Erpresserschreiben bei Daimler

Mann (21) will Daimler-Konzern erpressen: Seine Methoden sind unfassbar

  • Jason Blaschke
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Ein Mann (21) versuchte den Stuttgarter Autobauer Daimler zu erpressen. Zuvor bewirft er fahrende Autos mit Steinen und einer Betonplatte.

  • Ein Mann (21) hat angeblich mehrere Autos mit Steinen und einer Betonplatte beworfen.
  • Anschließend versucht er, den Stuttgarter Autobauer Daimler mehrfach damit zu erpressen.
  • Die Polizei kann den mutmaßlichen Täter festnehmen, der unter anderem eine Autofahrerin in Lebensgefahr brachte.

Daimler in Stuttgart: Mann (21) versucht Daimler zu erpressen

Auf welche Ideen manche Menschen kommen, ist teilweise nicht nachvollziehbar. Das zeigt jetzt wieder ein Vorfall aus Düsseldorf, als ein 21-jähriger Mann versucht, den Stuttgarter Autobauer Daimler zu erpressen. Neben einem Erpresserschreiben benutzt der Mann Steine und eine Betonplatte als Tatwaffen. Polizeiangaben zufolge soll er in Nordrhein-Westfalen damit drei Anschläge auf fahrende Autos verübt haben. In einem Fall kommt - laut Ermittlern - die Betonplatte zum Einsatz, mit welcher der mutmaßliche Täter ein Auto getroffen hat.

Als Tatwaffe kommen Steine und eine Betonplatte zum Einsatz, die der mutmaßliche Täter auf fahrende Autos warf.

Zwei weitere Mal benutzt der junge Mann große Steine, die er auf fahrende Autos wirft - die Geschosse verfehlen zum Glück das Ziel. Anschließend fordert der 21-Jährige 200.000 Euro vom Daimler-Konzern gefordert. Der wiederum verständigt die Behörden, die den mutmaßlichen Täter am Mittwochabend schließlich festnehmen können. Ihm droht jetzt eine Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Mordes und wird dem Haftrichter vorgeführt, der die Haft anordnet. 

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Am 28. April soll der 21-Jährige eine Autofahrerin auf der Autobahn 44 bei Geseke (Paderborn) nur knapp mit seiner Betonplatte verfehlt haben. Laut Polizei ist die ins Dach und die Windschutzscheibe der geschädigten Mercedes-Fahrerin gekracht und landete - zum Glück - auf deren Beifahrersitz. Schon kurz nach der Tat geht bei Daimler in Stuttgart ein Erpresserschreiben ein. Auch die Polizei in Dortmund bekommt eine Ausfertigung des Erpresserschreibens. Aber damit nicht genug.

In zwei darauffolgenden Nächten - rund eine Woche später - findet die Polizei mehrere Steine auf der Straße. Auch in diesen Fällen schickt der Mann jeweils ein Erpresserschreiben an Daimler. Das bestätigt der Konzern den Stuttgarter Nachrichten und erklärt, man habe umgehend die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Die Hintergründe für die Stein-Betonplatten-Angriffe sind bislang unbekannt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, bisher gibt es keine eindeutige Erklärung für diese merkwürdige Tat.  

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Die Polizei prüft aktuell, ob der junge Mann für weitere - bislang unbekannte - Erpressungstaten verantwortlich ist. Bisher ist er der Polizei - laut Staatsanwaltschaft - nicht aufgefallen. Auch eine besondere Verbindung zu Daimler können die Ermittler nicht feststellen. Insofern ist zumindest diese Angelegenheit für den Stuttgarter Autobauer erledigt. Weitaus mehr Sorgen dürfte sich der Konzern um seinen Gewinneinbruch im ersten Quartal machen, der Spekulationen um eine mögliche "Beschleunigung" im Daimler-Sparprogramm weiter anheizen dürfte.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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