Prüfungen in der Coronavirus-Zeit?

Schule in der Coronavirus-Zeit: Was kommt auf die Schüler und Lehrer jetzt zu?

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Was gilt für Abi und Co. in der Corona-Zeit? Und was, wenn Schüler im Abschlussjahrgang zur Risikogruppe gehören? echo24.de hat sich erkundigt.

  • Seit mehr als vier Wochen sind die Schüler in Baden-Württemberg im Homeschooling, erst jetzt soll es eine finanzielle Hilfe geben.
  • Auch Lehrer und Schüler können zur Coronavirus-Risikogruppe gehören.
  • Die Prüfungen in Baden-Württemberg werden in diesem Jahr später nachgeholt - in Einzelfällen ein Problem.

Schule in der Coronavirus-Zeit: digitales Lernen müsste flächendeckend möglich sein - trotzdem scheitert es oft

Lernen nicht in der Schule, sondern in den eigenen vier Wänden. Für Lehrer, Eltern und Schüler in der Coronavirus-Pandemie gleichermaßen eine neue Herausforderung - das zeigt auch der Artikel über eine Schule in der Coronavirus-Zeit, mit der echo24.de über die aktuelle Situation in Heilbronn spricht. Schon dieser Artikel zeigt: Eine technische Grundausstattung ist eine wichtige Basis, wenn es um das dezentral organisierte Lernen geht. Und gerade hier kommen viele Schulen in Baden-Württemberg schon an ihre Grenzen. Grund: Es fehlt es an der nötigen Technik. Zwar gibt es seit Ende 2019 einen Digitalpakt in Deutschland, der Schulen bei der technischen Aufrüstung finanziell unterstützen soll, doch scheint das Geld noch nicht bei jedem Schulträger angekommen zu sein.

Ein gutes Homeschooling setzt eine gute technische Ausstattung voraus - an den Schulen, aber auch bei den einzelnen Schülern.

Davon zeugen jetzt die Schulen, wo die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler erschwert ist. Zwar wird vom Land Baden-Württemberg eine Lernplattform zu Verfügung gestellt, doch auch dafür ist eine technische Grundausstattung die Voraussetzung. Nicht nur an den jeweiligen Schulen, sondern auch bei den einzelnen Schülern zu Hause. Nach über vier Wochen Homeschooling kommt deshalb die 150-Euro-Förderung für einzelne Schüler, die bei der letzten Konferenz der Kultusminister vereinbart worden ist. Ziel dieser Einmalzahlung ist es, Schüler finanziell zu unterstützen, die sich die notwendige Ausstattung im Lern-Homeoffice nicht leisten können. Offen bleibt vorerst, wann und wo die Förderung in Baden-Württemberg beantragt werden kann.

Die Schüler-Soforthilfe in der Coronavirus-Pandemie: Wie weit ist Baden-Württemberg?

Auf echo24.de-Anfrage heißt es aus dem baden-württembergischen Kultusministerium: "Die Umsetzung des Bundesprogramms steht noch nicht in diesen Details fest. Doch laut einem Kultusministeriumssprecher werden schon jetzt Schüler, die über keinen Computer verfügen, mit Leihgeräten aus der jeweiligen Schule ausgestattet. Insgesamt stellen Bund und Länder 500 Millionen Euro an Schüler-Soforthilfe bereit, davon entfallen rund 65 Millionen Euro auf Baden-Württemberg.

Schulstart für die Abschlussklassen in Baden-Württemberg: Auch Lehrer gehören teilweise zur Coronavirus-Risikogruppe 

Ein anderes Thema, dass aktuell für Aufsehen sorgt, ist die Tatsache, dass rund 25 Prozent der Lehrer in Baden-Württemberg zu der Coronavirus-Risikogruppe gehört. Heißt: Diese Lehrkräfte können erstmal nicht im Unterricht vor Ort eingesetzt werden. Ein heikles Thema - vor allem deshalb, weil es schon unter normalen Bedingungen einen anhaltenden Lehrermangel in Baden-Württemberg gibt. Allerdings gehen laut Kultusministerium nur etwa 330.000 Schüler in Baden-Württemberg ab Montag zum Unterricht. Heißt: Die Lehrer, die nicht zur Coronavirus-Risikogruppe gehören, können die Abschlussklassen ab Montag unterrichten. Fraglich bleibt hier, wie es mit den verbleibenden Schülern weitergeht, die aktuell nicht in einer Abschlussklasse sind.

Denn klar ist: Auch für die anderen Schüler muss irgendwann der Unterricht wieder losgehen. Und bis ein möglicher Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Covid-19 gefunden ist, wird es laut Experten noch eine ganze Weile dauern. Insofern ist der Lehrermangel kein akutes Problem, sondern vielmehr eins, dass in den kommenden Wochen zu einer Herausforderung wird. Insbesondere an den Grundschulen, wo der Lehrermangel auch ohne Corona mit am spürbarsten ist. Genau das gleiche Problem gibt es auf Schülerseite. Grund: Auch Schüler können zur Coronavirus-Risikogruppe gehören - zum Beispiel durch Vorerkrankungen. Somit stellt sich auch hier die Frage "Wie soll es weitergehen"? Zwar kann  jede Familie selbst entscheiden, ob sie ihr Kind am Montag zur Schule schickt, den Unterricht ersetzt das aber trotzdem nicht.

Baden-Württembergische Schüler in der Coronavirus-Risikogruppe: Und was ist mit den Prüfungen?

Und noch viel wichtiger: Was ist mit Schülern, die aufgrund von Vorerkrankungen - an sich oder in der Familie - im Abschlussjahr sind? Für die werden "individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnet", heißt es aus dem Kultusministerium. Wie die "individuellen Möglichkeiten" aussehen, steht noch nicht fest. Und auch die Frage, wie solche Schüler sich umfassend auf die diesjährigen Prüfungen sollen, bleibt erstmal ungeklärt. Sicher ist nur, dass die diesjährigen Prüfungen nachgeholt werden.  

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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