Automobilkonzern mit Tradition!

Vom Auto-Erfinder zum Weltkonzern: Die Geschichte der Daimler AG!

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Carl Benz und Gottlieb Daimler haben einst das Auto erfunden. Ihr gemeinsames Unternehmen ist heute ein Weltkonzern.

  • Carl Benz und Gottlieb Daimler haben das Auto erfunden.
  • 1926 kam es zur Fusion zur Daimler-Benz AG.
  • Heute führt Ola Källenius den Weltkonzern aus Stuttgart.

Daimler AG: Vom Auto-Erfinder zum Weltkonzern -  Fakten, Standorte, Modelle

Auf der ganzen Welt ist Deutschland als das Land der Dichter und Denker bekannt und wird für die Qualität seiner Produkte geschätzt. Zahlreiche Erfindungen und Innovationen haben von Deutschland aus die Welt erobert.

Eine der wichtigsten Erfindungen war wohl das Auto, das bis heute auch eng mit Baden-Württemberg verbunden ist. Mit Daimler, Porsche und Audi sind bis heute drei große Automobilhersteller in dem Bundesland vertreten, in dem einst das Auto erfunden wurde.

Daimler AG: Carl Benz und Gottlieb Daimler als Väter des Autos

Insbesondere die Daimler AG - mit ihrer Tochter Mercedes-Benz - ist eng mit der Erfindung des Automobils verbunden. Denn unabhängig voneinander erfanden Carl Benz und Gottlieb Daimler 1886 das erste Auto. Während Benz "Velociped" noch auf drei Räder setzte, stellte Daimler nur gut 100 Kilometer entfernt seine vierrädrige Motorkutsche vor.

1886 erfand Gottlieb Daimler die Motorkutsche.

Bereits 1883 entstand in Mannheim die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik, im November 1890 wurde dann in Cannstatt die Daimler-Motoren-Gesellschaft gegründet. Damit war der Grundstein für die heutige Daimler AG mit Sitz in Stuttgart gelegt.

Daimler AG: Modernes Auto statt motorisierte Kutsche

Doch noch arbeiteten die beiden Erfinder eigenständig weiter. 1895 erfand Benz den ersten Omnibus, ein Jahr später zog Daimler mit dem ersten Lastkraftwagen nach. Doch bis zum ersten modernen Auto, das sich in seiner Form von der Kutsche abhob, dauerte es noch bis 1901.

Hier hatte die Daimler-Motoren-Gesellschaft die Nase vorne. Noch im selben Jahr wurde Emil Jellinek damit beauftragt einen Rennwagen zu entwickeln, den er nach seiner Tochter Mercedes benannte. 1902 sicherte sich Daimler die Rechte an dem Namen Mercedes.

Daimler AG: Fusion zur Daimler-Benz AG

1926 kam es dann zur Fusion der beiden Unternehmen unter dem Namen Daimler-Benz AG. Mit der Fusion wurde auch ein neues Logo erdacht. Es war eine Mischung aus dem seit 1909 von Daimler verwendeten Mercedes-Stern und dem - ebenfalls seit 1909 verwendeten - Lorbeerkranz mit Benz-Schriftzug. 

Mit der Fusion zur Daimler-Benz AG brauchte es ein neues Logo.

Inzwischen war das Auto zum Kerngeschäft der beiden Unternehmen geworden, im dritten Reich produzierte die Daimler-Benz AG Militärfahrzeuge, Schiffs- und Flugzeugmotoren. Am 23. März 1945 wurde das Daimler-Benz-Werk in Mannheim als ersten Standort des Unternehmens von der US-Armee eingenommen. Auch die Fabriken in Gaggenau und Stuttgart-Untertürkheim wurden im April durch französische Truppen besetzt.

Daimler AG: Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Während die Rote Armee die Werke im Osten einnimmt und deren Demontage zügig vorantreibt, können die Werke im Westen ihre Produktion schnell wieder aufnehmen. Als Erstes wird das Werk in Stuttgart-Untertürkheim provisorisch wiedereröffnet. Kurze Zeit später nahm Daimler-Benz am Standort in Mannheim die Produktion des Drei-Tonner-Lastkraftwagen L701 wieder auf. Schon im August 1945 beauftragte die amerikanische Militärregierung den damaligen Vorstandvorsitzenden Wilhelm Haspel die Produktion von Limousinen-Fahrzeugen vorzubereiten.

Mit Beginn der Nachkriegszeit wurde die Daimler AG wieder zu einem der Vorreiter in der Automobilindustrie. 1951 führten die Schwaben die Sicherheitsfahrgastzelle ein. Im Jahr 1981 folgten der Airbag und Gurtstraffer. Bis heute wird kein Auto ohne diese Innovationen gebaut.

Zudem nutzte Daimler die Gunst der Stunde und expandierte nach Südamerika. Erstmals wurden in Buenos Aires in Argentinien und São Paulo in Brasilien Fabriken im Ausland eröffnet. Ab 1952 wurden in Brasilien Lastwagen gefertigt, in Argentinien begann die Produktion bereits 1950. Zudem gründete Daimler-Benz auch im Iran, in Südafrika sowie der Türkei und Indien Produktions- und Fertigungsstätten. Auch im Inland wurde die Produktionspalette schnell ausgebaut.

Daimler AG: Wachstum und Fusion mit Chrysler

In den kommenden Jahren wuchs die Daimler-Benz AG immer weiter. Nach dem Verkauf der Auto-Union an Volkswagen im Jahr 1965, wurde zunächst die Übernahme von Konkurrenten im Kleinwagensektor in Betracht gezogen. Relativ schnell fiel aber die Entscheidung auf internes Wachstum zu setzen. Derweil wurde aus dem Automobilkonzern in den 80er Jahren als Folge der Ölkrise ein integrierter Technologiekonzern, zudem unter anderem AEG gehörte. Doch bereits 1995 erfolgte ein weitere Strategiewechsel hin zur Welt AG mit den Schwerpunkten Schwerpunkte Transport, Verkehr und Dienstleistung.

Aus der DaimlerChrysler AG wurde 2007 die Daimler AG.

Im Jahr 1989 verlegte die Daimler-Benz AG ihren Hauptsitz dann von Stuttgart-Untertürkheim nach Stuttgart-Möhringen, wo dieser bis zur Rückkehr nach Untertürkheim 2006 blieb. Die nächste einschneidende Veränderung war dann die Fusion mit dem amerikanischen Automobilkonzern Chrysler im Juli 1998. Aus Daimler-Benz AG wurde nun DaimlerChrysler. Lange hielt diese Ehe jedoch nicht, bereits 2007 trennten sich die beiden Unternehmen wieder.

Daimler AG: Trennung von Chrysler führt zu neuem Namen!

Auf der Hauptversammlung am 4. Oktober 2007 folgte dann die erneute Umbenennung des Konzerns, seit dem firmiert der Autobauer als Daimler AG. Die Geschäftsfelder des Unternehmens sind seither Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks, Daimler Buses und Daimler Financial Service. Anfang 2019 vereinbarten Daimler und BMW ein Kooperation, woraufhin Gerüchte über eine Fusion entstanden. Inzwischen hat sich die Zusammenarbeit erledigt und Daimler  hat mit Nvidia im Bereich autonomes Fahren einen neuen Partner gefunden.

Zum 1. November änderte die Daimler AG ihre Unternehmensstruktur und setzt seitdem auf drei Säulen. Mercedes-Benz, Trucks und Mobility sind seither eigenständige Unternehmen innerhalb der Konzernmutter. Während die Mercedes-Benz AG das Pkw-Segment verantwortet, ist die Daimler Truck AG für das Lkw- und Bus-Segment zuständig. In der Daimler Mobilty AG sind die Fahrzeugfinanzierung und das Flottenmanagement zusammengefasst.

Daimler AG: Neuer Wind an der Spitze - Zetsche geht

Mit dieser Maßnahme wollte der neue Daimler-Chef Ola Källenius - der nach 13 Jahren Dieter Zetsche an der Spitze der Daimler AG abgelöst hatte - den Konzern effizienter machen und aus der Krise führen - in der sich die Automobilbranche schon vor dem Coronavirus befand.

Ola Källenius beerbte Dieter Zetsche als Chef von Daimler.

Bevor der Schwede den Posten als Daimler-Chef antrat, saß er bereits seit 2015 im Vorstand - dem insgesamt acht Personen angehören. Zetsche soll derweil 2021 den Vorsitz im Aufsichtsrat von Daimler übernehmen, in dem seit 2011 mit Christine Hohmann-Dennhardt erstmals auch eine Frau saß. Inzwischen sitzen mit Renata Jungo Brüngger und Britta Seeger zwei Frauen im Vorstand der Daimler AG.

Übersicht der Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG seit 1937:

  • Dr. h. c. Wilhelm Kissel (1937 bis 1942)
  • Dr. Willhelm Haspel (1942 bis 1952) 
  • Heinrich Wagner (1952 bis 1953) 
  • Dr. Fritz Könecke (1953 bis 1960) 
  • Walter Hitzinger (1961 bis 1966) 
  • Prof. Dr. Joachim Zahn (1971 bis 1979) 
  • Dr. jur. Gerhard Prinz (1980 bis 1983) 
  • Prof. Werner Breitschwerdt (1983 bis 1987)
  • Edzard Reuter (1987 bis 1995) 
  • Prof. Dr. h. c. Jürgen E. Schrempp (1995 bis 2006) 
  • Dieter Zetsche (2006 bis 2019) 
  • Ola Källenius (2019 bis heute)

Daimler AG: Aktiengesellschaft, Aktionäre und Umsatz

Wie das Kürzel AG im Unternehmensnamen verrät, wird Daimler an der Börse gehandelt. Insgesamt besteht das Grundkapital des Konzerns aus 1,07 Milliarden Namensaktien, die an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main unter dem Kürzel DAI geführte werden. Daimler ist zudem Teil des DAX, sowie des DivDAX. Rund 75 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Die größten Investoren bei Daimler sind Tenaciou3 Prospect Investment Limited, Kuwait, Renault/Nissan und BAIC Group zu der auch Geely gehört.

Lange galt die Daimler-Aktie als sicheres Wertpapier da der Gewinn des Unternehmens von 2009 bis 2019 kontinuierlich gestiegen ist. Allerdings hat Daimler durch die sinkende Nachfrage schwer zu kämpfen und musste im zweiten Quartal einen Milliardenverlust verzeichnen. Dennoch soll am Ende des Jahres ein Gewinn für den Stuttgarter Automobilkonzern rausspringen. Trotz allem muss Daimler aber das bereits im Herbst 2019 beschlossene Sparpaket verschärfen. Neben einem Stellenabbau wird auch die Arbeitszeit zahlreicher Mitarbeiter verkürzt.

Umsatz der Daimler AG seit 2009:

  • 2009: 78,92 Mrd. Euro 
  • 2010: 97,76 Mrd. Euro 
  • 2011: 106,50 Mrd. Euro  
  • 2012: 114,30 Mrd. Euro 
  • 2013: 118,00 Mrd. Euro 
  • 2014: 129,87 Mrd. Euro 
  • 2015: 149,47 Mrd. Euro 
  • 2016: 153,26 Mrd. Euro 
  • 2017: 164,15 Mrd. Euro 
  • 2018: 167,36 Mrd. Euro 
  • 2019: 172,75 Mrd. Euro

Daimler AG:  Die Modelle von Mercedes-Benz

Dabei umfasst die Daimler AG im Pkw-Segment nicht nur Mercedes-Benz, auch Marken wie Maybach, AMG und die elektrifizierten EQ-Modelle - in denen Källenius die Zukunft von Mercedes sieht - werden von der Mercedes-Benz AG produziert.

Besonders beliebt sind dabei Mercedes-Modelle wie die A-Klasse, C-Klasse, E-Klasse oder die Luxuslimousine S-Klasse. Seit 1993 werden die Baureihen dabei wie folgt bezeichnet:

Limousinen:

  • Mercedes-Benz A-Klasse
  • Mercedes-Benz C-Klasse
  • Mercedes-Benz E-Klasse
  • Mercedes-Benz S-Klasse

Coupés und Cabrios:

  • Mercedes-Benz C-Klasse-Coupé  
  • Mercedes-Benz CLA-Klasse 
  • Mercedes-Benz CLC-Klasse  
  • Mercedes-Benz CLK-Klasse 
  • Mercedes-Benz E-Klasse-Coupé 
  • Mercedes-Benz CL-Klasse  
  • Mercedes-Benz CLS-Klasse 
  • Mercedes-Benz S-Klasse-Coupé 
  • Mercedes-Benz SL-Klasse  
  • Mercedes-Benz SLC-Klasse  
  • Mercedes-Benz SLK-Klasse 
  • Mercedes-Benz SLR-Klasse 
  • Mercedes-Benz SLS-Klasse

SUVs und Geländewagen:

  • Mercedes-Benz G-Klasse  
  • Mercedes-Benz GLA-Klasse 
  • Mercedes-Benz GLB-Klasse 
  • Mercedes-Benz GLC-Klasse 
  • Mercedes-Benz GLK-Klasse  
  • Mercedes-Benz GLE-Klasse 
  • Mercedes-Benz M-Klasse 
  • Mercedes-Benz GLS-Klasse  
  • Mercedes-Benz GL-Klasse 
  • Mercedes-Benz X-Klasse 

Kleinbusse und Großraum-Limousinen:

  • Mercedes-Benz B-Klasse  
  • Mercedes-Benz R-Klasse  
  • Mercedes-Benz V-Klasse  
  • Mercedes-Benz Vaneo  
  • Mercedes-Benz Viano

Elektroautos:

  • Mercedes-Benz EQC
  • Mercedes-Benz EQV
  • smart EQ fortwo
  • smart EQ forfour

Daimler AG: Weltweite Produktion

Produziert werden die Modelle der Marken der Daimler AG dabei an Standorten in 17 Ländern weltweit. Derzeit gibt es Werke in:

  • Deutschland 
  • Frankreich 
  • Spanien
  • Ungarn
  • Rumänien
  • Russland
  • Türkei 
  • USA 
  • Mexiko 
  • Argentinien 
  • Brasilien 
  • Südafrika 
  • Indien 
  • Japan 
  • China 
  • Vietnam 
  • Indonesien

Derzeit überlegt die Daimler AG aber sich bedingt durch die anhaltende Krise von einigen Strandorten zu trennen. Bereits zum Verkauf steht Beispielsweise das Smart-Werk im französischen Hambach. Aber auch Standorte in Brasilien, Mexiko und Deutschland könnten geschlossen werden.

Rubriklistenbild: © Daimler AG

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