Zunehmendes Problem!

Daimler im Kampf gegen Produktpiraterie - gefährliche Fälschungen auf dem Markt

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Ersatzteile fürs Auto können teuer werden, davon profitieren Fälscher. Doch das will Daimler unterbinden! Auch für die Sicherheit der Kunden. 

  • Ersatzteile für Autos sind teuer.
  • Produktfälscher nutzen das aus.
  • Daimler geht daher weltweit gegen Fälscher vor.

Daimler/Stuttgart: Gefährliche Ersatzteile - So sollen Fälscher gestoppt werden!

Im Volksmund heißt es oft: "Auto fängt mit Au an und hört mit O auf"! Gemeint sind damit die Kosten, die damit verbunden sind. Sei es TÜV, Tanken oder der Besuch in der Werkstatt. Am Ende wird es oft teuer.

Doch es gibt Sparpotenzial, zum Beispiel in dem man Öl zur Inspektion mitbringt oder Ersatzteile im Vorfeld selbst im Internet besorgt. Doch genau hier liegt das Problem, nicht immer bekommen die Kunden auch das, was sie zu kaufen glauben.

Daimler/Stuttgart: Fälscher generieren hohe Umsätze

Auch bei den Ersatzteilen nimmt der Handel mit gefälschten Produkten immer mehr zu. Die OECD schätzt, das sich das Handelsvolumen von Produktpiraten auf jährlich rund 509 Milliarden US-Dollar beläuft - mit steigender Tendenz.

Die Produktpiraten agieren dabei mit hoher krimineller Energie und erzielen laut einer Studie des Wirtschaftsverbands Unifab höhere Margen als der Drogenhandel. Bei Daimler - wo aufgrund der Corona-Krise weitere Jobs in Gefahr sind - geht man daher in enger Zusammenarbeit mit dem Zoll konsequent gegen die Produktfälscher vor. 

Daimler/Stuttgart: Gefälschte Ersatzteile stellen Gefahr für Kunden dar

"Im Jahr 2019 haben wir über 520 behördliche Razzien initiiert, unterstützt und begleitet. Insgesamt wurden über 1,6 Millionen Fälschungen von Daimler Produkten beschlagnahmt", sagt Renata Jungo Brüngger, Mitglied des Vorstands der Daimler AG. 

Rechts die Fälschung und  links Original nach dem Stresstest.

"In vielen Fällen handelte es sich dabei um sicherheitsrelevante Ersatzteile, etwa Bremsscheiben, Räder oder Windschutzscheiben", erklärt die Daimler-Vorständin. Oftmals missachten die Fälscher dabei jegliche Vorgaben und lassen die Teile unter Menschen unwürdigen Bedingungen produzieren. Somit stellen die Fälschungen eine Gefahr für die Sicherheit der Kunden dar. 

Daimler/Stuttgart: Fälschungen kaum erkennbar 

Für den Laien sind die Fälschungen oftmals nicht von Originalteilen von Daimler oder anderen zugelassenen Herstellern zu unterscheiden. Es gibt aber Anzeichen, die auf eine Fälschung - die meist qualitativ minderwertig sind und die gesetzlichen Mindestvorgaben nicht erfüllen - hindeuten.

Neben einem extrem niedrigen Preis sind Auffälligkeiten in der Produktqualität und der Verkauf über dubiose Onlineshops. "Markenschutz ist Kundenschutz: Die Sicherheit unserer Kunden steht für uns an erster Stelle. Wir fahren gegenüber Fälschern eine Nulltoleranz-Strategie. Deshalb haben wir einen eigenen Bereich aufgebaut, um Fälschern das Handwerk zu legen", sagt Brüngger. Denn dadurch gehen dem kriselnden Daimler-Konzern außerdem wichtige Einnahmen verloren, die der Stuttgarter Autobauer gut gebrauchen kann.

Daimler/Stuttgart: Weltweiter Kampf gegen Fälscher

Die Abteilung "Intellectual Property Enforcement" ist im Kampf gegen Produktpiraterie global aufgestellt und arbeitet mit Zoll- und Strafverfolgungsbehörden eng zusammen. Drei Aspekte sind dabei der Kern der Markenschutz-Strategie von Daimler: "Aufspüren, Angreifen und Vorbeugen"

Dazu werden weltweit verdächtige Online-Plattformen und Messen überprüft. Mit gezielten Razzien sollen zudem die großen Fälscher-Netzwerke und ihreProduktions- und Vertriebsstrukturen zerschlagen werden. Zudem sind strafrechtlich Maßnahmen oder Klagen auf Schadensersatz und Unterlassung oder Auskunft möglich. Zusammen mit den Behörden engagiert sich Daimler aber auch in der Prävention

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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