Schule während Corona

Plan der Kultusminister: So sollen Kinder wieder Schule besuchen können

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Wie geht es an den Schulen weiter? Die Antwort könnte ein Papier der Kultusminister liefern.

  • Jeder Schüler soll trotz des Coronavirus bis zu den Sommerferien wieder in die Schule.
  • Die Kultusminister schlagen einen Mix aus Präsenz- und Digital-Unterricht vor.
  • Schon jetzt gibt es Kritik an dem Papier.

Plan der Kultusminister: Schule im Rotationsprinzip

In wenigen Tagen soll der Unterricht für einige  Jahrgänge nach der Corona-Zwangspause weitergehen. Doch die Frage beleibt: Wie geht es an den Schulen in Baden-Württemberg und den anderen Bundesländern weiter? 

Mit dieser Frage hat sich auch die Kultusminister Konferenz (KMK) beschäftigt. Laut einem Papier, das der dpa vorliegt, haben die Kultusminister der Länder am Dienstag ein Konzept beschlossen und den Ministerpräsidenten und Angela Merkel vorgelegt. 

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultusminister schlagen Wechselsystem vor

In dem Papier über das Bund und Länder am Donnerstag beraten sollen, heißt es: "Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können."

Die KMK betont zudem, dass es vor den Sommerferien keinen uneingeschränkt regulären Schulbetrieb für die knapp 11 Millionen Schüler in Deutschland geben wird. Das ist laut der KMK in der aktuellen Coronakrise aufgrund des Abstandgebots von 1,5 Metern nicht möglich. Stattdessen soll ein Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim angewandt werden, dabei soll das digitale Lehren und Lernen weiterentwickelt werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kritik an Plänen der Kultusminister

Die Reaktionen auf den Plan der KMK ließen nicht lange auf sich warten. Gegenüber der Bild äußerte sich die Vorsitzende des Deutschen Philologenverband Susanne Lin-Kitzing kritisch: "Dass Lehrer jetzt Digital- und Präsenzunterricht geben sollen, ist eine große Herausforderung. Wie soll das funktionieren, wenn die meisten Lehrer noch nicht mal Dienst-E-Mail-Adressen und Dienst-Computer bekommen haben?“

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte Kritik an den Plänen der KMK. "Die Versprechen der KMK sind unrealistisch. Viele Lehrkräfte gehören zu Risikogruppen und dürfen nicht in die Schulen", erklärt die GEW. "Zwei Drittel der Lehrer*innen können nicht gleichzeitig Abschlussprüfungen, Unterricht in zu vollen Klassenzimmern und Lernen zuhause organisieren."

Kultusminister: Lehrer die zu Risikogruppen gehören können freiwillig unterrichten

Die Lehrer die zur Risikogruppe gehören sollen laut der Vereinbarung der KMK "auf freiwilliger Basis" Präsenzunterricht geben oder für weitere Aufgaben eingesetzt werden. Das ist vor allem deswegen interessant, weil die KMK für die Schüler keine Maskenpflicht vorsieht, wie sie in Baden-Württemberg seit dem 27. April gilt.

Beim Einkaufen und in Bus und Bahn Pflicht, nicht aber an den Schulen.

Zudem bekräftigen die Kultusminister der Länder in dem Papier noch einmal, dass die Abschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden sollen und untereinander anerkannt werden. Gegen diesen Plan regt sich bundesweit Protest unter den Schülern, ein Baden-Württemberg drohen zahlreiche Schülersprecher gar mit einer Klage. Wann die weiteren Jahrgänge an die Schulen zurückkehren sollen, wird aus dem Vorschlag der KMK allerdings nicht klar. In dem Papier wird lediglich der 4. Mai genannt, an dem auch in Baden-Württemberg die Schüler der Abschlussjahrgänge wieder an die Schulen zurückkehren sollen.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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