Reisen und Urlaub trotz Coronavirus?

Urlaub in der Corona-Zeit? Das denken deutsche Bürger

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Urlaub oder Auslandsreisen in der Coronavirus-Zeit? Die Mehrheit der Deutschen hat dazu eine klare Meinung.

  • Urlaubsreisen sind in der Coronavirus-Zeit "nicht empfohlen". Verboten sind sie aber nicht.
  • Was rät das Robert Koch-Institut (RKI), wenn Reisen "unaufschiebbar" sind?
  • Für einen Reiseverkehr in der Coronavirus-Pandemie ist vor allem eine Voraussetzung besonders wichtig.

Reisen in der Coronavirus-Zeit: Wie stark beeinflusst die Krise die Urlaubsplanung der Deutschen? 

Update vom 18. Mai: Von Reisen in derCoronavirus-Zeit rät das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell grundsätzlich ab. Sorgen macht sich jetzt vor allem die Tourismusbranche - von einer "Massenarbeitslosigkeit" ist bereits die Rede - zurecht? Zwar sind Reisen aktuell keine gute Idee, einige Länder - zum Beispiel Griechenland - zeigen sich aber offen für Touristen im Sommer. Und auch deutsche Politiker - allen voran FDP-Chef Christian Lindner - machen Hoffnung auf einen Urlaub im Ausland. Aber wie sieht das die Mehrheit der Deutschen?

Urlaubspläne in der Coronavirus-Zeit? Eine Mehrheit der Deutschen hat dazu eine klare Meinung.

Fakt ist: Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) haben ihre Urlaubspläne für den Sommer abgehakt. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa hervor. Rund 22 Prozent der Befragten nehmen demnach von einer Auslandsreise Abstand. Ein Stich ins Herz für die vielen Reiseveranstalter, die mit Flug- und Pauschalreisen mit am meisten Geschäfte machen. echo24.de berichtet aktuell über einen solchen Reiseveranstalter in Heilbronn, der mit den massiven Folgen der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg schon seit Wochen kämpft.

Urlaubsreisen in der Coronavirus-Pandemie? Mehr als die Hälfte der Deutschen will zu Hause bleiben! 

Erschreckend: Nur 18 Prozent der befragten Deutschen sind bei ihrer ursprünglichen Urlaubsplanung geblieben. Dazu gesellen sich knapp die Hälfte der Befragten, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland noch gar keine Reisepläne gehabt haben. Da stellt sich die Frage: Werden diese Menschen in nächster Zeit einen Sommerurlaub buchen? Die Zeichen stehen - laut aktueller Umfrage - eher auf Rot. Zumal Grenzöffnungen nötig wären, damit deutsche Touristen überhaupt in irgendein Land einreisen können.

Und hier wird die YouGov-Umfrage interessant. Grund: 48 Prozent der Befragten sind dafür, die Ausreisesperre auch im Sommer aufrechtzuerhalten. Nur 13 Prozent sprechen sich für einen uneingeschränkten Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union (EU) aus. Nicht verwunderlich also, dass stolze 42 Prozent der Befragten nach jetzigem Stand - angesichts der Coronavirus-Pandemie - gar keinen Urlaub mehr machen wollen. Eine positive Nachricht gibt es aber: 13 Prozent planen einen Urlaub in Deutschland, hinzu kommen weitere 23 Prozent, die noch unentschlossen sind.

Coronavirus Baden-Württemberg: RKI gibt Tipps zu Urlaub und Reisen 

Erstmeldung vom 13. Mai: Soll man einen Sommerurlaub in der Coronavirus-Zeit buchen? Diese Frage beschäftigt aktuell viele Menschen in Baden-Württemberg, die nach mehrwöchigem Corona-Koller einfach mal raus möchten. Leider ist aktuell noch immer nicht ganz klar, ob und wann die Reisewarnung in Deutschland aufgehoben wird. Immerhin: Einige Länder - darunter Griechenland und die Niederlande - wollen demnächst (Stand: 13. Mai) wieder Touristen ins Land lassen. Ein Segen für die Reisebüros in Baden-Württemberg, die kurz vor dem Kollaps stehen.

Reisen ins Ausland? Rein theoretisch ist das möglich - zum Beispiel nach Schweden. Was sagt das Robert Koch-Institut dazu?

Grundsätzlich rät das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell von nicht notwendigen Reisen ab - dazu zählt auch der Sommerurlaub im Ausland. Ist eine Reise "unaufschiebbar", sollten Betroffene einiges beachten. Dazu zählt besonders auch die Quarantäne bei der Ein- oder Zurückreise nach einem mehrtägigen Auslandsaufenthalt. In Deutschland dauert eine solche Quarantäne in der Regel 14 Tage und ist verbindlich - darüber müssen sich Zurückkommende im Klaren sein.

Unaufschiebbare Reisen in der Coronavirus-Zeit: Tipps vom RKI

Inwieweit eine solche Zwangs-Quarantäne in der Coronavirus-Zeit rechtlich zulässig ist, bleibt fraglich. Hintergrund: Ein Mann mit Ferienhaus in Schweden legte am Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht - per Eilantrag - Beschwerde gegen die Quarantäne-Pflicht ein - er bekam Recht und muss nicht länger zuhause bleiben. Folge: Auch in Baden-Württemberg könnte ein solches Urteil fallen, wenn Reisende in der Coronavirus-Zeit nach Baden-Württemberg zurückkommen.

Unabhängig davon rät das RKI dazu, die gängigen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Für Reisen in der Coronavirus-Zeit heißt das:

  • Kontakt zu anderen Menschen auf ein "absolut nötiges Minimum" reduzieren. Ausgenommen sind Mitglieder des eigenen Hausstandes.
  • In der Öffentlichkeit - wo immer möglich - einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Zudem sollten Reisende - laut RKI-Empfehlung zum Coronavirus - die Hinweise der lokalen Behörden beachten. Denn die Coronavirus-Maßnahmen  sind von Land zu Land unterschiedlich. In vielen Ländern - darunter Deutschland - gibt es zudem regionale Unterschiede. Auch die Bundesregierung warnt auf ihrer Homepage vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland", verboten sind die aber nicht. Wohl aber die Einreise in andere Länder - das zeigt ein echo24.de-Artikel, der die Grenzkontrollen in Baden-Württemberg genauer unter die Lupe nimmt.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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