Bei Daimler wird gespart

Daimler: Schock-Nachricht für Mitarbeiter - Ist das Sparpaket erst der Anfang?

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Daimler ist im Krisen-Modus. Der Betriebsrat geht davon aus, dass es mit dem Sparpaket längst nicht getan ist. Es werden weitere Stellen wegfallen. 

  • Daimler muss wegen der Corona-Pandemie sein Sparprogramm anpassen.
  • Jetzt gab es eine Einigung mit dem Betriebsrat.
  • Für die Angestellten bei Daimler hat das drastische Folgen.

Daimler in Stuttgart: Sparpaket nur der Anfang - Betriebsrat erwartet weitere Stellenkürzungen 

Update, 3. August: Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht erwartet nach dem Corona-Sparpaket im Umfang von 450 Millionen Euro weitere Einschnitte bei dem Autokonzern. Es sei klar, dass dieses längst nicht ausreiche.

Weitere Stellenkürzungen könnten die Folge sein. Der Konzern hat rund 300.000 Mitarbeitern. Da könne man vieles auch über Fluktuation regeln. Außerdem liegt das Durchschnittsalter bei 46 Jahren. Brecht: "Da bietet die Demografie einen sozialverträglichen Ansatz."

Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat hatten sich Ende Juli auf Eckpunkte zur Reduzierung der Personalkosten und zur Beschäftigungssicherung geeinigt. Wesentliche Punkte: Die Arbeitszeit wird reduziert, die Prämie gestrichen und das sogenannte tarifliche Zusatzgeld automatisch in freie Tage umgewandelt. 

Daimler Betriebsrat: Sparpaket ist nur ein Zeitpuffer

Brecht hatte bereits früh betont, dass ein Einsparvolumen von 450 Millionen Euro nur einen Einmaleffekt haben könne und einen zeitlichen Puffer verschaffe. Brecht ist überzeugt, dass Themen, die es zu lösen gilt, damit nicht aus der Welt geschaffen sind. Das berichtet die dpa. Stattdessen habe man die Situation etwas entspannt - kurzzeitig. 

Die Corona-Krise sorgt für tiefrote Zahlen bei Daimler und zwingt den Autobauer zur Verschärfung seines Sparkurses. Daimler: Zwei Milliarden Euro Verlust musste Daimler im zweiten Quartal hinnehmen. Weil weltweit Fabriken stillstanden, Autohäuser schließen mussten und viele andere Unternehmen nicht arbeiteten und somit auch keine Lastwagen kaufen konnten, knickten die Absatzzahlen ein. Fast ein Drittel des Umsatzes brach weg.

Daimler steckt tief in den roten Zahlen.

Daimler in Stuttgart: So sollen Personalkosten gespart werden

Ursprungsartikel vom 29. Juli: Wie viele Unternehmen aus der Automobilbranche befindet sich auch Daimler im Krisenmodus. Doch anders als in vielen anderen Branchen in Deutschland kam die Krise in der Autoindustrie nicht erst mit der Corona-Krise.

Entsprechend hatte Daimler bereits im Herbst des vergangenen Jahres reagiert und ein Sparprogramm auf den Weg gebracht, mit dem 1,4 Milliarden Euro an Personalkosten eingespart werden sollten. Doch wegen der Corona-Pandemie reicht dieser Betrag nicht mehr, erklärte Daimler-Chef Ola Källenius erst kürzlich - wollte sich aber nicht festlegen, wie viele Jobs bei dem Automobilkonzern aus Stuttgart wegfallen sollen.

Daimler/Stuttgart: Arbeitszeit wird doch reduziert

Der Betriebsrat forderte hingegen eine Reduzierung der Arbeitszeit, wie während der Wirtschaftskrise, stieß damit jedoch im Vorstand auf wenig Gehör. Zunächst zumindest. Denn inzwischen haben sich die Unternehmensleitung und der Gesamtbetriebsrats auf Eckpunkte zur Senkung der Personalkosten geeinigt.

Die Produktion ist nicht von der Arbeitszeitkürzung betroffen.

Und siehe da: Die Arbeitszeit der Daimler-Angestellten wird um zwei Stunden reduziert - jedoch nicht für alle. Zudem werden die Prämien gestrichen und das tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umgewandelt.

Daimler in Stuttgart: Einsparung nur Einmaleffekt

Die Reglungen zur reduzierten Arbeitszeit gelten laut dpa jedoch nur in der Verwaltung und produktionsnahen Bereichen wie der Logistik. Die Maßnahmen gelten zunächst ein Jahr und ohne Lohnausgleich. Für den Chef des Gesamtbetriebsrat, Michael Brecht, leistet die beschlossene Einigung einen "deutlichen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilisierung unserer Finanzlage".

Wie Brecht gegenüber der Automobilwoche erklärte, können so 450 Millionen Euro eingespart werden. Allerdings handele es sich nur um einen Einmaleffekt: "Das trägt für ein Jahr zur Entspannung bei, kann aber nicht die ganzen anstehenden Themen lösen." Dazu gehören auch die Dieselklagen gegen Daimler, die aktuell wieder einen Rekordwert erreichen. Und ein weiterer Image-Rückschlag: Beim Arbeitgeber-Ranking ist Daimler von Platz 1 der beliebtesten Arbeitgeber verdrängt worden

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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