der Coronavirus-Pandemie weg. Die Konzernspitze schließt Kündigungen nicht mehr aus. Der Betriebsratschef, Michael Brecht, fährt auf einer anderen Schiene und schlägt vor, die wegbrechenden Umsätze durch eine Arbeitszeitverkürzung in der Daimler AG zu kompensieren.  

Daimler: Drohen weitere Maßnahmen?

Auf echo24.de-Nachfrage heißt es aus der Stuttgarter Konzernzentrale, dass man Spekulationen grundsätzlich nicht kommentiere. Aber: "Unser Ziel ist es, mit zukunftsfähigen Produkten und der Konzentration auf unsere Kernkompetenz unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern. Daher prüfen wir kontinuierlich, wie wir Kosten sparen, Synergien nutzen und noch effizienter werden können."

Die erst 2019 eingeführte Dreiteilung des Daimler Konzerns soll demnach erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Laut dem Schreiben des Betriebsrates gibt es Überlegungen, Verwaltungsbereiche der Daimler AG in die Spartengesellschaften zu überführen. Der Betriebsrat sieht auch diese Maßnahme kritisch und befürchtet, dass das Versprechen, die Verwaltungs- und Zentralbereiche aus Effizienzgründen gebündelt in der Daimler AG zu belassen, wohl nicht mehr gelte.

Wie sehr die Coronavirus-Pandemie Daimler am Ende trifft, ist noch nicht abzusehen. "Wie stark uns der Corona-Schock wirtschaftlich trifft, werden die Bilanzen des zweiten Quartals schonungslos offenlegen - und das gilt nicht nur für Daimler", erklären die Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates bei Daimler, Michael Brecht und Ergun Lümali in einer Pressemitteilung der IG Metall. Man "werde dafür sorgen, dass die Interessen der Beschäftigten nicht vergessen werden". Das dürfte wohl auch für die Gewerkschafts-Kollegen in Frankreich gelten. Denn dort steht ein Werk von Daimler zum Verkauf.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema