Zweifelhafter Preis für Daimler!

Schmäh-Preis für Mercedes-SUV von Umwelthilfe - mit klarer Aufforderung

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Ein Daimler-SUV wurde von der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet. Die Freude darüber dürfte sich in Grenzen halten. Außerdem gibt es eine klare Aufforderung an den Hersteller. 

  • Die Deutsche Umwelthilfe hat eine "Schrott-Auszeichnung" für SUV-Fahrzeuge vergeben.
  • Abgestimmt haben aber die Verbraucher.
  • Der Gewinner ist ein Daimler-SUV!

Daimler/Stuttgart: Ökologisch? "Schrott-Auszeichnung" für Mercedes-SUV

Wer sich ein neues Auto zulegen will, hat inzwischen die Qual der Wahl. Denn die Modellplatte der Hersteller ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Umso wichtiger ist die Bedeutung der Auszeichnungen, die in der Automobilindustrie vergeben werden.

Neben dem Auto des Jahres sind vor allem der "Gelbe Engel" des ADAC und das von der AUTO BILD verliehene "Goldene Lenkrad" begehrt. Doch es gibt auch Preise, die man eher nicht gewinnen möchte, beispielsweise die "Goldene Himbeere", die für besonders schlechte Leistungen verliehen wird.

Daimler/Stuttgart: Deutsche Umwelthilfe "zeichnet" SUV aus

Eine solche "Ehrung" hat nun auch Daimler erhalten. Denn der Stuttgarter Autobauer wurde von der Deutschen Umwelthilfe mit dem "Goldenen Geier 2020" für den ökologisch unsinnigsten SUV bedacht. 

In einer Onlineabstimmung setzte sich der Mercedes GLS dabei gegen den BMW X7, den Range Rover Sport SVR und den Audi Q7 Plug-In und den VW Amarok Aventura durch. 18.000 Verbraucher beteiligten sich an der Abstimmung, bei der rund ein Drittel der Stimmen auf das Modell aus dem Hause Daimler entfiel.

Daimler/Stuttgart: Deutsche Umwelthilfe mit deutlicher Ansage

In einem Statement zur Verleihung des Preises schreibt die Deutsche Umwelthilfe. "Wir fordern Daimler auf, das SUV-Wettrüsten zu beenden und Fahrzeuge wie den monströsen Mercedes GLS nicht weiterzuverkaufen", sagt die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, Barbara Metz. "Monströse Stadtpanzer wie der Mercedes GLS schaden dem Klima und haben in unseren Städten nichts verloren."

Die Freude über den "Golden Geier "dürfte sich bei Daimler in Grenzen halten.

Doch warum verleiht die Deutsche Umwelthilfe den Negativpreis eigentlich an einen SUV, nachdem der "Goldene Geier" im letzten Jahr noch an Nestlé für die unsinnigste Einweg-Plastikverpackung gegangen war. "Jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Auto ist inzwischen ein SUV – 2019 waren das über eine Million Fahrzeuge", erklärt der Verein auf seiner Webseite. "Doch mit Blick auf den Klimaschutz und die Sicherheit im Straßenverkehr sind es einzig die Autohersteller, die von diesem Trend profitieren."

Daimler/Stuttgart: Mercedes GLS nicht der schmutzigste SUV

Der mit dem Negativpreis bedachte Daimler-SUV kommt in der aktuellsten AMG-Version auf ein Leergewicht von 2,6 Tonnen und hat 634 PS. Auf 100 Kilometer verbraucht der Mercedes GLS 11,9 Liter Benzin und stößt pro Kilometer 288 Gramm CO2 aus. Von den nominierten SUV-Fahrzeugen stößt lediglich der VW Amarok weniger aus.

Zusammen kommen die fünf SUV auf 1.613 Gramm CO2 pro Kilometer, im Schnitt wären das 322,6 Gramm CO2 pro Fahrzeug. Die Deutsche Umwelthilfe betont: "Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neu zugelassenen SUV und Geländewagen lag 2018 mit 144 g CO2/km vom aktuell geltenden Flottengrenzwert von 95 g CO2/km meilenweit entfernt."  Doch dieser Wert dürfte in Zukunft sinken, denn Daimler kündigte bereits an in Zukunft nur noch auf E-Autos zu setzten und auch Audi bietet bereits einen vollelektrischen SUV an.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

Das könnte Sie auch interessieren