Um Klimaziele zu erfüllen

Daimler überrascht: Schnelles Aus für Diesel und Benziner - Datum steht

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Die Daimler-Tochter Mercedes wird in Zukunft elektrisch. Mit den schmutzigen Verbrennungsmotoren könnte nun deutlich früher als geplant Schluss sein.

  • Daimler will seine Klimaziele erfüllen.
  • Ab 2030 soll es bei Mercedes keine Diesel und Benziner mehr geben.
  • Smart zeigt, wie es geht.

Update, 18. März: Die Elektromobilität wird in Deutschland immer wichtiger, auch weil der Verbrennungsmotor vor dem Aus steht. Daimler hatte schon frühzeitig ein Datum festgelegt, ab dem man keine Diesel und Benziner mehr verkaufen wollte. 2039 sollte es so weit sein. Zuletzt gab es jedoch immer wieder Stimmen, dass es schon deutlich früher zu einem Abschied von den Verbrennungsmotoren kommen könnte.

Wie das Manager Magazin nun berichtet, arbeitet man derzeit unter Hochdruck daran, den früheren Ausstieg umzusetzen, bereits vor der Sommerpause könnte Daimler-Boss Ola Källenius den neuen Kurs vorstellen. Demnach sollen einige der für 2024/2025 geplanten Elektroautos bereits ein Jahr früher auf den Markt kommen.

Daimler: Aus für Verbrenner schon 2030 - auch Audi reagiert

Bei den aktuellen Mercedes-Benz-Modellen setzt Daimler zum schnellen Kahlschlag an. Mehr als die Hälfte soll laut dem Bericht des Manager Magazins in der kommenden Generation nur noch mit Elektroantrieb verkauft werden. Die Varianten mit Diesel- oder Benzinmotoren würden so zeitnah auslaufen. Auch eine eigene Fertigung von Batteriezellen - die bislang durch die Bank abgelehnt wurde - scheint inzwischen möglich.

Damit möchte Källenius Mercedes-Benz auf ein Extremszenario vorbereiten - wie beispielsweise ein Verbot für Verbrennerantriebe ab 2030, wie es von den Grünen gefordert wird. Ein konkretes Datum nannte deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock jedoch nicht, als sie ihre Pläne dem Vorstand des Branchenverbandes VDA im Mai präsentierte. Allerdings scheint die Ankündigung Eindruck hinterlassen zuhaben. Denn auch Audi möchte bereits 2026 sein letztes Modell mit einem Verbrennungsmotor auf den Markt bringen.

Daimler: Aus für Diesel und Benziner schneller als gedacht?

Update, 11. März: Kommt das Aus für Benziner und Diesel bei der Daimler-Tochter Mercedes jetzt doch schon früher als gedacht? Ursprünglich wollte die Luxus-Marke erst 2039 aus dem Verbrennungsmotor aussteigen, doch Aussagen des Daimler-Vorstands Markus Schäfer deuten auf ein früheres Ende hin.

Dem Handelsblatt sagte Schäfer, es gäbe "produktseitig in der nahen Zukunft keinen rationalen Grund mehr, sich für einen Verbrenner zu entscheiden. Wir bereiten uns jedenfalls auf eine frühere Umstellung vor." 

Daimler: Aus für Benziner und Diesel - EU spielt wichtige Rolle

Die Formulierung "in der nahen Zukunft" wählt der Daimler-Vorstand dabei bewusst. Für Schäfer hängt das Tempo der Transformation maßgeblich davon ab, wie streng die kommende Euro-7-Abgasnorm ausfällt. Ein Entwurf der EU-Kommission wird bis Ende des Jahres erwartet.

"Je nachdem, welche Regularien am Ende angewendet werden, kann sich die Perspektive für Verbrenner noch einmal dramatisch verändern – bis hin zu einem Szenario, das es fast unmöglich macht, ab 2025 noch Verbrenner zuzulassen", betont Schäfer.

Daimler: Schnelleres Aus für Benziner und Diesel?

Mit der Neuausrichtung des Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim bereitet sich Daimler bereits frühzeitig auf eine elektrische Zukunft vor.  Schäfer ließ im Handelsblatt auch durchblicken, das die 2016 eingeführte "Fame"-Motorenfamilie wohl auch die letzte sein wird. 

"Das heißt: der Großteil der Investitionen kann jetzt wirklich in Elektromobilität gehen", sagte Schäfer. Ein genaues Ende der Verbrenner wollte der Daimler-Vorstand jedoch nicht nennen, allerdings geht er davon aus, dass die Variantenvielfalt deutlich zurückgehen wird. Bis 2025 rechnet er mit einem Rückgang um 40 Prozent, bis 2030 sollen es sogar 70 Prozent sein. „Das ist die Minimummaßgabe“, betont Schäfer. „Der Wandel kann auch weit schneller kommen.“

Daimler: Aus für Diesel und Benziner - So sieht die Mercedes-Zukunft aus!

Erstmeldung 9. Juli 2020: Seit dem Dieselskandal hat sich in der deutschen Automobilindustrie so einiges getan und langsam aber sicher springen auch die deutschen Hersteller auf den E-Mobilität-Zug auf. Bereits im letzten Jahr hatte beispielsweise Mercedes angekündigt, sich in nicht allzu fernen Zukunft von den Verbrennmotoren verabschieden zu wollen

Denn nur so kann die Marke mit dem Stern die immer strenger werdenden CO2-Vorschriften einhalten. Doch bis aus Stuttgart nur noch reine Stromer statt Diesel und Benziner kommen, wird es laut OE24.tv noch eine Weile dauern.  

Daimler: Einstieg bei Farasis, Ausstieg in Frankreich

In der vergangenen Woche überraschte die Konzernmutter Daimler bereits mit zwei Meldungen: Zunächst verkündete man den Einstieg beim chinesischen Batteriehersteller Farasis. Nur wenig später erklärte Daimler, dass Smart Werk in Hambach in Frankreich verkaufen zu wollen.

Mit dem Einstieg bei Farasis möchte Daimler langfristig seine Nachhaltigkeitsziele erreichen, denn spätestens 2039 soll die gesamte Neuwagenflotte von Mercedes-Benz CO2-neutral sein. Für die Produktion gilt das bereits ab dem Jahr 2022.

Daimler: China wird wichtiger

Das heißt in weniger als 20 Jahren verabschiedet sich der Konzern - dessen Gründer einst das Automobil erfunden haben - gänzlich von den klassischen Verbrennungsmotoren. "Mit der erstmaligen Beteiligung an einem chinesischen Batteriezellenhersteller wollen wir das Potenzial innovativer Technologiepartner im chinesischen Markt zunehmend nutzen und so auch unsere weltweite Elektro-Strategie konsequent verfolgen", erklärt Hubertus Troska Daimlers China-Vorstand. 

Auch die Aktivitäten von Daimler in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion sowie in den Einkauf in China sollen künftig intensiviert und ausgebaut werden. Dazu zählt auch Smart, womit die zweite Meldung ins Spiel kommt.

Daimler: Smart bereits vollelektrisch

Denn künftig werden die Modelle von Smart - die bereits seit längerem nur noch als Stromer erhältlich sind - gemeinsam mit Daimlers Großaktionär Geely in China gefertigt. Das stand bereits vor der Hauptversammlung des Stuttgarter Automobilkonzerns vor einigen Tagen fest.

Auch von dem ursprünglichen Plan weitere Modelle der Mercedes-Marke EQ in Hambach zu produzieren, sieht man nun ab. Stattdessen also steht das Werk überraschend zum Verkauf, mit Ineos ist aber schon ein möglicher Käufer in Sicht. 

Daimler: Neue Mercedes-EQ-Modelle auf dem Weg

Doch das bedeutet nicht etwa das Ende für die Modelllinie EQ bei Mercedes, ganz im Gegenteil, die beiden rein elektrischen Modelle  EQV (VAn) und  EQC (SUV) bekommen mit dem EQA auf Basis des neuen GLA noch in diesem Jahr Gesellschaft

Im nächsten Jahr folgen laut OE24.tv dessen großer Bruder EQB, sowie die elektrische Luxuslimousine EQS, die sich jedoch stark von der neuen S-Klasse - die im September vorgestellt wird - unterscheiden wird. Doch auch die Dieselklagen werden Daimler im kommenden Jahr weiter verfolgen. Das zeigen jetzt veröffentlichte Zahlen vom Stuttgarter Landgericht

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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