Beteiligung oder Verkauf?

Mega-Angebot für Fahrdienst: Verkaufen Daimler und BMW an US-Konkurrent Uber?

EIn Taxi von Mercedes Benz und ein BMW Leihwagen.
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Bei Free Now gibt es Taxi- und Mietwagenservice in einer App.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Ein US-Konkurrent hat ein Mega-Angebot für den Fahrdienst von Daimler und BMW, FreeNow, vorgelegt. Doch in Bayern zögert man noch.

Update, 22. Oktober: Seit Langem versucht der Mobilitätsdienst Uber in Deutschland Fuß zu fassen, musste dabei aber mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Inzwischen ist der US-Konzern in zahlreichen deutschen Städten vertreten, weitere sollen folgen. Derweil suchen Daimler und BMW nach Investoren für ihren defizitären Mobilitätsdienst FreeNow.

Die Allianz, die beiden Hersteller mit dem Gemeinschaftsunternehmen YourNow - zudem auch FreeNow gehört - hat sich bislang nicht als Erfolg erwiesen und steht deshalb bereits nach einem Jahr wieder auf dem Prüfstand. Auch weil der Fokus bei Daimler und BMW künftig wieder mehr auf der Autoproduktion liegen soll. Daher steht mit Park-Now eine weitere Beteiligung zum Verkauf.

Daimler/BMW: FreeNow-Verkauf an Uber macht Sinn - Zips zögert

Hier kommt wieder Uber ins Spiel, denn wie das Manager Magazin berichtet, hat das US-Start-up Daimler und BMW ein Angebot gemacht, dem nur schwer zu widerstehen ist. Die Rede ist von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag für jeden der Partner, mit dem Daimler und BMW einen Teil ihrer Verluste wettmachen würden. Mit dem Verkauf würde Daimler auch einer Forderung des Betriebsratsbosses Michael Brecht nachkommen und auch in der Konzernzentrale in Stuttgart will man laut Manager Magazin verkaufen.

Nur in Bayern zögert BMW-Boss Oliver Zips noch, aus Angst zum Hardwarehersteller degradiert zu werden, wenn man Uber das Feld überlässt. Stattdessen könnte sich der BMW-Chef eine Beteiligung von Uber vorstellen, doch das stößt sowohl bei Daimler als auch in den USA auf Ablehnung. Wirtschaftlich würde es hingegen Sinn machen, das milliardenschwere Angebot von Uber anzunehmen, ungeachtet der Gewinne, die Daimler und BMW im dritten Quartal eingefahren haben. Konzernintern haben die Mobilitätsdienste an Priorität verloren.

Daimler/BMW: Konkurrent mit Interesse - Fahrdienst vor Verkauf?

Erstmeldung, 30. September: Wer von A nach B möchte, ohne laufen zu müssen, war früher auf das eigene Auto, ein Taxi oder den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. In den letzten Jahren hat sich aber auch dieser Markt radikal verändert. Heute bieten sich - vor allem in großen Städten - zahlreiche Möglichkeiten. Vom Carsharing über Fahrdienste bis hin zu elektrischen Scootern.

Bereits 2014 wagte der Stuttgarter Autobauer Daimler einen ersten Schritt in Markt für digitale Mobilitätslösungen und stieg bei dem Hamburger Start-up MyTaxi ein. Aus der Taxi-App ist inzwischen ein Uber-Konkurrent und eine Zusammenarbeit mit BMW geworden. Seit 2019 hört die App nun auf den Namen Free Now und ist in ganz Europa sowie in Lateinamerika vertreten.

Daimler/BMW: Uber mit Interesse an Free Now

Das weckt Begehrlichkeiten, vor allem im Mutterland digitaler Mobilitätslösungen, den USA. Wie das Handelsblatt berichtet, ist Uber - das auch in Stuttgart vertreten ist und in Europa und Lateinamerika weiter expandieren möchte - daran interessiert, Free Now zu übernehmen.

Zuvor hatte das Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BMW versucht, neue Investoren an Bord zu holen. Wegen der Corona-Krise sind diese Bemühungen aber ins Stocken geraten und Uber hat eine Chance gesehen, noch schneller Marktanteile zu gewinnen.

Daimler/BMW: Keine Stellungnahme von Uber

Allerdings dürfte die anhaltende Corona-Pandemie auch die Verhandlungen über den Kaufpreis erschweren, zumal Daimler seine Hälfte an Free Now laut dem Handelsblatt im Juni mit 618 Millionen Euro bewertet hat. Dass der Automobilhersteller zudem nicht schnell klein beigibt, zeigt eine Kampfansage an Tesla.

Außerdem ist nicht ausgeschlossen, dass sich noch andere Bieter finden. Auf Anfrage des Handelsblatt lehnten sowohl der US-Mobilitätsdienstleister Uber als auch BMW eine Stellungnahme ab. Daimler erklärte lediglich, dass man sich nicht zu Spekulationen äußert.

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