Dieter Zetsche

Trotz Daimler-Krise - Ex-Boss soll Mega-Summe kassieren!

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2021 soll Dieter Zetsche als Aufsichtsratschef zu Daimler zurückkehren. Dabei hat der Ex-Boss wohl schon jetzt ausgesorgt.

  • Dieter Zetsche soll 2021 als Aufsichtsratschef zu Daimler zurückkehren.
  • Bis 2019 war Zetsche der Chef von Daimler.
  • Dafür kassiert der Ex-Boss jetzt eine Mega-Rente.

Daimler/Stuttgart: Trotz Krise - Ex-Boss Zetsche soll Mega-Summe kassieren!

Über viele Jahre war Dieter Zetsche das Gesicht von Daimler und lange untrennbar mit dem Erfolg des Stuttgarter Autobauers verbunden. Immerhin hat der in Istanbul geborene Manager dem einst altbackenen Konzern eine ordentliche Verjüngungskur verpasst und merklich modernisiert.

Inzwischen sitzt aber jemand anderes im Chefsessel von Daimler und trifft die wichtigen Entscheidungen für die Zukunft von Marken wie Mercedes-Benz. Der Nachfolger von Zetsche, hört auf den Namen Ola Källenius und wurde vom langjährigen Daimler-Boss auf seine Aufgabe vorbereitet, ehe der Kapitän von Bord gegangen ist.

Daimler/Stuttgart: Kehrt Zetsche als Aufsichtsratschef zurück?

Doch lange soll die Auszeit von Zetsche nicht dauern, bereits 2021- so ist zumindest der Plan - soll der 67-Jährige laut dem Business Insider wieder auf die Kommandobrücke des Stuttgarter Autobauers zurückkehren. Dann soll der Ex-Boss die Position des Aufsichtsratschefs übernehmen.

Auch der Erfolg von Mercedes-Benz in der Formel1 geht auf das Konto von Dieter Zetsche.

 

Das gab Daimler bereits im September 2018 bekannt. In dieser Funktion könne Zetsche an seine alten Erfolge anknüpfen, so die Hoffnung in der Stuttgarter Konzernzentrale. Und die können sich sehen lassen. Neben der Modernisierung des Konzerns und seiner Marken hat Zetsche auch die unglückliche Ehe mit Chrysler beendet. 

Daimler/Stuttgart: Zetsche nicht unumstritten

"Ohne ihn würde es Daimler heute nicht geben", erklärt der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer dem Business Insider. Doch schon vor seinem Abschied bei Daimler war der Ex-Boss nicht unumstritten.

Name

Dieter Zetsche

Geburtstag

5. Mai 1953

Geburtsort

Istanbul, Türkei

Nachfolger

Ola Källenius

Da wäre zum einen die Dieselaffäre, die dem Konzern Milliarden gekostet hat. Wie Audi, soll auch Daimler illegale Abschaltmechanismen verbaut haben, um die Abgaswerte zu manipulieren. Der Stuttgarter Automobilkonzern bestreitet die Vorwürfe hingegen vehement.

Daimler/Stuttgart: Umstieg auf E-Autos verschlafen

Zudem sieht sich Zetsche mit einem Vorwurf konfrontiert, den sich auch die Manager bei VW, Audi oder BMW gefallen lassen müssen: Unter seiner Führung hat Daimler den Umstieg auf neue Antriebsformen wie Wasserstoff- oder Elektromotoren verschlafen.

Daimler-Sprecher Jörg Howe betont indes auf Anfrage von echo24.de: "Die Entscheidung, die Elektromobilität voranzutreiben, hat der Daimler-Vorstand im Übrigen bereits 2015 gefällt und nicht erst gestern." Und doch war es Källenius, der den Umschwung konsequent umgesetzt hat.

Daimler/Stuttgart: Autoexperte lobt Zetsche-Nachfolger

"Källenius hat viele richtige Entscheidungen getroffen. Er hat schnell und konsequent gehandelt, Produktion und Entwicklung enger verzahnt, die kriselnde Transporter-Sparte zur Chefsache gemacht und in der Corona-Krise schnell dieLiquidität des Konzerns gesichert. Und er hat den Ausbau der E-Mobilität mit eigenen E-Auto-Plattformen vorangetrieben", sagt Dudenhöffer. 

Dabei hatte es der Schwede als Nachfolger von Zetsche alles andere als einfach. Denn er musste bei Daimler einiges verändern, bereits vor der Corona-Krise sanken die Gewinne von Daimler. Gleich zweimal musste der Schwede 2019 wegen der Dieselaffäre die Gewinnprognose senken.  

Daimler/Stuttgart: Sparprogramm muss verschärft werden

Entsprechend folgte im Herbst 2019 ein Sparprogramm. Doch nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal war klar, das würde nicht reichen. Seitdem wurde viele darüber spekuliert, wie viele Stellen bei Daimler zusätzlich wegfallen würden.

Dabei wurde von bis zu 30.000 Jobs gesprochen, die abgebaut werden könnten. Letztlich kam es dann aber doch zu einerEinigung mit dem Gesamtbetriebsrat, die zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen soll. So wird für viele Angestellte von Daimler unter anderem die Arbeitszeit für ein Jahr verkürzt. Außerdem soll das Smart-Werk im französischen Hambach verkauft werden.

Daimler/Stuttgart: Kritik an Zetsche-Ära

Doch Automobilexperte Dudenhöffer macht sich gegenüber dem Business Insider keine Sorgen um Daimler: "Die guten Daimler-Jahre kommen erst noch, wenn die E-Auto-Variante der A- oder der S-Klasse mit mehr als 700 Kilometern Reichweite auf den Markt kommt."

Die Zetsche-Ära sieht Dudenhöffer trotz dessen Verdienste aber eher kritisch, insbesondere die Dieselaffäre würde eine dunkeln Schatten auf die Amtszeit des 67-Jährigen werfen. Deutlich drastischer fasst es Susanne Preuß in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zusammen: "Ein vernünftiger Aufsichtsrat sollte in der Lage sein, Entscheidungen zu revidieren. Die Ära Zetsche sollte Geschichte bleiben."

Daimler/Stuttgart: Mega-Rente für Ex-Boss Zetsche

Dabei ist überhaupt noch gar nicht klar, ob der Ex-Daimler-Boss seinen Posten als Aufsichtsratschef 2021 überhaupt antreten kann. "Die Entscheidung über die Besetzung des Aufsichtsrates fällt auf der Hauptversammlung der Daimler AG im Jahr 2021", sagt Daimler-Sprecher Howe. Und bereits auf der diesjährigen Hauptversammlung gab es kritische Stimmen zur Zetsche Rückkehr.

Sollte Zetsche tatsächlich nicht gewählt werden, hat der 67-Jährige aber wohl dennoch ausgesorgt. "Dieter Zetsche hat mit Ausscheiden aus dem Vorstand der Daimler AG eine feste und im Geschäftsbericht ausgewiesene Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt von 1,05 Mio. Euro, das seit Ende des Jahres 2005 auf diesem Niveau eingefroren ist", erklärt Howe. "Darüber hinaus hatte Dieter Zetsche, wie jede Führungskraft der Daimler AG, einen Kapitalbaustein aus dem aktuellen Altersvorsorgesystem."  Einen Bericht der Bild am Sonntag, laut dem der Ex-Daimler-Boss 4.250 Euro am Tag bekommt, bestätigte derDaimler-Sprecher auf Anfrage von echo24.de nicht.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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