Kein Urlaub wegen Corona?

Urlaub abgesagt? - So bekommen Verbraucher ganz einfach ihr Geld zurück

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Urlaub und Reisen können in der Coronavirus-Zeit oft nicht stattfinden. Verbraucher in Baden-Württemberg haben aber Rechte und müssen jetzt richtig reagieren.

  • Urlaubsreisen fallen Coronavirus-bedingt aktuell aus.
  • So bekommen Verbraucher ihr Geld zurück.
  • Können Urlaubsreisen aktuell gefahrlos gebucht werden?

Urlaub trotz Coronavirus: Reisebuchung gefahrlos möglich?

Für viele Baden-Württemberger sicher eine Erleichterung: Viele Urlaubsreisen werden trotz Coronavirus im Sommer stattfinden können. Zwar gibt es noch keine hundertprozentige Sicherheit, viele Länder haben aber schon ihre Pläne für Reisen im Sommer vorgestellt. Grund: Gerade die Südeuropäischen Staaten, darunter Italien, Griechenland oder Portugal, sind stark vom Tourismus abhängig.

Aber was ist, wenn der Traumurlaub dann doch nicht stattfinden kann? Oder schlimmer: Die Reise ist vom Veranstalter bereits abgesagt worden. Ist diesen Fällen können sich Verbraucher auf ihre Rechte berufen. Und die sagen ganz klar aus: Wenn ein Dienstleister die bezahlte Leistung nicht anbieten oder durchführen kann, muss er den betreffenden Kunden ihr Geld zurückerstatten.

Urlaub oder Geld zurück: Verbraucher in der Coronavirus-Zeit

Und dieser Fall tritt auch dann ein, wenn aufgrund der Coronavirus-Pandemie ein Urlaub nicht stattfinden kann. Ganz wichtig: Nie eine Reise im Vorfeld selbst stornieren, sondern immer auf die Reisewarnung vom Auswärtigen Amt warten. Denn dann fallen für die Verbraucher keine Stornogebühren an. Für den Veranstalter heiß das: Der komplette Preis muss zurückerstattet werden.

Eine Gutschein-Entschädigung - wie sie Veranstalter in der Coronavirus-Zeit oft anbieten - ist und bleibt freiwillig. "Der Verbraucher entscheidet selbst, ob er darauf eingeht oder nicht", erklärt Verbraucherschützer Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf echo24.de-Anfrage. Aber Achtung: Verbraucher müssen zwischen Pauschalreisen und Einzel-Buchungen unterscheiden.

Verbraucherrechte in der Coronavirus-Zeit: Definition "Reise"

Pauschalreise: Ist eine Reise, bei der Unterkunft, Transportmittel und andere Reisebestandteile zusammen gebucht werden (also eine Art Paket).
Einzelbuchung: Alle Reiseposten (zum Beispiel Unterkunft oder Flug) werden vom Verbraucher einzeln gebucht. Meist erfolgt das über mehrere Reiseanbieter oder Airlines.

Pauschalreise wegen Coronavirus abgesagt: Diese Möglichkeiten haben Verbraucher

Handelt es sich um eine Pauschalreise, die der Veranstalter absagt, kann der Verbraucher sein Geld zurückverlangen oder alternativ einer Gutschein-Entschädigung zustimmen. Das Risiko dabei ist, dass Gutscheine ihren Wert verlieren, wenn der Reiseveranstalter in der Coronavirus-Pandemie insolvent gehen sollte. Sicherer ist es deshalb, sein Geld zurückzufordern.

Gutschein statt Geld? Das sollten sich Verbraucher gut überlegen.

Wer sein Geld zurückhaben möchte, sollte im ersten Schritt den Veranstalter (am besten schriftlich) kontaktieren und sein Geld zurückverlangen. Buttler: "Am besten setzen Verbraucher gleich eine 14-tägige Frist." Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg stellt zudem einen kostenlosen Musterbrief zur Verfügung, den Verbraucher  für ihre Kontaktaufnahme zum Veranstalter nutzen können.

Coronavirus und Urlaub: Verbraucherschützer empfiehlt Mahnverfahren

Bringt der Musterbrief nicht den gewünschten Erfolg, können vom Coronavirus betroffene Verbraucher ein Mahnverfahren gegen den Reiseanbieter führen. Im Gegensatz zur kostspieligen Klage kosten das Mahnverfahren nur sehr wenig. Bezahlt der Veranstalter dann immer nicht oder erhebt keinen Einspruch, kann der Verbraucher den Reisepreis vollstrecken lassen.

Urlaub in der Coronavirus-Zeit buchen? Das spricht dafür

Die Verbraucherrechte zeigen: Ein Urlaub in der Coronavirus-Zeit ist im Prinzip gefahrlos möglich. Denn wenn der Veranstalter absagt, haben Verbraucher generell die Möglichkeit, ihr Geld zurückzuverlangen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht eine Pauschalreise. Grund: Hier gibt es immer einen Sicherungsschein, der Verbraucher schützt, wenn der Veranstalter in der Corona-Krise insolvent geht.

Und auch wer einzeln bucht, kann unter Umständen sein Geld zurückbekommen. Nachteil hier: Der Verbraucher muss auf mehrere Reiseveranstalter (auch Airlines oder Hotels) gleichzeitig zugehen. Und nur wenn ein Veranstalter wirklich keine Leistung erbringen kann, können Verbraucher ihr Geld zurückverlangen. Heißt: Unter Umständen wird zum Beispiel der Flug erstattet, das Hotel aber nicht.    

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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