Daimler fährt Produktion wieder hoch

Nach Corona-Zwangspause: Daimler fährt Produktion wieder hoch - Kurzarbeit-Ende in Sicht

  • Tobias Becker
    vonTobias Becker
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  • Simon Mones
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Der Stuttgarter Autobauer Daimler fährt ab dem 20. April die Produktion wieder hoch. Auch ein Ende der Kurzarbeit ist nach aktuellem Stand in Sicht.

  • Nach Werksschließungen wegen des Coronavirus  folgt am 6. April 2020 die Kurzarbeit bei Daimler.
  • Stuttgarter Autobauer Daimler fährt Produktion ab 20. April 2020 wieder hoch.
  • Strenge Hygienevorgaben sollen Daimler-Mitarbeiter vor Covid-19 schützen.

Daimler Stuttgart: Produktion wird wieder hochgefahren - Kurzarbeit seit 6. April

Update vom 20. April: Gute Nachrichten für viele Daimler-Mitarbeiter: Nachdem vier Wochen lang in großen Teilen der Produktion Stillstand herrschte, fährt der Autobauer seine Werke wieder hoch - von diesem Montag ab. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Antriebs- und Getriebetechnik, einem Bereich, auf den nicht nur die übrigen Werke in Deutschland, sondern auch die im Ausland und insbesondere in China angewiesen sind, wie die dpa berichtet.

Daimler hatte einen Großteil seiner Produktion im März heruntergefahren, seit dem 6. April gilt zudem Kurzarbeit, die nach jetzigem Stand erst Ende April auslaufen soll. Rund 80 Prozent der rund 170.000 Beschäftigten in Deutschland sind in unterschiedlichem Maße betroffen. Und zum Thema Kurzarbeit ist auch Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht aufgebracht. Grund: Die erhoffte Kaufprämie für Autos kommt nicht. Brecht prognostiziert deshalb harte Zeiten für die Mitarbeiter.

Produktion bei Daimler startet wieder - Standorte beginnen unterschiedlich schnell

Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth und Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht erklärten, dass einige Standorte zunächst mit einer Schicht beginnen, in anderen werde gleich wieder in zwei oder drei Schichten gearbeitet. Porth: "Wir sind noch deutlich reduziert, was die Produktion angeht." Die Lieferketten hätten im Großen und Ganzen gehalten, der Anlauf in China, der schon einige Wochen zurückliegt, habe gut funktioniert.

Und wie soll das Arbeiten in Zeiten des Coronavirus in der täglichen Praxis bei Daimler aussehen? Für Sicherheit sollen strenge Hygienevorgaben sorgen, die Konzern und Betriebsrat anhand von Gefahrenbeurteilungen für jeden Arbeitsplatz erarbeitet hätten. Porth: "Der Katalog, der daraus entstanden ist, ist im Prinzip der Katalog, der als Basis in die Empfehlung des (Branchenverbands) VDA und am Ende auch in die Überlegungen der Bundesregierung eingeflossen ist."

Bei Daimler gelten strenge Hygienevorgaben zum Schutz vor Covid-19.

Strenge Hygienevorgaben bei Daimler: Schutz der Mitarbeiter - wenig Kontakt untereinander

Damit die Mitarbeiter untereinander nicht mehr Kontakt haben als nötig, werden unter anderem die Schichten nicht voll besetzt und die Schichtzeiten so geändert, dass sich die Beschäftigten weder am Werkstor noch in den Umkleideräumen begegnen. Wo möglich, soll zudem weiter vom Homeoffice aus gearbeitet werden.

Wann Daimler mit der Produktion zurück auf das Vor-Krisen-Niveau kommen könne, sei jedoch noch unklar. Brecht: "Wir wissen noch gar nicht, wie der Markt reagiert." Die Folge: Man fahre derzeit komplett auf Sicht und entscheide von Woche zu Woche, wie es weitergeht. Auch welche wirtschaftlichen Folgen die Corona-Krise nach sich ziehen werde, sei noch nicht absehbar. Während Daimler die Produktion heruntergefahren hat, wurde auf der Baustelle von Stuttgart 21 weiter gearbeitet - mit schlimmen Folgen...

Am 29. April ist klar: Der Stuttgarter Daimler-Konzern will hohe Abfindungen zahlen, um den Stellenabbau voranzutreiben. Bei Mitarbeiter-Gesprächen sollen Führungskräfte Druck machen.

Stuttgart: Daimler verlängert Kurzarbeit in der Corona-Krise

Update 08. April: Jetzt ist es offiziell: Der Stuttgarter Autobauer Daimler verlängert die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Zwangspause und plant nun bis Ende April mit Kurzarbeit. Das kündigte Finanzchef Harald Wilhelm am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten an. Bislang war Kurzarbeit bis zum 17. April angekündigt.

Es gibt auch gute Nachrichten: Daimler geht nicht von roten Zahlen im Kerngeschäft für die ersten drei Monate aus. Im ersten Quartal rechnet der Konzern sowohl in der Pkw- und Vans-Sparte sowie auch im Geschäft mit Lkws und Bussen mit einer positiven Marge, wie Wilhelm sagte.

Die Produktion bei Daimler ruht seit etwa zweieinhalb Wochen in großen Teilen. Nur in einigen besonders wichtigen Bereichen wird noch gearbeitet. Seit Beginn dieser Woche sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit - zuvor hatten sie Arbeitszeitkonten oder Urlaub abgebaut.

Wie die Kurzarbeit an den einzelnen Standorten umgesetzt wird und wie viele Mitarbeiter jeweils betroffen sind, wird laut Daimler jeweils einzeln mit dem Betriebsrat geregelt. Der Konzern hat in Deutschland rund 170 000 Beschäftigte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kurzarbeit in Daimler-Werken in Deutschland

Ursprungstext vom 26. März: Die Auswirkungen der Corona-Krise werden immer dramatischer. Durch die massive Einschränkung des öffentlichen Lebens durch die Länder - in Baden-Württemberg gilt wie bundesweitein Kontaktverbot - leidet auch die Wirtschaft.

Zahlreiche Geschäfte musste bereits wegen der erlassenen Maßnahmen schließen. Mit Maredo und Vapiano haben zudem zwei Restaurantketten finanzielle Probleme und Insolvenz angemeldet. Aber auch bei den Automobilkonzernen in der Region läuft es derzeit nicht rund.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Daimler stockt Kurzarbeitergeld auf

Sowohl Audi in Neckarsulm, als auch Daimler hatten ihre Produktion vorübergehend runtergefahren und zahlreiche Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Doch das reicht offenbar nicht. Bereits in der vergangenen Woche hatte Audi angekündigt, Kurzarbeit zu beantragen, nun zieht auch Daimler nach.

Nach dem Produktionstopp folgt die Kurzarbeit.

Doch Daimler stockt  laut dem SWR das gesetzlich vorgesehenen Kurzarbeitergeldes von normalerweise 60 Prozent des Nettolohns - bei Beschäftigten mit Kindern sind es 67 Prozent - auf80 bis 90 Prozent auf. Von der Kurzarbeit sind rund 100.000 Beschäftigte inweiten Bereichen der Produktion des Stuttgarter Automobilkonzerns in Deutschland.  Neben den Pkw-Werken trifft die Maßnahme auch die Transporter und Nutzfahrzeug-Sparten von Daimler. Viele Beschäftigte fragen sich, welche Folgen die Kurzarbeit für ihren Alltag und ihr Gehalt hat. Hier gibt es die wichtigsten Informationen zum Thema Kurzarbeit und Gehalt in Zeiten der Corona-Krise.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kurzarbeit für zwei Wochen

Die Kurzarbeit soll ab dem 6. April zunächst für zwei Wochen gelten, ähnlich wie den derzeitigen Werksschließungen behält sich Daimler auch hier vor diese im Zweifelsfall zu verlängern. Während die meisten Werke in Europa und Teilen Nordamerikas aktuell geschlossen sind, fährt Daimler die Produktion in China derweil wieder hoch. Laut einer Daimler-Sprecherin rechnen die Stuttgarter dort wieder mit einer steigenden Nachfrage.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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