Startschuss für neues Werk

Daimler startet mit hochmodernem Werk in die Zukunft – hier steht sie

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Daimler in Stuttgart: Mit der "Factory 56" kommt erstmal das Produktions-Ökosystem "MO360" zum Einsatz. Jetzt fällt der Startschuss für das Werk.

  • Am 2. September nimmt Daimler die "Factory 56" in Betrieb.
  • Erstmals wird das Produktions-Ökosystem "MO360" vollständig genutzt.
  • Dafür wird auf modernste Technik gesetzt!

Daimler/Stuttgart: Mit dieser Fabrik startet Mercedes jetzt in die Zukunft

Update vom 2. September: In Stuttgart gibt es bei Daimler am heutigen Mittwoch gleich doppelten Grund zu feiern. Denn zusätzlich zur Weltpremiere der neuen Generation der Mercedes-Benz S-Klasse, nimmt auch die hochmoderne Produktionshalle "Factory 56" rund zweieinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung ihren Dienst auf. 

Die Ziele, die Daimler mit der neuen Fabrik in Sindelfingen bei Stuttgart verfolgt, sind ambitioniert. Die neue Produktionshalle soll für die Automobilproduktion neue Maßstäbe setzten und in Zukunft als Vorlage für das weltweite Produktionsnetzwerk von Mercedes dienen. 

Durch Vernetzung, Digitalisierung und Datenaustausch in Echtzeit soll die Produktion bei Daimler künftig deutlich effizienter werden. Dabei kommt erstmals auch der leistungsstarke Mobilfunkstandard 5G zum Einsatz.

In der "Factory 56" kommt das Produktions-Ökosystem "MO360" erstmals vollständig zum Einsatz.

Daimler/Stuttgart: Zukunft der Autoproduktion - so wird die Fertigung intelligent

Erstmeldung von 14. August: Während Tesla in der Nähe von Berlin noch an seiner Gigafactory baut, ist man bei Daimler in Stuttgart schon einen Schritt weiter. Denn für die neue S-Klasse und ihren vollelektrischen Bruder EQS hat man in Stuttgart-Sindelfingen die "Factory 56" errichtet.

Der Name leitet sich dabei von der Hallennummer 56 ab. Eröffnet wird die neue Fertigungsstätte im September - pünktlich zum Marktstart der neuen S-Klasse. Doch bei Daimler und Mercedes-Benz ist man aus ganz anderen Gründen stolz auf die neue Halle.

Daimler/Stuttgart: MO360 erstmal voll im Einsatz

Denn zum ersten Mal kommt in der "Factory 56" das neue Produktions-Ökosystem "MO360" zum Einsatz. "Mit MO360 setzt Mercedes-Benz Meilensteine bei der digitalen Produktion", erklärt  Jörg Burzer, Mitglied des Vorstandes der Mercedes-Benz AG und verantwortlich für Produktion und Supply Chain Management.

Aber was kann das neue Produktions-Ökosystem eigentlich? "'MO360' integriert die Informationen aus den wichtigsten Produktionsprozessen und IT-Systemen allerMercedes-Benz Pkw-Werke weltweit und ermöglicht damit neben der KPI-basierten Produktionssteuerung die individuelle und bedarfsgerechte Informationsbereitstellung je Mitarbeiter in Echtzeit", erklärt ein Daimler-Sprecher auf Anfrage von echo24.de.

Daimler/Stuttgart: Modernste Technik im Einsatz

Der Name setzt sich aus der Abkürzung für Mercedes-Benz-Cars Operations (MO), die für die mehr als 30 PKW-Werke weltweit verantwortlich ist, und der Zahl 360 für den Rundumblick auf die Produktion und deren Vernetzung aller Standorte und Prozesse zusammen.

Dabei kommt modernste Technik zusammen, so garantiert der Mobilfunkstandard 5G in der "Faktory 56" ein Hochgeschwindigkeitsnetz "um Prozesse, Maschinen, Anlagen und Geräte miteinander zu vernetzen".

Daimler/Stuttgart: Informationen in Echtzeit

Dadurch stehen die S-Klasse - und später auch der EQS, der Teil der elektrischen Zukunft von Daimler ist, - bereits von Produktionsbeginn an, unter Beobachtung. "MO360" weiß in Echtzeit von jedem produzierten Fahrzeug wo es sich befindet und welche Schritte noch benötigt werden.

Auch die Werkzeuge der Mitarbeiter sind untereinander vernetzt, sodass auch hier jederzeit alle Informationen in Echtzeit bereitstehen. Dadurch können den Beschäftigten genau die Informationen an ihrem Arbeitsplatz angezeigt werden, die sie grade benötigen. 

Daimler/Stuttgart: MO360 lernt dank Künstlicher Intelligenz

Das soll neben einer Zeit- und Papierersparnis - die "Factory 56" wird auch als papierlose Fabrik bezeichnet - die Qualität der Autos verbessern. Denn das System ist nicht nur hochmodern, sondern dank Künstlicher Intelligenz auch lernfähig und kann selbstständig Verbesserungsvorschläge machen.

Dabei greift es auf Erfahrungen aus den Produktionsprozessen in allen Mercedes-Benz-Werken weltweit zurück. Doch damit nicht genug: Die Software von "MO360" ist Open Source, sprich: jeder fähige Entwickler kann helfen diese zu verbessern "und damit indirekt die Produktion unserer Fahrzeuge, z.B. der S-Klasse, zu unterstützen." 

Daimler verspricht sich durch die "Factory 56" bis 2022 eine Effizienzsteigerung von 15 Prozent. Neben der "Factory 56" ist "MO360" bereits zum Teil in anderen Werken von Daimler im Einsatz und soll dort auf lange Sicht vollständig ausgerollt werden. Mit der neuen Fabrik und der neuen S-Klasse scheint es für Stuttgarter Autohersteller endlich wieder bergauf zu gehen. Doch kaum hat die "Factory 56" eröffnet, spricht Ola Källenius bereits über andere Produktionsstätte.  

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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