Verbraucher-Fallen in der Corona-Krise

Rechte trotz Corona: Einrichtungen schließen, Abos laufen weiter - und was jetzt? 

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Einrichtungen schließen, Abos und Verträge laufen weiter. Was haben Kunden für Rechte? echo24.de spricht mit der baden-württembergischen Verbraucherzentrale.

  • Die Coronavirus-Pandemie wirft bei vielen Verbrauchern in Baden-Württemberg Fragen auf.
  • Müssen Abos - wie beispielsweise das Fitnessstudio - trotz fehlender Leistung weiter bezahlt werden?
  • Die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg erklärt, was Verbraucher für Rechte haben.

Abos und Verträge in der Coronavirus-Zeit: Was haben Verbraucher für Rechte?

Nach wie vor ist unser Alltag Coronavirus bedingt eingeschränkt. Doch jetzt sind erste Lockerungen in Sicht, die den Menschen wieder mehr Freiheiten versprechen. Konkret dürfen laut neuer Coronavirus-Verordnung kleinere Geschäfte und Frisöre wieder Kunden empfangen. Und auch Kaufhäuser in Baden-Württemberg haben nach einer Klage jetzt die Möglichkeit, ihre Verkaufsräume wieder zu öffnen. Schlecht sieht es stattdessen für Fitnessstudios, Tanzschulen oder Schwimmbäder aus, die nach wie vor ihre Türen geschlossen halten müssen.

Ärgerlich auch für Verbraucher, die ihre Abos und Verträge in der Regel weiter bezahlen. Aber ich Abos eigentlich weiter bezahlen, wenn muss ich keine Leistungen mehr in Anspruch nehmen kann?  "Grundsätzlich ist ein Abo - zum Beispiel im Fitnessstudio - ein Vertrag, der Leistungen für Geld zur Verfügung stellt", erklärt die baden-württembergische Verbraucherzentrale auf echo24.de-Anfrage. Kann diese Leistung nicht zur Verfügung gestellt werden, kann der Verbraucher in der Regel sein Geld zurückverlangen. 

Abos und Verträge in der Coronavirus-Zeit: Verbraucher müssen keine Gutscheine akzeptieren

Etwas kniffliger wird es, wenn trotz Coronavirus bedingter Schließung eingeschränkte Leistungen angeboten werden - zum Beispiel in Form von Online-Kursen. Hier müssen Verbraucher sich dann die Frage stellen, ob das Angebot der ursprünglichen gebuchten Leistung gleichwertig ist. Ist es das nicht, kann der Verbraucher sein Geld zurückverlangen. Verbraucher in Baden-Württemberg stoßen an dieser Stelle aber oft auf taube Ohren und bekommen von Vertragspartnern stattdessen Gutscheine angeboten.

Auch Extra-Monate in Fitnessstudios sind beliebte Angebote, die Dienstleister in der Coronavirus-Zeit gerne anbieten. Ganz wichtig: Verbraucher sind nicht verpflichtet, auf solche Deals einzugehen. Dienstleister sprechen an dieser Stelle oft von einer Rechtsgrundlage, die Verbraucher verpflichtet, Gutscheine anzunehmen. Die gibt es aber nicht. "Vielmehr gab es eine Lesung im Bundestag, wo lediglich über solche Möglichkeiten debattiert wird", erklärt ein Sprecher der baden-württembergischen Verbraucherzentrale.

Abos und Verträge in der Coronavirus-Zeit: Verbraucher können ihr Geld zurückfordern

Solche "Zwangsgutscheine" haben also aktuell keine rechtliche Grundlage. Verbraucher in Baden-Württemberg sind demnach nicht verpflichtet, auf Gutscheine oder Sonderangebote einzugehen. "In Individualfällen lohnt es sich aber, solche Angebote für sich zu prüfen", erklärt die baden-württembergische Verbraucherzentrale. Eventuell ist sogar ein Angebot dabei, mit dem Verbraucher günstiger weg kommen. Das gilt insbesondere dann, wenn Verträge über einen längeren Zeitpunkt laufen und die Coronavirus-Krise überdauern könnten.

Gutschein-Fallen in der Coronavirus-Zeit: Hier finden Verbraucher in Baden-Württemberg Hilfe

Und wer in Sachen Verbraucherschutz ins Wanken kommt, kann sich bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg über seine Rechte in der Coronavirus-Krise informieren. Zudem besteht die Möglichkeit, angebotene Zwangsgutscheine zu melden. 

Dafür stellt die Verbraucherzentrale kostenlos ein Formular zur Verfügung, das ausgefüllt und anschließend an den jeweiligen EU- oder Bundestagsabgeordneten geschickt wird. Welcher das ist, zeigt eine Liste, die ebenfalls über die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eingesehen werden kann.

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