Chips aus China

Trump versus Huawei: Deshalb wird der Streit zum Problem für Daimler und Audi

Donald Trump, Präsident der USA, hält eine Bibel, während er die St. John‘s Episcopal Church besucht.
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Wird Donald Trumps Handelskrieg mit China zu einem Problem für Audi und Daimler?
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Automobilkonzerne Daimler und Audi arbeiten mit Hochdruck am autonomen Fahren. Dabei könnte jetzt der Streit zwischen Donald Trump und Huawei zum Problem werden. 

Der US-Präsident Donald Trump ist auf Huawei nicht besonders gut zu sprechen. Bereits seit Längerem wird dem chinesischen Smartphonehersteller Spionage vorgeworfen. Firmen aus den USA dürfen bereits seit 2019 nicht mehr mit Huawei zusammen arbeiten, deshalb fehlen bereits die Google-Dienste auf den Smartphones des Elektronikkonzerns.

Doch nicht nur die Smartphone-Nutzer in Deutschland sind von Trumps Handelskrieg mit Huawei betroffen. Auch die Automobilkonzerne Daimler und Audi stellt der Konflikt vor gewaltige Probleme, denn beide Unternehmen verbauen laut der Wirtschaftswoche Chips des Smartphone- und Elektronikhersteller aus China.

Daimler/Audi: Automobilkonzerne verbauen Chips von Huawei

Die beiden Premiummarken nutzen - wie auch Konkurrent BMW - Kommunikationsmodule von Huawei zur Verbindung mit dem Internet. Entsprechend sorgt der anhaltende Streit mit Blick auf die anstehenden Wahlen in den USA auch in Deutschland für Verunsicherung.

Sollte Trump wiedergewählt werden, könnte sich die Lage noch weiter verschärfen. Entsprechend gehen auch außerhalb der USA erste Unternehmen auf Distanz zu Huawei und auch die deutschen Autohersteller wie Audi und Daimler müssen sich zwangsläufig mit der Frage beschäftigen, welche Chips in den Autos der Zukunft verbaut werden sollen.

Daimler/Audi: Schwierige Suche nach Huawei-Alternative

Die Suche nach alternativen Chips für die vernetzten und autonom fahrenden Autos dürfte für Daimler und Audi jedoch alles andere als einfach werden. Denn die Anforderungen sind hoch, die Chips müssen schnell und sparsam sein. Hinzu kommt, dass Huawei einer der wichtigsten Ansprechpartner ist, wenn es um intelligente Autosysteme geht.

Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hält der chinesische Elektronikkonzern einen Anteil von 50 Prozent an den verbauten Kommunikationschips. Heißt für Daimler und Audi: Es gibt nur wenige Alternativen, in Europa keine einzige. Bei BMW hat man sich daher entschieden, ab Mitte 2021 Chips von Samsung zu verbauen.

Daimler/Audi: Wie lange kann Huawei noch liefern?

Bei Audi möchte man laut Informationen aus Branchenkreisen wohl erst mal weiterhin die Chips von Huawei verbauen. Wohl auch, weil der chinesische Elektronikhersteller deutlich preiswerter ist als die Konkurrenz aus den USA oder Korea. Vor dem Hintergrund der Verluste die sowohl Audi als auch Daimler zuletzt verzeichnen mussten, verwundert das kaum. Wie sich die Stuttgarter wegen der Chips entscheidet, ist derweil nicht klar.

Das gilt auch für die Frage, wie lange Huawei die Automobilkonzerne überhaupt noch beliefern kann. Laut der Wirtschaftswoche sollte der Vorrat an Chips aus Taiwan und den USA noch bis Februar 2021 reichen, wie es danach weitergeht, ist unklar. Möglich also, dass Audi und Daimler sich dann doch noch mal nach Alternativen umsehen müssen.

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